| 00.00 Uhr

Krefeld
Ein internationales Experiment mit 100 Stimmen

Krefeld: Ein internationales Experiment mit 100 Stimmen
Das Team vom Schönhausen-Chor mit Joachim Neugart, Hildegard Rother-Hauser und Norbert Herting (v.l.) mit Marketing-Chef Ulrich Cloos (Mitte). FOTO: T.L.
Krefeld. Deutsch-Japanisches Chorprojekt tritt mit Bruckners großer f-Moll-Messe in der Kirche St. Johann Baptist auf. Von Mojo Mendiola

100 Stimmen und das Rheinische Oratorienorchester in großer Besetzung wird Joachim Neugart am 31. Oktober vor sich haben, wenn er in St. Johann Baptist Bruckners große Messe in f-Moll dirigiert. Sein Neusser Münsterchor, der Schönhausen-Chor Krefeld und eine 30-köpfige Abordnung der "Choral Arts Society Tokyo" bilden dann eine Chorgemeinschaft, und das nicht ohne Grund im größten Kirchenraum Krefelds. Denn - so die Überzeugung - gerade für Bruckners einerseits romantische, andererseits zutiefst katholische Kirchenmusik braucht es einfach diese Dimension. Außerdem lieben es seine japanischen Gäste, in solchen Kirchen zu singen, weshalb sie immer wieder gern nach Deutschland kommen.

Schon 1999 kam Neugart mit den Tokyotern zusammen und lernte den hohen Stand ihrer gesangstechnischen Bildung kennen. Nun gibt es die dritte Kooperation. Die Einbettung in die städtische Aktion "Krefelder Perspektivwechsel" macht dieses herausragende Chor-Projekt mit einem Kostenvolumen von rund 20.000 Euro möglich. Ulrich Cloos vom Stadtmarketing begrüßt das Vorhaben als eines, das durch seine Internationalität und Experimentierfreude positiv auf ganz Krefeld ausstrahlt. Neugart und seine Sänger ihrerseits schätzen die kulturenübergreifende Erfahrung des gemeinsamen Singens. "Was die physische Kondition ihrer Stimmen angeht", weiß Neugart, "haben sie uns etwas voraus. Dafür sind wir Europäer besser geübt im a-cappella-Gesang, bei dem wir während des Singens mehr auf unsere Mitsänger hören müssen. Das lernt man am besten durch Tun. Aber im Lernen sind die Japaner recht schnell." Deshalb ist Neugart auch zuversichtlich, dass die Chöre gut zusammenwirken werden, obwohl nur eine gemeinsame Probe zur Verfügung steht.

Als Solisten konnte er die in Warschau geborene Sopranistin Katarzyna Wilk und den als Wagner-Tenor bekannten Corby Welch gewinnen, ferner Elvira Bill (Alt) und Sebastian Klein (Bass), beide in Krefeld bereits wohlbekannt. An der Orgel wird Ute Gremmel-Geuchen sitzen.

Aber nicht nur das bedeutende Bruckner-Opus kommt zur Aufführung. Ein kurzes Requiem des japanischen Komponisten Toru Takemitsu (1930 - 1996) nur für Streicher wird das Programm eröffnen, gefolgt von dem "Sonnengesang des Franziskus von Assisi" aus der Feder des Meerbuschers Thomas Blomenkamp. - Konzert: Samstag, 31.Oktober, 19.30 Uhr, St. Johann Baptist, Johannesplatz, Kartenvorbestellungen über "www.schoenhausen-chor.de".

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Krefeld: Ein internationales Experiment mit 100 Stimmen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.