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Krefeld
Dießemer Bruch - Abgerissene Brücken könnten Promenadenpläne behindern

Krefeld: Dießemer Bruch - Abgerissene Brücken könnten Promenadenpläne behindern
Blick aus der Autofahrerperspektive: Der Dießemer Bruch präsentiert sich nun ohne die drei Brücken, die abgerissen sind, wesentlich heller. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Die drei abgerissenen Brücken lagen exakt dort, wo auch die "Krefelder Promenade" verlaufen soll. Laut Deutscher Bahn waren die Brücken entbehrlich und wiesen "erhebliche Mängel" auf. Muss die Stadt nun in einen Brückenbau investieren? Von Sebastian Peters und Joachim Lenzen

Die drei von der Deutschen Bahn überraschend abgerissenen Brücken im Bereich Dießemer Bruch (RP berichtete exklusiv) könnten die Planungen für die Krefelder Promenade beeinflussen. Wie ein Stadtsprecher gestern auf Anfrage bestätigte, ist die Promenade dort geplant, wo die Brücken verliefen.

Die demontierten Brückenteile befinden sich noch oben seitlich des Dießemer Bruchs. FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)

Hintergrund: Die Krefelder Promenade soll eine Fahrrad- und Fußgängermeile von Forstwald im Westen bis Uerdingen im Osten werden und in weiten Teilen auf einer Hochbahntrasse mitten durch die Stadt verlaufen. Einige Brückenbauten wären dafür nötig, teilte Planungsdezernent Martin Linne zuletzt im Ausschuss mit. Welche Brücken konkret neu gebaut werden müssen, ob die Stadt mit einer der abgerissenen Brücken am Dießemer Bruch plante, will die Verwaltung heute mitteilen. Zwar war das Straßenverkehrsamt von der Deutschen Bahn im Vorfeld des Abrisses angeschrieben worden - die Bahn bat um eine Genehmigung, den Straßenraum am Sonntag zwecks Abrisses dreier Brücken sperren zu dürfen; diese Genehmigung erhielt die Bahn auch. Das Tiefbauamt allerdings erhielt erst durch eine Kopie der Anfrage an das Straßenverkehrsamt Kenntnis vom Abriss. Ob ein Abrissantrag beim Bauordnungsamt gestellt wurde, ist nicht bekannt. Die Deutsche Bahn will sich dazu heute äußern.

Der Dießemer Bruch jedenfalls hat nun sein Gesicht verändert: Die Enge und Dunkelheit ist verschwunden, die Straße präsentiert sich freundlicher. Der Abriss war notwendig, wie ein Bahnsprecher mitteilte. Er teilte mit, dass von den fünf Brücken, die zwischen der Oppumer- und der Neuen Ritterstraße den Dießemer Bruch querten und in Krefeld auch als "die fünf Tunnels" bekannt waren, die drei nun abgerissenen "erhebliche Mängel" aufwiesen. 110 Jahre sind die Brücken alt: Sie waren Teil der Eisenbahnverbindung von Krefeld nach Düsseldorf. Die Gleise seien schon seit einigen Jahren nicht mehr genutzt worden und eisenbahnbetrieblich entbehrlich, erklärte der Bahnsprecher. "Aus Gründen der sicheren Abwicklung des unten liegenden Personen- und Straßenverkehrs" sei es geboten gewesen, sie nach Abstimmung mit der Stadt Krefeld ersatzlos abzubauen. Die beiden übrigen Brücken bleiben, wie berichtet, erhalten.

Blick von oben - hinten die Nordwestbahn. FOTO: T. L.

Wer dem Verlauf der Gleise aus der Luftperspektive im Internet folgt, der erkennt, dass die Gleise der abgerissenen Brücke irgendwann vom normalen Gleisverlauf nach Duisburg abweichen. Weitere Brücken etwa in Oppum im Bereich der Gaststätte "Yellow" haben deshalb offenbar keine Funktion mehr.

Quelle: RP
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