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Krefeld
Die Zahl der arbeitslosen Flüchtlinge steigt rasant

Krefeld. Betroffene kommen aus Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und besonders Syrien. Von Norbert Stirken

Die Arbeitslosenquote in der Stadt Krefeld hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert: 10,9 Prozent der Einwohner im erwerbsfähigen Alter sind arbeitslos gemeldet. Trotz gleicher Quote laufen zwei Kurven entgegengesetzt. Während die Zahl der Hartz-IV-Bezieher unter den arbeitslos gemeldeten Krefeldern von 9639 auf 9488 gesunken ist, stieg die Zahl der Arbeitslosengeldbezieher von 3091 auf 3320 an.

Vor allem die Gruppe der arbeitslosen Ausländer stieg sowohl im Vergleich zum Vormonat (plus 2,9 Prozent) als auch im Vergleich zum Vorjahr (plus 1006, plus 20,1 Prozent) im gesamten Agenturbezirk (Stadt Krefeld und Kreis Viersen) an. Dort verzeichnen die acht Asylzugangsländer mit hoher Bleiberechtswahrscheinlichkeit (Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und besonders Syrien) mit einem Zuwachs um 1076 auf jetzt 1456 Personen den größten Zuwachs.

"Bei der Gruppe der geflüchteten Menschen ist eine Integration in den Arbeitsmarkt in den meisten Fällen erst nach einer Qualifizierungsphase zu erwarten. Das fängt beim Spracherwerb an, endet bei gezielten beruflichen Qualifikationsmaßnahmen und nimmt natürlich Zeit in Anspruch", erklärte Dirk Strangfeld, Leiter der Agentur für Arbeit Krefeld, gestern bei der Vorstellung der neuen Statistik.

"Der Arbeitsmarkt zeigt noch nicht die saisonübliche Entspannung, da die Ferien gerade erst endeten. Im September ist nach dem Ende der Sommerpause tendenziell mit einer Reduzierung der Arbeitslosigkeit zu rechnen." Die Kräfte-Nachfrage bewegt sich weiterhin auf einem hohen Niveau. Im vergangenen Monat wurden 1180 neue sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet, Zwölf Prozent mehr als im August 2015. Der Bestand an gemeldeten sozialversicherungspflichtigen Stellen beträgt 4321 Stellen. Vor allem in den Wirtschaftsbereichen Handel, Gesundheitsberufen, Gast- und verarbeitendem Gewerbe ist weiterhin ein hoher Stellenbestand zu verzeichnen.

"Der 1. August und der 1. September sind klassische Starttermine für betriebliche Ausbildungen, dennoch ist es weder für Jugendliche noch für Arbeitgeber zu spät, den passenden Ausbildungsplatz oder den richtigen Azubi zu finden," erläutert Strangfeld zum Einstieg in das Thema Ausbildungsmarkt. Viele freie Stellen gibt es derzeit noch im Lebensmittelhandwerk (vor allem Bäckerei) im Verkauf, im Friseurhandwerk, in der Gastronomie und bei medizinischen und zahnmedizinischen Fachangestellten. Einzelne freie Stellen gibt es in nahezu 70 verschiedenen Ausbildungsberufen.

Quelle: RP
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