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Krefeld
Die Neuen aus dem Opernstudio

Krefeld: Die Neuen aus dem Opernstudio
Die Stipendiaten 2016/17: Agnes Thorsteins, Shinyoung Yeo, Julia Danz, Yorgos Ziavras und Xianghu Alexander Liu (v.l.) FOTO: Matthias Stutte
Krefeld. Das Opernstudio ist neu besetzt. Ihr Debüt geben die jungen Sänger morgen Abend im Krefelder Theater. Die praktische Erfahrung auf und hinter der Bühne ist wichtig - und für manchen ein Karrieresprungbrett. Von Inge Schnettler

Absolventen der Musikhochschulen haben es schwer. Immer schwieriger ist es geworden, eine Anstellung zu bekommen. "Und wenn die jungen Musiker doch irgendwo unterkommen, werden sie gleich komplett einbezogen, manche scheitern unter dem enormen Druck", sagt Operndirektor Andreas Wendholz. Diese Entwicklung sei vorhersehbar gewesen, deshalb wollte er etwas dagegensetzen. Er gründete das Opernstudio. Als er vor Jahren erstmals mit Generalintendant Michael Grosse über seine Idee sprach, habe dieser gesagt: "Tolle Sache, machen!" Geld sei aber nicht vorhanden gewesen. Deshalb ging Wendholz auf Sponsorensuche. Und das tut er seitdem Jahr für Jahr.

Als Kooperationspartner fand er 2012 die Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf und jetzt auch die Hochschule für Musik und Tanz Köln. Im ersten Jahr nahm der Operndirektor drei Stipendiaten unter seine Fittiche, jetzt sind es fünf Stipendiatenplätze, die das Theater zu vergeben hat. "Meine Kinder", sagt Andreas Wendholz, wenn er von den jungen Menschen spricht, die unter seiner Ägide fürsorglich und mit Bedacht in die Welt des Theaters eingeführt wurden. "Am liebsten würde ich sie alle für immer hier behalten." Immerhin: Die Stipendien haben schon manche Wege zu Engagements geebnet. "Die jungen Sängerinnen und Sänger erarbeiten während ihres Stipendiats kleine und mittlere Rollen und erhalten mit einer eigenen Studioproduktion, szenisch arrangierten Konzerten, Liederabenden und speziellen Projekten ein Forum, sich auf individuelle Weise dem Publikum zu präsentieren und Bühnenpraxis zu sammeln." Dazu kommen Meisterkurse und Workshops mit renommierten Musikerpersönlichkeiten und Dozenten. In der vergangenen Spielzeit gehörten Cheryl Studer, Helen Donath und Kobie van Rensburg zu den Mentoren.

Die Stipendiatin Amelie Müller, die im Sommer mit dem RP-Theater-Oscar als beste Sängerin ausgezeichnet wurde (gemeinsam mit Sophie Witte), James Park, Manon Blanc-Delsalle und Jan-Paul Reinke haben das Gemeinschaftstheater nach zwei Jahren zum Ende der Spielzeit verlassen. Der Bassbariton Shinyoung Yeo und der Pianist Yorgos Ziavras setzen ihre Stipendien ein weiteres Jahr fort. Als neue Stipendiaten gehören die Sopranistin Julia Danz, die Mezzosopranistin Agnes Thorsteins und der Tenor Xianghu Alexander Liu dem Opernstudio Niederrhein an.

Die Sopranistin Julia Danz stammt aus Tönisvorst und stand schon als Jugendliche als Ballettelevin und Statistin auf den Bühnen des Gemeinschaftstheaters. Sie lernte Geige und Querflöte und entschied sich nach dem Abitur für ein Gesangsstudium. Sie hat im ersten Kinderkonzert ihr Debüt gegeben.

Aus Island stammt die Mezzosopranistin Agnes Thorsteins. Sie begann ihre musikalische Ausbildung in ihrem Heimatland und kam danach für private Gesangsstudien nach Deutschland, bevor sie an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien ihr Gesangsstudium absolvierte und mit Auszeichnung abschloss.

Im chinesischen Yunnan erhielt der Tenor Xianghu Alexander Liu seine erste Gesangsausbildung, bevor er an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater ein Masterstudium abschloss. Er ist derzeit in Mönchengladbach im "Barbier von Sevilla" als Fiorello und Offizier zu sehen.

Yorgos Ziavras hat in der Sommerpause in seiner griechischen Heimat erfolgreich die Uraufführung einer zeitgenössischen Oper geleitet. Zurück am Niederrhein hat er Generalmusikdirektor Mihkel Kütson bei der Einstudierung der Oper "Gianni Schicchi" assistiert und wird im Dezember das Dirigat dieser Oper übernehmen.

Einen ersten gemeinsamen Auftritt der Stipendiaten des Opernstudios gibt es am Sonntag, 16. Oktober, 19.30 Uhr, im Krefelder Theater. Eine Woche später treten sie im Studio des Mönchengladbacher Theaters auf.

Quelle: RP
 
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