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Krefeld
Die Stadt soll "Fan" des Bürgers werden

Krefeld: Die Stadt soll "Fan" des Bürgers werden
Stadtmarketingleiter Uli Cloos ist Mitglied im Vorstand der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing. Neben ihm steht Bundesvorsitzende Bernadette Spinnen. FOTO: Lothar Strücken
Krefeld. 200 City- und Stadtmarketingverantwortliche aus ganz Deutschland treffen sich zu einer dreitätigen Veranstaltung im Seidenweberhaus. Der Krefelder Uli Cloos ist neu in den Bundesvorstand aufgerückt. Von Joachim Niessen

Im Jubiläumsjahr hat die Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland e.V. (bcsd) zur "Deutschen Stadtmarketingbörse 2016" ins Krefelder Seidenweberhaus eingeladen. Rund 200 City- und Stadtmarketingverantwortliche aus ganz Deutschland sind zu einem ihrer wichtigsten Netzwerktreffen zusammen gekommen. Unter dem Motto "I like it - Stadtmarketing zwischen Mitmachanimation und Fanprojekt" konzentrieren sich die Fachleute - an drei Tagen bis zum heutigen Mittwoch - auf die Herausforderung um die Organisation einer modernen Stadtkommunikation. Es wird beleuchtet, wie dadurch die Teilhabe an der städtischen Gesellschaft neu strukturiert werden und wie man von anderen Disziplinen wie Sport oder Popkultur lernen kann.

Dass Krefeld im Bereich "Stadtmarketing" inzwischen der ersten Liga spielt, wurde auch durch eine Personalentscheidung deutlich: Der städtische Fachbereichsleiter Uli Cloos ist neu in den Bundesvorstand des Vereins aufgerückt. "Ein Mann, der sich auf beeindruckende Weise mit Krefeld identifiziert und und sich für diese Stadt engagiert", sagt bdsd-Bundesvorstandsvorsitzende Bernadette Spinnen.

Für Organisation und Begleitprogramm der Tagung zeichnet dann auch der Fachbereich Stadtentwicklung und Marketing verantwortlich. Im Angebot stehen Fachführungen zu Themen der Stadtentwicklung: Kreativwirtschaft in der Alten Samtweberei, der Mies van der Rohe Business-Park, Innenstadt im Wandel, Quartiersentwicklung durch Kreativwirtschaft und Stadtplanung.

"Wir freuen uns sehr, diese hochkarätig besetzte Fachtagung im Jubiläumsjahr auszurichten und den Marketingverantwortlichen im Rahmen des Erfahrungsaustauschs kreative Konzepte aus Krefeld vorstellen zu dürfen", erklärt Cloos. "Für uns ist es zudem die große Chance, 200 Multiplikatoren deutschlandweit mit Krefeld zu infizieren." Hier ist die Vorarbeit der Rathaustruppe allerdings noch ausbaufähig. Auch Bernadette Spinnen war der markant unangenehme Harngeruch am und vor allem im Eingangsbereich des Tagungsortes Seidenweberhauses nicht verborgen geblieben. "Solche Stellen gibt es in fast allen Großstädten", sagte sie. Auch in solchen Situationen müsse eine Stadt "ehrlich" sein. Parallel ist die Meinung der Bürger vor Ort für die Bundesvorstandsvorsitzende wichtig: Ein in Krefeld geborener Taxifahrer habe ihr erklärt, dass in der Stadt mit Blick auf Lebendigkeit und Urbanität "noch Platz nach oben" sei.

Auf der diesjährigen Deutschen Stadtmarketingbörse fokussieren zahlreiche Vorträge renommierter Referenten und ein Marktplatz der Möglichkeiten auf die Zukunftsfragen des Stadtmarketings im Spannungsfeld der städtischen Kommunikation. Eine spannende Frage: Lässt sich Fankultur - wie bei einem Fußballverein - auf eine Stadt übertragen? Spinnen: "Hierbei ist zu überlegen, ob der Bürger ,Fan' der Stadt sein muss oder nicht auch die Stadt ,Fan' des Bürgers sein könnte."

Tipps und Anregungen holten sich die kommunalen Stadtwerber gestern von Experten im Bereich Fußball: Carsten Cramer, bei Borussia Dortmund unter anderem für die Bereiche Marketing und Internationalisierung verantwortlich, gab in einem Vortrag Hinweise, wie man "Fans mitnehmen" kann.

Quelle: RP
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