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Serie Krefelder Künstler Im Kaiser-Wilhelm-Museum
Die Schüler des Johan Thorn Prikker

Serie Krefelder Künstler Im Kaiser-Wilhelm-Museum: Die Schüler des Johan Thorn Prikker
"Es hat geregnet" hat Heinz von der Way sein 1958 entstandenes Gemälde genannt. Hier ist ein Ausschnitt daraus zu sehen. FOTO: KKM
Krefeld. In dieser Serie stellen wir Krefelder vor, deren Kunst zur Sammlung der Kunstmuseen gehört und im Bestandskatalog ab 1945 aufgelistet ist. Nicht alle sind noch bekannt. Heute geht es um zwei der berühmten Schüler von Johan Thorn Prikker. Der gebürtige Niederländer hat ab 1904 von Krefeld aus die Entwicklung von Glasmalerei und Mosaikkunst wesentlich beeinflusst. Von Mojo Mendiola

Gustav Fünders (27. November 1903, Krefeld - 30. Januar 1973, St. Tönis) taucht zwar im Museumsbestandskatalog ab 1945 nicht auf. Aber der Verein "Kunst und Krefeld" kann belegen, dass ein Glaskunstwerk von Fünders mit dem Titel "Johannes der Evangelist", das um 1950 entstanden sei, in den Bestand des KWM gegangen sein muss.

Fünders, ein Schüler von Johan Thorn Prikker, besaß bereits seinen Meisterbrief als Dekorations- und Kirchenmaler, als er 1940 als Frontmaler an die Ostfront geschickt wurde, und seine dokumentarischen Bilder wirken heute keineswegs kriegsverherrlichend. Die eigentliche Triebfeder seiner Kunst war eine tief empfundene Religiosität, und so fühlte er sich in Russland stark berührt von der Ikonenmalerei als Ausdruck christlicher Heiligenverehrung. Er entwickelte sich zu einem ausgesprochenen Kenner dieses Kunstzweiges und hielt später Vorträge darüber. Sein Weg in die Kirchenfenstergestaltung war also keineswegs zufällig. Nach dem Krieg war er Mitbegründer der Gruppe 45, wirkte freischaffend als Maler, Glasmaler und Mosaikgestalter, leitete 1947 - 68 eine entsprechende Klasse an der Werkkunstschule Krefeld, und 1954 - 70 lehrte er als Professor für Glasmalerei am Institut St. Lucas im belgischen Gent. 1967 ehrte ihn die Stadt Krefeld mit ihrer Thorn Prikker-Plakette.

Der Werbegrafiker und Maler Heinz von der Way (1888, Krefeld, bis 1973, Krefeld) gehörte ebenfalls zu den Schülern des einflussreichen Johan Thorn Prikker. 1905 bis 1909 besuchte er die Kunstgewerbeschule, schuf textile Kunstwerke wie Batiken und beschäftigte sich auch intensiv mit Schriftgestaltung. Er entwarf Signets, Messe- und Ausstellungsstände, gestaltete Schaufenster und malte Porträts. 1921 trat er dem Bund Deutscher Gebrauchsgrafiker bei, was sich prägend auf sein Schaffen auswirkte. Ab 1925 war er Vorsitzender des Deutschen Reklamebundes. In dieser Zeit gründete er die Niederrheingruppe des Bundes deutscher Landesberufsverbände Bildender Künstler, aus dem 1971 der Berufsverband Bildender Künstler hervorging. Seiner Initiative ist auch der Bau der bis heute erhaltenen Atelierwohnungen an der Windmühlenstraße zu danken, wo er selbst bis 1957 lebte. Ab 1929 machte von der Way vor allem mit seinen Bierreklamen von sich reden, deren Besonderheit die appetitlich beschlagenen Biergläser waren. Lange bevor die Fotografie das Terrain der Werbung eroberte, brachte er die grafischen Mittel der so genannten Neuen Sachlichkeit mit Erfolg zur Anwendung.

Gustav Fünders schuf dieses Mosaik "Heilig Geist" 1953 für die Taufkapelle von St. Cyriakus Hüls. Fünders war nicht nur Schüler von Thorn Prikker, sondern später auch Lehrer von Hubert Spierling. FOTO: T. l.

Malerisch allerdings widmete er sich lieber diversen Landschafts-Sujets - am heimischen Niederrhein und auf Reisen. 1945 wurde von der Way Mitbegründer der Niederrheinischen Künstlergilde. Im Kaiser-Wilhelm-Museum ist er seit 1968 mit dem zehn Jahre zuvor entstandenen Bild "Es hat geregnet" vertreten.

Quelle: RP
 
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