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Krefeld
Diebe schlugen 96 Mal in Krankenhäusern zu

Krefeld: Diebe schlugen 96 Mal in Krankenhäusern zu
In den Krefelder Krankenhäusern gehen jeden Tag viele Besucher ein und aus. Diebe machen sich das zunutze, um in dem Treiben Patienten und Mitarbeiter der Kliniken zu bestehlen. FOTO: Thomas lammertz
Krefeld. 96 Diebstähle in Krefelder Kliniken sind 2014 aktenkundig geworden. Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen. Die Träger gehen mit dem Problem offen um und haben sich einiges zur Vorbeugung einfallen lassen. Von Norbert Stirken

Patienten und Besucher des Krankenhauses Maria Hilf hörten innerhalb einer Woche gleich dreimal eine Warndurchsage vor Dieben im Haus über die Lautsprecheranlage: zweimal nachmittags und einmal am frühen Abend. Mit der Nachtruhe war es damit für ängstliche, vor allem ältere Bettlägerige vorbei. Sie hielten Bares und ihren Schmuck ganz besonders im Auge.

Im vergangenen Jahr sind 96 Diebstähle in Krefelder Krankenhäusern aktenkundig geworden, berichtete Polizeisprecher Acor Kniely auf Anfrage unserer Redaktion. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen. Mindestens jeden zweiten, wenn nicht jeden Tag dürfte aus den Patientenzimmern oder den Fluren etwas verschwinden.

Im konkreten Fall war es ein Essenwagen, der "geplündert wurde", berichtete Michael Wilke, Regionalgeschäftsführer des Alexianer-Orden in Krefeld als Krankenhausträger. Sein Haus gehe mit der Problematik offen um. Der Eingang sei videoüberwacht, nachts drehe ein Wachdienst seine Runden durch die großen, parkähnlichen Außenanlagen, das Bettenhaus und spezielle Bereiche.

Die Maschen der Trickbetrüger FOTO: dpa, frg fpt

Darüber hinaus legten die Mitarbeiter den Patienten nahe, auf Wertsachen wie Schmuck und größere Summen Bargeld während ihres Aufenthalts im Krankenhaus zu verzichten. Gleichwohl stünden ihm manchmal die Haare zu Berge, wenn er mitbekomme, dass die Kranken die wohlgemeinten und -begründeten Tipps ignorierten. Dass vor allem die alten Damen den Doktoren und Professoren imponieren möchten, komme vor, sei aber nach seinem Eindruck die absolute Ausnahme, erklärte Wilke. Er interpretiere den Wunsch der Patienten eher dahingehend, dass sie mit ihrem Schmuck auch ein Stück Zuhause mit ins Krankenzimmer nähmen. Er sei eine Erinnerung an liebe Menschen und die eigenen vier Wände. Für solche Fälle biete der Alexianer-Orden in seinen Häusern Wertfächer an, in denen der Inhalt auch versichert sei.

Das Helios-Klinikum ist von der Problematik natürlich auch betroffen. Vor einem stationären Aufenthalt und im Rahmen der pflegerischen Aufnahme weisen die Mitarbeiter auch dort die Patienten darauf hin, dass Schmuck und andere Wertsachen zu Hause am besten aufgehoben sind. Um Diebstählen vorzubeugen, raten sie den stationären Patienten, Wertsachen einzuschließen. In jedem Patientenzimmer gebe es die Möglichkeit dazu, informierte Marian Dorsch, Sprecherin des Klinikums.

Im Falle einer ambulanten Behandlung stünden abschließbare Kabinen zur Verfügung, um persönliche Gegenstände und Wertsachen sicher zu verwahren. Für Notfallpatienten sei gewährleistet, dass mit sich getragene Wertsachen an der Kasse zur Aufbewahrung hinterlegt werden könnten. Fremde Personen auf den Stationen, die keinem Patienten zugeordnet werden könnten, würden von den Mitarbeitern grundsätzlich angesprochen. Der am Helios Klinikum Krefeld tätige Sicherheitsdienst könne, so Marian Dorsch, jederzeit über die durchgängig besetzte Pforte beziehungsweise Information zur Unterstützung angefordert werden.

Hinweisschilder am Eingang des Maria Hilf Krankenhauses weisen darauf hin, dass das Portal während der Nacht videoüberwacht ist. FOTO: T.L.

Vorbeugung und rechtzeitiges Warnen ist im Interesse von Patienten und Klinik gleichermaßen sehr wichtig. Wie Polizeisprecher Kniely berichtet, sei die Aufklärungsquote bei Diebstählen aus Krankenhäusern nämlich gering.

Quelle: RP
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