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Krefeld
Paddel voraus für die "Anstaltsdrachen"

Drachenboot-Rennen in Duisburg 2016 mit rund 30 Teams
Im 20-Mann-Boot der "Anstaltsdrachen" sitzen vor allem Frauen. Auf der Duisburger Sechs-Seen-Platte trainieren die Mitarbeiter des Krefelder Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes Rhein-Ruhr-Wupper für das große Drachenbootrennen am kommenden Sonntag. Im vergangenen Jahr belegte das Team einen guten achten Platz. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Am Sonntag startet das große Rennen. Die zwei Boote der Krefelder "Anstaltsdrachen" des Chemischen- und Veterinäruntersuchungsamtes Rhein-Ruhr-Wupper trainieren schon fleißig für die Drachenboot-Fun-Regatta in Duisburg. Von Bärbel Kleinelsen

Wenn es mit der Demokratie plötzlich vorbei ist, 20 Personen in einem Boot sitzen und ein Trommler den Takt vorgibt, befindet man sich nicht etwa auf einer römischen Galeere, sondern in einem chinesischen Drachenboot. Dafür muss man keine lange Reise machen, sondern lediglich in Krefelds Nachbarstadt fahren. Im Duisburger Innenhafen werden sich am Sonntag, 12. Juni, wieder gut 30 Teams im Synchron-Paddeln messen. Mit dabei sind auch zwei Boote der Krefelder "Anstaltsdrachen".

"Wir arbeiten in einer Anstalt und machen bei einem Drachenbootrennen mit. So sind wir auf unseren Namen gekommen", erklärt Frauke Dennig-Schmitz, Geschäftsbereichsleiterin beim Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Rhein-Ruhr-Wupper, das seinen Sitz am Deutschen Ring hat. Im vergangenen Jahr paddelte sie im 20er-Boot mit und holte mit ihrem Team für die Anstalt den siebten Platz. "Dass wir ins Finale kommen, hätten wir vorher nicht gedacht. Aber man entwickelt schon einen gewissen Ehrgeiz, auch wenn der Spaß klar im Vordergrund steht."

In diesem Jahr wird Frauke Dennig-Schmitz ihre Kollegen vom Ufer aus anfeuern. Dank der guten Erfahrungen im vergangenen Jahr sind diesmal gleich zwei Boote der "Anstaltsdrachen" am Start - das 20er-Boot bekommt Verstärkung von einem Zehner.

"Für das Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Mitarbeitern ist dieses Rennen richtig gut. Schon das Training macht Spaß, und es wird viel gelacht", sagt Martha Stappen, ebenfalls Leiterin eines Geschäftsbereiches. Sie sitzt im 20er-Boot und übt sich gerade im Synchron-Paddeln. Trainer Michael Czech von der Wanheimer Kanugilde weiß, worauf es ankommt. "Im Boot herrscht Diktatur. Alle hören auf das Kommando des Steuermanns. Nur dann klappen die synchronen Bewegungen. Und die sind nun mal das Wichtigste." Die "Anstaltsdrachen" nicken. Verstanden haben sie das Prinzip schon, nur mit der Umsetzung hapert es noch.

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"Paddel voraus", lautet das Kommando, und die Crew-Mitglieder gehen in die Grundstellung. "Wasserhand" unten, "Knaufhand" auf den Plastikknauf des Paddels. Soweit ist alles klar. Nun Arm strecken, das Knie des Vordermanns anvisieren, das Paddel senkrecht ins Wasser führen, den Knauf auf Schulterhöhe belassen und bei "Und ab" bis zur Mitte des Oberschenkels durchziehen. Wasser spritzt, das Boot schlingert. "Und Paddel bei", ruft der Trainer, was soviel wie "Stopp" heißt.

"Reihe Drei öffnet noch mal die Festplatte und denkt an das, was ich gesagt habe", lautet der Kommentar von Profi Czech, der bereits seit zwölf Jahren Anfänger trainiert. Die Drachen nehmen die Kritik mit Humor. "Es ist einfach lustig. Jeder im Boot wird zwar nass, aber trotzdem haben alle an dem Training viel Spaß", sagt Mitarbeiterin Iris Brüggen, die zum ersten Mal mit im Boot sitzt. "Die Stimmung untereinander ist prima", bestätigt Kollege René Bonnacker, und Mischa Samaha erklärt: "Nass werden wir zwar alle, aber je weniger nass, umso besser. Dann stimmt der Rhythmus."

Für den richtigen Rhythmus im Boot sorgt Trommler Eric. Der 14-jährige Sohn von Iris Brüggen ist als begeisterter Schlagzeuger genau der richtige Mann für diesen Job. Nur eins macht dem Schüler Sorgen: "Hoffentlich falle ich nicht ins Wasser, wenn die alle Gas geben."

Die "Anstaltsdrachen" wissen: Mit Synchronität hat es das 20er-Boot des vergangenen Jahres bis ins Finale geschafft. Ein Pokal, der in der Vitrine im Eingangsbereich des Instituts steht, ist strahlender Beweis für den Erfolg. Platz sieben gilt es nun zu schlagen. Und wieder müssen die Hobby-Sportler gegen über 30 Teams aus der Region antreten.

"Die Teilnahme an einem solchen Event bringt uns aber auch beruflich weiter. Durch das gemeinsame Training lernen wir uns untereinander viel besser kennen. So ein Erlebnis schweißt zusammen. Das merkt man dann auch im Arbeitsalltag", wissen Martha Stappen und Frauke Dennig-Schmitz. Außerdem fördert Sport die Gesundheit. Auch das ein positiver Nebeneffekt des Drachenbootrennens.

Auf der Sechs-Seen-Platte in Duisburg ist das Training für diesen Tag beendet. Die "Anstaltsdrachen" haben Zeit, durch zu schnaufen und ihre vom Paddeln müden Arme auszuruhen. Trainer Czech ist mit den Leistungen des Teams "schon ganz zufrieden" und sieht in glückliche Gesichter. Das erste Ziel ist damit erreicht: Alles im Lot aufm Boot. Fehlt nur noch ein Pokal. Und den holen sich die Drachen an diesem Sonntag. Ganz bestimmt.

Quelle: RP
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