| 00.00 Uhr

Serie Ausbildung Bei Currenta (8)
Die Sortier-Spezialisten

Serie Ausbildung Bei Currenta (8): Die Sortier-Spezialisten
Wie man sieht, läuft's. Marcel Kraft hat in seiner Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik eine Maschine gebaut, die Würfel sortiert. Je nach Material werden die Würfel vom Band genommen und entsorgt. FOTO: T. Lammertz
Krefeld. Der Elektroniker für Automatisierungstechnik baut Maschinen, die zählen oder sortieren - kurz: Abläufe automatisieren. Von Bärbel Kleinelsen

Kleine Würfel laufen über ein Band. Mal sind sie aus Plastik, mal aus Holz, mal aus einer gummiartigen Masse. Sensoren erfassen die verschiedenen Würfel. Je nach Material werden sie aussortiert oder durchgelassen. Würfel aus dem erwünschten Material laufen weiter übers Band bis zu einer Ablage. Ist diese Ablage voll, blinkt die Maschine und das Förderband stoppt. Man kennt das Prinzip von Rücknahme-Automaten für Plastikflaschen. Diese Sortiermaschine jedoch hat ein Auszubildender entwickelt. Marcel Kraft ist 19 Jahre alt und im dritten Jahr seiner Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik bei der Currenta-Tochterfirma Tectrion in Dormagen.

"Mein Opa war Elektriker und hat mir den Spaß an seinem Beruf vermittelt. Zu Hause habe ich meinem Vater viel geholfen, der unser Haus zum größten Teil selbst gebaut hat. Ein Job, bei dem man den ganzen Tag am Schreibtisch sitzt, wäre deshalb nichts für mich", erzählt Marcel Kraft. Er liebt das Gefühl, etwas gebaut zu haben, das anschließend auch läuft. "Natürlich kann man in der Ausbildung nicht immer richtige Anlagen bauen. Vieles wird simuliert. Aber Vorstellungsvermögen gehört schließlich zu unserem Beruf dazu."

Bevor es jedoch ans Eingemachte geht, müssen auch die Automatisierungs-Spezialisten das Arbeiten an sich lernen, sei es Feilen, Bohren oder Löten, oder Fegen und Ordnung halten. Anschließend machen sie sich mit der Installationstechnik vertraut, montieren Lichtschalter und bauen kleine Schaltungen. "Ganz wichtig ist immer, wenn man mit Strom arbeitet, das Thema Sicherheit."

Um Unfälle zu vermeiden, dürfen Auszubildende erst, wenn sie die Grundausbildung hinter sich haben, selbst kleine Anlagen in Betrieb nehmen. Wann für den einzelnen der richtige Zeitpunkt gekommen ist, entscheidet der Facharbeiter, den die Azubis im Betrieb begleiten. "Generell gilt, Elektrik ist gefährlich und drehende Teile sind es auch. Wer damit umgeht, muss zuvor Verantwortungsbewusstsein beweisen", erklärt Peter Kachel, Koordinator der elektrotechnischen Ausbildung bei Currenta.

Im Gegensatz zu früher müssten Auszubildende heute selbstständiger arbeiten. "Ziel ist es, dass angehende Elektroniker bei Problemen nicht einfach die Schultern hängen lassen und nichts tun, sondern versuchen, selbst das Problem zu lösen, beispielsweise durch einen Blick in Fachbücher, oder jemanden fragen, der ihnen weiterhelfen kann", sagt Kachel, der weiß, wie schwer sich manche Jugendliche mit selbstständigem Handeln tun.

In Vierer-Gruppen erarbeiten die Auszubildenden ganze Parkhaus-Systeme, die automatisch Autos zählen, Rauchentwicklung melden oder Alarm schlagen, wenn die Abgas-Konzentration im Gebäude zu hoch ist - natürlich als Simulation. "Einer programmiert, der andere verdrahtet und dann wieder umgekehrt. Die Mischung aus beidem ist interessant und bringt viel Abwechslung", sagt Marcel Kraft. Bei Tectrion arbeitet der 19-Jährige in der Mess- und Prüftechnik. Er begleitet einen Facharbeiter bei Ultraschall-Durchflussmessungen oder der Inbetriebnahme von Heizungen. Für manche Lösungen müssen die Arbeiter kleinere Teile selbst anfertigen. Marcel Kraft: "Es ist ein sehr vielfältiger Beruf. Ich glaube, ich habe inzwischen bestimmt 70 Prozent der Betriebe im Chempark Dormagen kennengelernt. Das ist richtig spannend."

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Serie Ausbildung Bei Currenta (8): Die Sortier-Spezialisten


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.