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Krefeld
Doctores akzeptieren Jlabbacher Kandidaten

Krefeld: Doctores akzeptieren Jlabbacher Kandidaten
Mit Gitarrenspiel, Gesang und einer Reimrede stellte sich Mediothekleiter Helmut Schroers im "Dachsbau" erfolgreich den Doctores der Närrischen Fakultät der Karnevalsgesellschaft Uzvögel vor. FOTO: Lothar Strücken
Krefeld. Helmut Schroers überzeugt die Doctores humoris causa von seiner Eignung als Kandidat für die Aufnahme in ihre Reihen. Am 26. Januar kann er sich im Stadtwalhaus um Titel, Hut und Talar bewerben. Von Jochen Lenzen

Der Doktorhut in Rotviolett weist Wolfgang Berretz als Dekan der Närrischen Fakultät der KG Uzvögel aus, der die schwarz behüteten Doctores humoris causa vor der Vorstellung des neuen Kandidaten in der Gaststätte "Dachsbau" wissen lässt: "Diesmal haben wir uns der Literatur verschrieben." Einem der Doctores gelingt es, das allgemein ungläubige Staunen in Worte zu fassen: "Wie?? Wer liest denn hier?!" Der Dekan klärt auf: "Es handelt sich bei dem Kandidaten um den Leiter der Krefelder Mediothek, Helmut Schroers." - Aha!

Der Bibliothekswissenschaftler ergreift seine Gitarre und das Wort und erkühnt sich - ermutigt wohl durch das bereits vollzogene Maßnehmen für sein angestrebtes Ornat in Form von Doktorhut und Talar - , die Doctores mit ihrem Alter zu konfrontieren: "Hee diet et weh, on do-e dieht et weh; on alles, wat Schü-en is, dat dörfe mer nit mieh", singt er das Bläck-Föös-Lied in einer Mischung aus niederrheinischen Dialekten.

Getragen von - sagen wir - altersmildem Wohlwollen applaudieren die so Angesungenen und hofften zugunsten des Kandidaten, dass er noch etwas in petto habe, was möglicherweise sogar auf ihre Begeisterung stoßen würde. Und so beginnt Helmut Schroers - sogar unter Berücksichtigung der einzigen Doctoressa unter den Doctores seinen Lebenslauf in Reimform vorzutragen: "Meine hohen Herren, meine edele Dame,/ ich stelle mich vor, Helmut Schroers ist mein Name. Ich bitt' Euch, seid gnädig, ich lach auch schon mal,/komm ich doch auch aus dem rheinischen Tal", bevor er mit dem Geständnis "Doch lasst mich geschwind von vorne beginnen,/ erblickt hab ich die Welt in Mönchengladbachs Zinnen" ein einstimmig mitleidiges "Oh je, oh je" erntet.

Der Kandidat geht des Weiteren auf seine beruflichen Stationen und seine Hobbys als Musiker im Kölsch-Katholischen Ensemble und in seiner Rockband ein, bevor er neut auf seine Heimatstadt zu sprechen kommt: "Dröm könnter bestimmt och joot verstonn,/ dat ech total op Borussia stonn." Das ist zu viel für Dr. hum. Johannes Kockers: "Ach, du Schan-de!" ruft er - als eingetragenes Mitglied des 1. FC Köln jede einzelne Silbe betonend - mitten in den Vortrag aus.

Schroers' Begeisterung für besagten Verein kommt schließlich vor der Abstimmung für oder gegen die Akzeptanz des Kandidaten noch einmal zur Sprache. "Man kann ja aus Gladbach kommen und auch da wohnen. Aber wenn man das sagt, kann man doch kein Lied aus Kölle singen!" moniert der FC-Fan. Den kann Helmut Schroers dann zu guter Letzt doch noch besänftigen, indem er das Kölner Vereinslied "Ruut on Wieß, wie lieb ich dich" anstimmt.

Da hebt auch der zuvor aufgebrachte Dr. hum. seine Hand, als der Dekan um Abstimmung über die Kandidatur bittet, die also einstimmig ausfällt - zumal der Kandidat noch eine Runde Bier ausgibt. Und so wird er sich am 26. Januar im Stadtwaldhaus unter dem Motto "Helmut Schroers - ein Buch mit sieben Siegeln" um Doctorenwürde, Hut und Taler bewerben können.

Quelle: RP
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