| 19.25 Uhr

Krefeld
Drachenkampf in der rollenden Burg

So war das Seifenkistenrennen 2016 in Krefeld
So war das Seifenkistenrennen 2016 in Krefeld FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Abenteuerliche Gefährte waren am Wochenende auf dem Hülser Berg anzutreffen. Beim 16. Seifenkistenrennen düsten bei strahlendem Sonnenschein knapp 60 Starter in Konstruktionen von A wie Arche Noah bis Z wie Zelt den Berg hinab. Von Bianca Treffer

"Einmal reinhüpfen und bremsen", gibt Michael Engels vor. Sekunden später sitzt Simon Hartings unter dem Zeltaufbau in der Seifenkiste der Katholischen Pfarrjugend Hüls und tritt die Bremse, während der Kfz-Meister mit aller Kraft versucht, das Gefährt vorwärts zu schieben. Die Bremsen haben den Test bestanden. Danach geht es an die Lenkung. Es gibt einen kräftigen Schubs von Engels und die Order, mal rechts und dann links zu lenken. "Eine ungewöhnliche Konstruktion ist es schon", meint er und klebt die Plakette, die die Abnahme der Seifenkiste bestätigt, auf die Startnummer. Das Zelt, das den Namen MS Irrel trägt, darf beim Seifenkistenrennen auf dem Hülser Berg starten.

"Wir haben mit dem Bau der Seifenkiste im Sommerzeltlager in Irrel angefangen. Daher der Name und weil es ein Zeltlager war, haben wir halt ein solches gebaut", verrät Jo Degemann auf dem Weg zur Startrampe. Dort stehen schon die abenteuerlichsten Seifenkistenbauten in einer langen Schlange. Die Arche Noah geht mit Weltkugel und Segel samt Werbung für Toleranz ins Rennen, eine Art knallbunte Ritschka ist zu sehen, die Hülser Pfadfinder sind als Raubritter unterwegs, eine 2,50 Meter lange efeuumrankte Burg wartet auf ihren Einsatz und das Jugendrotkreuz fährt im Rettungswagen. Auch bei Engels hat sich mittlerweile eine Schlange gebildet. Schließlich ist er der Mann, an dem keine Seifenkiste vorbeikommt und alle müssen durch die Kontrolle. "Es gab heute Morgen schon etliche Nachbesserungen", berichtet der Kfz-Meister.

So müssen auch die vier jungen Fahrer vom CVJM noch mal ran. Die Batterie für die Lichtanlage muss abgedeckt und befestigt werden. Das Kinder- und Jugendzentrum Canapee hat ein anderes Problem. Das Lenkungsseil in Form einer Wäscheleine ist nicht durch den "TÜV" gekommen. Da nützt es auch nichts, dass es sich um eine Polizei-Seifenkiste handelt. "Ein Stahlseil haben wir aufgetrieben, jetzt müssen wir es irgendwie befestigen", sagt Canapee-Leiterin Friederike Lingemann. Da man bei der Veranstaltung wie eine große Familie ist, hilft jeder jedem. Gregor Waldor von der Kinderuni Zweistein hat entsprechendes Material. "Wir starten selber mit fünf Kisten und sind daher entsprechend ausgerüstet", informiert der Dozent. Über dem gesamten Startbereich, hoch oben am Hülser Berg, liegt eine erwartungsvolle Spannung in der Luft. Die Stimmung ist bestens und ein jeder, ob Fahrer oder Besucher, freut sich auf die kommenden Rennen. "Ein bisschen aufgeregt bin ich schon", meint der 14-jährige Finn. In der Lautsprecheranlage knistert es. "Herzlich willkommen zum 16. Seifenkistenrennen am Hülser Berg. Wir bitten alle Fahrer zwecks Besprechung zum Start", ist die Stimme von Moderator Christoph Etzbach zu hören. Knapp 60 Fahrer unterschiedlichsten Alters gehen mit Etzbach die 500 Meter lange Strecke mit der Kurve, dem berühmten "Sparkassen-S", ab. Tipps wie Geschwindigkeit anpassen, Ideallinie finden und nach Möglichkeit nicht in die Strohballenreihen, die zum Schutz aufgebaut sind, fahren, machen die Runde. Dann ist es soweit. Die erste Seifenkiste wird die sieben Meter lange und 2,50 Meter hohe Startrampe hinaufgeschoben. Die Absperrung, die ein Herunterrollen verhindert, geht nach oben. Ein Kontrollgriff an den Helm, ob alles sitzt und ein Nicken erfolgt.

Mit einem Krachen schlägt die Klappe herunter und die Seifenkiste schießt los. Kaum den Starbogen durchquert startet die Zeitmessung. Doch es ist nicht die Zeit, die ausschlaggebend ist. Vielmehr ist es der Spaß, denn alle bei dem Event für die ganze Familie haben. Und dazu gehören auch die Fahrten der Jux-Seifenkisten, wobei die rollende Burg mit Drachen, Ritter und Burgfräulein für bewundernde Blicke sorgt. Insbesondere, da es auch noch einen Kampf mit dem Drachen gibt.

Quelle: RP
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