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Krefeld
Ein Fest fürs Cello am Stadtwaldweiher

Krefeld: Ein Fest fürs Cello am Stadtwaldweiher
"Auf geht's" hieß es um Punkt 12 Uhr in der Konzertmuschel am Stadtwaldweiher für das Cello-Orchester "Cellissimo" FOTO: Lammertz
Krefeld. In der Konzertmuschel präsentierte sich das preisgekrönte Cello-Orchester "Cellissimo" erstmals in neuer Besetzung. Von Mojo Mendiola

Ein besonderes Sonntagskonzert bot Stadtwaldhaus-Wirt Helmut Lang gestern den Gästen seines Biergartens. In der Konzertmuschel am Weiher präsentierte sich das inzwischen mehrfach preisgekrönte Cello-Orchester "Cellissimo" erstmals in neuer, erweiterter Besetzung unter seiner temperamentvollen Leiterin Julia Polziehn und mit einem abwechslungsreichen Programm.

"Auf geht's" hieß es um Punkt 12 Uhr mit einem treibenden Rhythmus und tänzerischer Leichtigkeit, gefolgt von dem Titel "Am Anfang war Johann Sebastian". Beide Kompositionen stammen von Joschi Schumann, einem Cellisten und Komponisten der Gegenwart, der wegweisende Pionierarbeit für die Etablierung reiner Celli-Ensembles geleistet hat. "In einem Cello-Orchester zu spielen, beinhaltet besondere Schwierigkeiten", erläutert Polziehn. "Zum Beispiel die, dass man sich selbst nicht so klar hören kann wie in gemischten Ensembles. Deshalb habe ich mit meiner zehnköpfigen Nachwuchs-Gruppe "Cellissimi" ein ganzes Jahr lang speziell an diesen Aspekten gearbeitet, und heute spielen sie zum ersten Mal gemeinsam mit den 'Großen'". Und das klappte, von lässlichen Kleinigkeiten abgesehen, ganz prima. Smetanas neu arrangierte "Moldau", floss etwas langsamer als gewohnt, was jedoch kein Schaden war, und flotten Schwung brachte dann wieder Joschi Schumanns "Play Bach funky!" Ein fröhlich-nostalgischer Melodienreigen mit Titeln wie "Versuch's mal mit Gemütlichkeit", "Mein kleiner grüner Kaktus", "Ein Freund, ein guter Freund" und "Veronika, der Lenz ist da" beschloss das erste Set. Inzwischen hatte sich der Biergarten bei leidlich stabilem Wetter gut bevölkert.

Nach einem besonders ausdrucksstarken Instrumentalstück war es dann an der Zeit für die von Chao-Li Chen und Maike Neunast bestens vorbereiteten Sängerinnen und Sänger aus dem Musiktheater-Ensemble der Musikschule. Aus den Musicals "The Sound Of Music", "West Side Story", "Phantom der Oper" und "Jesus Christ Superstar" stammte das Repertoire, das nun - natürlich mit Cello-Begleitung - zu hören war. Besonders drei junge Männer mit einer witzigen deutschen Textfassung von Leonard Bernsteins "America" ragten hier heraus, und die jungen Damen revanchierten sich mit dem Beweis, dass man um Nachwuchs an talentierten Sopranistinnen nicht bangen muss. Viel Jubel begleitete das Konzert. Der WDR sagte seine angekündigte Aufzeichnung übrigens am Sonntagmorgen kurzfristig ab. Sie soll nun am 2. September nachgeholt werden, wenn Polziehn und "Cellissimo" ihr Konzert noch einmal zugunsten des Kinderschutzbundes Krefeld spielen werden.

Quelle: RP
 
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