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Serie Krefeld Und Seine Stadtteile
Die "versteckte" byzantinische Kapelle in Traar ist wieder sichtbar

Serie Krefeld Und Seine Stadtteile: Die "versteckte" byzantinische Kapelle in Traar ist wieder sichtbar
Die byzantinische Kapelle "Maria Schutz" wurde 1957/58 nach Plänen des Krefelder Architekten Theo Spieß als Kuppelkirche errichtet. FOTO: lez
Krefeld. Lange lag das Gotteshaus "Maria Schutz" für Passanten unsichtbar hinter dem gleichnamigen Seniorenheim im Traarer Westen. Umbauten haben die Sicht auf die Kapelle wieder frei gemacht.. Von Jochen Lenzen

Eines der markantesten Gebäude in Traar ist die für die ukrainisch griechisch-katholische Kirche errichtete byzantinische Kapelle "Maria Schutz". Sie lieg hinter dem Alten- und Pflegeheim gleichen Namens an der Maria-Sohmann-Straße. Von dieser Straße aus ist das nach den Plänen des Krefelder Architekten Theo Spieß errichtete und 1958 geweihte Gotteshaus erst seit kurzer Zeit auch für Passanten sichtbar, nachdem ein alter Trakt des von der Caritas geführten Heims abgerissen, die Zufahrt neu gestaltet und die Sichtachse durch die Anlage einer vorgelagerten Parkplatzfläche wiederhergestellt wurde.

Beim Eintritt in die byzantinische Kapelle fallen der große Leuchter unter der zentralen Kuppel und die Bilderwand (Ikonostase) ins Auge, die den Altar vom Mittelschiff trennt. Die Wand beinhaltet die Königstür mit der Darstellung Mariae Verkündigung für den Priester und zwei Türen für den oder die Diakone.

FOTO: RP Krefeld

Alle Türen sind außerhalb der Liturgiefeiern geschlossen. Die Ikonen zeigen Christus, die Gottesmutter mit Jesuskind, die Erzengel Gabriel und Michael sowie die Heiligen Paulus, Nikolaus und Theodor von Studion sowie Petrus, Basilius und Chrysostomus. Die Haus-Ikone zeigt die Gottesmutter Maria, die ihren Schleier als Schutztuch über die Gläubigen ausbreitet. Diese Ikone gab der Kapelle "Maria Schutz" ihren Namen.

Die Kirche war für die Ukrainer errichtet worden, die während des Zweiten Weltkriegs nach Deutschland kamen und im Ruhrgebiet und in Belgien als Bergleute arbeiteten. Die Kapelle gehört dem Bistum Aachen mit ihrer ukrainisch griechisch-katholischen Gemeinde, deren Gläubige aus Krefeld und Umgebung dort ihre Liturgie feiern.

Vor Jahren hatte der damalige Bischof Heinrich Mussinghoff einer zweiten ukrainischen Gemeinschaft die Erlaubnis erteilt, dort ihre Liturgie zu feiern: Die ukrainisch autokephale (das heißt, von Rom und Moskau unabhängige) orthodoxe Gemeinde kommt dort ebenfalls regelmäßig zusammen. Die Hauptunterschiede zwischen den Glaubensgemeinschaften liegen in der Anerkennung des Papstes durch die griechisch-katholische Gemeinde und im Ritus. Die Priester beider Gemeinden dürfen heiraten.

Quelle: RP
 
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