| 00.00 Uhr

Krefeld
Ein Autodidakt für Oppum

Krefeld: Ein Autodidakt für Oppum
Chemielaborant, Medizinstudent, Unternehmer, Weltbürger, Bürgervereinsvorsitzender: Frank Wübbeling ist ein Mann man vielen Talenten. FOTO: Lammertz
Krefeld. Frank Wübbeling ist neuer Vorsitzender des Bürgervereins Oppum. Ein Mann mit überraschendem Lebenslauf, dem es an Ideen niemals mangelt. Und der jetzt alle Oppumer Bürger zu Ideengebern für den Stadtteil machen will. Von Carola Puvogel

Der Lebenslauf von Frank Wübbeling wäre wohl nur mit großer Mühe oder sehr kleiner Schrift auf einer A4-Seite unterzubringen. Jetzt kommt für den 48-Jährigen ein weiteres Kapitel hinzu: Seit einigen Tagen ist Wübbeling, wie berichtet, der neue Vorsitzende des Bürgervereins Oppum. "Ich bin Autodidakt", sagt Wübbeling von sich selbst - und wenn er dann die Stationen seines Lebens aufzählt, dann wird klar, warum diese Einschätzung wohl zutrifft.

In Oppum geboren, an der Werkstättenstraße aufgewachsen, macht Wübbeling die Mittlere Reife an der Realschule Oppum und dann eine Ausbildung zum Chemielaboranten. Sein Abitur holt er am Abendgymnasium nach und beginnt dann, weg von der Heimat, ein Medizinstudium in Gießen. Nach dem ersten Staatsexamen will er nach Düsseldorf wechseln, muss aber Wartezeit in Kauf nehmen. "Damals ging das gerade mit den Handys los, und weil ich Zeit hatte, habe ich angefangen, vom Wohnzimmer aus Mobiltelefone zu verkaufen." Ein lukratives Geschäft in einer Zeit, als Ärzte Probleme hatten, vernünftig bezahlte Stellen zu finden, erzählt er. "Der Handy-Erfolg hat mich überrollt." Wübbeling entscheidet sich, die Arzt-Laufbahn dran zu geben und macht stattdessen in dieser "Sturm-und-Drang-Phase der Technik", wie er es erinnert, einen Laden an der Oppumer Thielenstraße auf. "Meine Idee war, dass ich im Laden so viel Leerlauf haben würde, dass ich parallel an der Fernuni Hagen BWL studieren kann", erzählt er und lacht. Auch daraus wird nichts, denn der junge Laden in der IT-Branche ist zu erfolgreich, die Zeit des Jungunternehmers zu knapp. Jahre später gründet er obendrein noch ein Bauunternehmen, spielt zusätzlich mit der Idee, ein Wohnprojekt in Thailand, der Heimat seiner Frau, umzusetzen. "Ich bin ein guter Kaufmann und technisch sehr interessiert", sagt er von sich selbst. Und: "Wer keine Ideen hat, ist verloren."

Wie er neben seinen vielen verschiedenen Projekten noch Zeit für den Bürgerverein finden will? "Teamarbeit", sagt Wübbeling. Das habe ihm, der seit einem Jahr im Vorstand dabei ist, gut gefallen, dass unter der Führung seines Vorgängers, Thilo Forkel, über Parteigrenzen hinweg vertrauensvoll zusammengearbeitet worden sei. Die "Roggekamp-Posse" um Ex-Vorstandsmitglied Hansjürgen Tacken sei eine absolut unglückliche Ausnahme gewesen, über die er, Wübbeling, immer noch nur den Kopf schütteln kann. Er, der Self-Made-Mann, blickt jetzt nach vorne. Wünscht sich Zusammenhalt der Oppumer. "Es geht um Gemeinschaft. Alle sind sehr engagiert, und ich habe mir zum Ziel gesetzt, noch mehr Oppumer ins Boot zu holen." Dabei denkt er auch an Nachbarschaften wie die Donks, Trift, Crön oder die Heinrich-Klausmann Siedlung. Oppum soll näher zusammenrücken. "Es ist sicherlich von Vorteil, dass ich unendlich viele Oppumer kenne", sagt Wübbeling, der im Schützenverein, im Karneval-Zug-Verein und bei der DJK engagiert ist. Er wünscht sich, dass Oppumer sich als Ideengeber für den Stadtteil einbringen, dass Vereine zusammenarbeiten. Eine Idee, an der alle Oppumer Freude haben sollen, ist bereits auf den Weg gebracht: Die Schicksbaumer Künstlerin Anna Gebert wird für den Bürgerverein ein Plakat mit vielen Wahrzeichen Oppums gestalten. Etwa zur Weihnachtszeit soll der Entwurf dann nicht nur als Poster, sondern auch als Postkarte erhältlich sein.

Viel Freizeit gönnt sich der Vielbeschäftigte nicht. Freundschaften zu pflegen sei ihm wichtig, sagt Wübbeling. Als Hobby nennt er Modelleisenbahnen sammeln. "Aber die kaufe ich im Moment nur und lege sie für später an die Seite. Für dann, wenn ich mehr Zeit habe."

Kontakt zum neuen Oppumer Bürgervereinsvorsitzenden Frank Wübbeling über die Homepage des Bürgervereins www.buergerverein-oppum.de.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Krefeld: Ein Autodidakt für Oppum


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.