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Krefeld
Die Sprache der Linien in der Galerie Weber

Krefeld. Die Bilder an den Wänden sind mit wenigen Farben gemalt und die Skulpturen schlicht. Was alle Werke miteinander verbindet, ist die Linie. Unter dem Titel "Liniengestalt" eröffnet heute die Ausstellung von Hanne Thilker-Kulgemeyer in der Galerie Meta Weber mit einer Vernissage von 19 bis 21 Uhr. Von Lena Bender

Auf den hohen, langen Bildern an den Wänden sieht man auf den ersten Blick nicht mehr als einen Haufen wilder Linien, die sich gegenseitig umschlingen. Doch bei näherem Betrachten erkennt man Figuren und Körper, die sich nach oben strecken, nach etwas greifen oder sich verstecken. Genau dieses "zweite Hinsehen" ist das, was die Künstlerin Hanne Thilker-Kulgemeyer mit ihren Arbeiten beim Betrachter erzielen will. "Durch die Reduzierung auf bloße Linien wird das Betrachten gestört, und um den Zugang zu finden, muss man noch einmal genauer hinschauen", sagt die Künstlerin. Dabei lässt sie die Figuren sprechen und erfindet mit ihren Linien eine eigene Sprache.

In der Ausstellung sind neben der Malerei außerdem Skulpturen zu sehen. Die Linien löst Hanne Thilker-Kulgemeyer aus der flächigen Form der Leinwand und stellt sie als eigenständige Skulptur in den Raum. Die Eisenobjekte stellen den ganze Körper oder nur den Kopf dar, Objekte aus Holz hängen naturbelassen oder mit Acryl bemalt an den Wänden. Der Kopf spielt neben dem Körper eine wichtige Rolle. "Er bestimmt die Gedanken und wer wir sind. Der Kopf taucht als wesentliches Element immer wieder in meinen Arbeiten auf", sagt die 63-jährige Künstlerin mit Atelier in Krefeld.

Egal ob Kopf oder ganzer Körper: Die Figur ist das, was im Mittelpunkt steht. "Ich male nicht nach Modellen. Ich will zwar den Menschen im Vordergrund haben, allerdings nicht als Abbildung. Dargestellt wird vielmehr der innere Ausdruck und die Bewegung des Körpers", sagt sie. Um diese Essenz des Körpers zu erlangen, reduziert und selektiert sie die Linien auf das Wesentliche, lässt Teile weg und fügt sie an anderer Stelle wieder hinzu. Für die großformatigen Bilder benutzt sie Leinwandfahnen, die anders als gewöhnliche Leinwände beweglicher sind und eine kräftigere Bearbeitung vertragen. "Das Lebendige der Fahnen spiegelt die dargestellte Bewegung der Figuren wider", erläutert die gebürtige Düsseldorferin, die seit 34 Jahren in Krefeld lebt und arbeitet.

Künstler und Schriftsteller John Waszek wird die Vernissage mit Worten zu den Bildern begleiten. Die Ausstellung im Haus Kunst und Technik (ehemaliges DGB-Haus), Blumentalstraße 2, ist bis zum 28. Februar 2017 mittwochs von 17 bis 20 Uhr oder nach Vereinbarung unter 02151 773792 geöffnet.

Quelle: RP
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