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Krefeld
Digitale Technik nutzen: Neue Museumsleiterin stellt Pläne vor

Krefeld: Digitale Technik nutzen: Neue Museumsleiterin stellt Pläne vor
Jennifer Morscheiser-Niebergall, designierte neue Leiterin des Museums Burg Linn, gestern in Krefeld. FOTO: T.L.
Krefeld. "Lebenswelten veranschaulichen" - unter diesem Motto will die neue Leiterin der Museen Burg Linn digitale Technik nutzen, um den Besuchern Geschichte nahezubringen. Eine Idee: Eine App, mit der man durchs Museum streifen kann. Von Jens Voss

Manchmal braucht es jemanden von außen, um noch einmal erzählt zu bekommen, wie bedeutend Dinge vor der eigenen Haustüre sind: Als Jennifer Morscheiser-Niebergall, designierte neue Leiterin des Museums Burg Linn, gestern von Oberbürgermeister Frank Meyer und Kulturdezernent Gregor Micus vorgestellt wurde, da bemerkte sie nebenbei, dass jeder Archäologiestudent im ersten Semester den Namen Gellep hört. "So ein Gräberfeld gibt es sonst nicht", sagte sie auch und betonte mehrfach den herausragenden Ruf, den das Museum in der Fachwelt genießt.

Insofern, das betonte sie auch mit Respekt vor der Arbeit des scheidenden Leiters Christoph Reichmann, übernimmt sie ein fachlich bestens bestelltes Haus. Zu den Dingen, die sie fortführen und weiterentwickeln will, gehört die Art der Präsentation: "Ich möchte gerne Lebenswelten veranschaulichen und Lebensgeschichten erzählen" - die Historie, die im Museum Burg Linn wissenschaftlich dokumentiert ist, soll den Besuchern viel anschaulicher vermittelt werden als bisher. Da steht die 37-jährige Archäologin für die nächste Generation: Sie möchte den Internetauftritt des Museums überarbeiten, eine App entwickeln, mit der Besucher per Smartphone das Museum erkunden können, Audio Guides einführen, Facebook und Youtube sowie digitale Möglichkeiten zur Veranschaulichung vergangener Zeiten nutzen. "Es gibt bereits gute Ansätze, aber da muss etwas passieren." Man könne heute mit relativ einfachen Mitteln virtuelle Darstellungen schaffen.

Ihr Lebenslauf zeigt, dass sie auf diesem Feld bereits Erfahrungen gesammelt hat: So hat sie den Internetauftritt des Deutschen Museums München überarbeitet.

Oberbürgermeister Meyer würdigte dann auch nicht nur die unzweifelhafte fachliche Qualifikation der künftigen Leiterin. Ihm sei es wichtig gewesen, jemanden zu finden, der klare Vorstellungen von der Zukunft des Hauses habe und in der Lage sei, Ehrenamtliche einzubinden. Auch das gehörte zu den beruflichen Stationen von Morscheiser-Niebergall.

Meyer hat dieses Anliegen, bürgerschaftliches Engagement zu würdigen, schon im Bewerbungsverfahren zum Ausdruck gebracht. In der Findungskommission saßen nicht nur die sonst üblichen Verwaltungsleute, sondern auch Kulturpolitiker aus dem Rat und Vertreter des Vereins Freunde der Museen Burg Linn. Die Entscheidung zugunsten von Morscheiser-Niebergall fiel einmütig und wird nun von allen wichtigen Akteuren getragen. Dezernent Micus betonte, dass die gesamte Bewerbungsphase einmal mehr das Renommee des Museums Burg Linn unterstrichen habe.

Geplant ist, dass Jennifer Morscheiser-Niebergall ihren Dienst in Krefeld am 1. August antreten wird. Bis Ende September wird auch Reichmann noch im Museum präsent sein - dann läuft sein Vertrag aus. Die zweimonatige Überschneidung dient der Einarbeitung und der reibungslosen Übergabe vom Burgherrn zur Burgherrin.

Morscheiser-Niebergall lebt mit ihrer Familie - sie ist Mutter einer Tochter - in Königswinter und möchte über kurz oder lang nach Krefeld ziehen. Zunächst ist das beherrschende Gefühl einfach und klar - Morscheiser-Niebergall: "Ich freue mich unheimlich auf die Arbeit hier."

Quelle: RP
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