| 10.42 Uhr

Entgleister Güterzug in Krefeld
Die Weiche an den Gleisen war ungesichert

Entgleister Güterzug in Krefeld: Die Weiche an den Gleisen war ungesichert
FOTO: Lothar Strücken
Krefeld. Nach der Bergung der entgleisten Güterlokomotive in Krefeld stellt sich nun heraus, dass die Weiche nicht zum ersten Mal verstellt wurde. Offenbar sind nicht alle Weichen ausreichend vor den Zugriffen Unbefugter geschützt. Das ist ein Problem.  Von Norbert Stirken

80.000 Kilogramm wiegt die Güterlokomotive der Krefelder Hafen GmbH & Co KG, die am Montag in Lindental entgleist ist. Mit Hilfe eines schweren Krans konnte die Lok wieder zurück auf die Schienen gesetzt werden. Die Waggons waren zuvor abgekoppelt und vom Bahnübergang mit einer Ersatzlok weggezogen worden. Gegen 19.30 Uhr waren die Arbeiten in Lindental an auf den Gleisen an der Forstwaldstraße zwischen der Gripswald- und der Randstraße abgeschlossen.

"Unbekannte haben an der Weiche herumgespielt, nicht zum ersten Mal", betonte Klaus Lenz, Leiter des Eisenbahnverkehrsunternehmens (EVU) des Hafens, am Dienstag auf Anfrage unserer Redaktion noch einmal. Offenbar war sie dadurch nicht richtig eingerastet. Nicht alle Weichen sind vor dem Zugriff Unbefugter geschützt. Es gebe verschlossene und nicht verschlossene Weichen, berichtete Lenz, der darauf hinweist, dass das Betreten der Bahnanlagen und der Gleise generell verboten sei.

Es sei unmöglich, den gesamten Streckenverlauf mit Zäunen abzusichern, sagte er. Beim Verstellen einer Weiche handelt es sich um einen gefährlichen Eingriff in den Schienenverkehr, der mit bis zu zehn Jahren Gefängnis bestraft werden kann. Die Hafenbahn werde auf jeden Fall Anzeige erstatten und, sollte der Täter ermittelt werden, Schadensersatz für die Bergungskosten einfordern. Die Havarie erfolgte auf der so genannten Schlufftrasse der Stadtwerke Krefeld.

Die Betriebsführung dafür habe der Hafen übernommen, so Lenz. Die Bergung der Lok sei reibungslos verlaufen. Zunächst sei sie mit Hilfe des Krans wieder aufs Gleis gestellt worden. Dann habe man sie vermessen und geprüft, ob sie fahrtüchtig sei. Nachdem diese Frage bejaht wurde, sei sie aus eigener Kraft auf ein Nachbargleis gefahren, damit eine Ersatzlokomotive mit den Waggons zum Kunde habe fahren können. Die EVU bedient Firmen im Umkreis von 250 Kilometern. Anschließend sei die entgleiste Lok im vorsichtigen Schritttempo zurück aufs Betriebsgelände in die Werkstatt gefahren. Bis weit in die Nacht gegen zwei Uhr hätten die Mechaniker zu tun gehabt, berichtete Lenz.

Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Entgleister Güterzug in Krefeld: Die Weiche an den Gleisen war ungesichert


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.