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Krefeld
Ein Krefelder Märchenerzähler

Krefeld: Ein Krefelder Märchenerzähler
Zwei Jahre hat der Krefelder Christian Peitz für sein Buch gebraucht. Geschrieben hat er aber bereits lange vorher. "Meine erste Geschichte habe ich mit acht Jahren geschrieben. Ich mache das also nicht, um zu verdienen, sondern weil ich Spaß daran habe." FOTO: Mark Mocnik
Krefeld. Christian Peitz finanziert den Druck seines Märchenbuches über Crowdfunding. Das Projekt läuft noch bis Ende Juli. Von Bärbel Kleinelsen

Es war einmal ein kleiner Junge, der liebte Mathematik so sehr, dass er darüber vergaß, ein Kind zu sein. "Der kleine Rechenschieber" heißt das Märchen des Krefelder Autors Christian Peitz, und es erzählt die Geschichte eines kleinen Mathe-Genies (die RP berichtete). Am Samstag, 31. Juli, endet nun das Crowdfunding-Projekt, über das seit dem 19. Mai Gelder für die Veröffentlichung des Erstwerkes gesammelt werden. Das Ziel von 3000 Euro für den Druck des 40 Seiten umfassenden Märchens ist in sichtbare Weite gerückt. Aktuell steht der Zähler bei knapp über 2700 Euro. Ein Kinderbuch ist "Der kleine Rechenschieber" wohl eher nicht. Denn was mit dem Jungen am Ende passiert, ist nichts für schwache Nerven. Wer sich noch an Max und Moritz erinnert, weiß, was von den Lausebengeln übrig bleibt. Auch der kleine Rechenschieber darf nicht auf ein Happy End hoffen. "Es ist kein Märchen für kleine Kinder, sondern schon gruselig und an manchen Stellen auch echt böse", erklärt Autor Peitz.

Der 30-Jährige möchte mit seinem Buch die Tradition der Grimm'schen Märchen fortsetzen. Er wollte kein pädagogisch wertvolles Buch schreiben, sondern unterhalten und zum Vorlesen einladen. "Ich finde es schade, dass heute eigentlich nur noch für kleine Kinder vorgelesen wird und das Vorlesen unter Erwachsenen fast ganz aus der Mode gekommen ist. Dabei ist es etwas sehr Intimes", findet Peitz und würde sich freuen, wenn sein Buch viele Vorleser findet. "Kinder sollten es besser, wenn überhaupt, mit ihren Eltern lesen. Ich würde es so ab zwölf empfehlen."

Der kleine "Rechenschieber" sitzt auf dem Marktplatz und rechnet. FOTO: Peitz

Damit "Der kleine Rechenschieber", an dem auch Beate Ahrens (Illustratorin) aus Berlin und Marc Bläsius (Layouter) aus Düsseldorf mitgearbeitet haben, nun den Weg ins heimische Bücherregal findet, muss er gedruckt werden. Jeder, der bei der Finanzierung dieses Crowdfundingprojektes mithilft, bekommt ein Dankeschön. Bereits für sieben Euro gibt's eine Postkarte, für zehn die EBook-Version des Buches, für 30 Euro das Buch selber und für stolze 250 Euro eine Live-Vorlesung mit dem Autor und seinem Freund Joris Schwarz (Schauspieler und Sprecher). "Die erste Buchung einer Live-Lesung haben wir bereits bekommen. Und zwar in Berlin. Das wird bestimmt sehr spannend", erzählt der Autor.

Insgesamt haben seit dem 19. Mai 78 Märchen-Fans das Projekt unterstützt und aktuell knapp über 2700 Euro eingezahlt. Bis Ende Juli können Unterstützer noch Teil des Buch-Märchens werden. Dann ist auch das Fundingziel von 3000 Euro erreicht, hofft jedenfalls Christian Peitz, der schon sehr gespannt ist, wie seine Geschichte in gedruckter Form aussehen wird.

Bekannt ist der 30-Jährige vielen Krefeldern als Mitglied der Band Fog Joggers. Damit ist erstmal Schluss. Dafür hat Peitz jedoch gleich mehrere andere Projekte gestartet. So spielt er jetzt beispielsweise in der Band Minor Cabinet mit und hat mit seiner Lebensgefährtin zusammen die Agentur "Freymuth" gegründet, die kulturelle und soziale Kampagnen für Unternehmen organisiert.

Der böse Mann, der den kleinen Rechenschieber verführt. FOTO: Panischzitiert

Zwei Jahre hat der Krefelder für sein Buch gebraucht. Geschrieben hat er aber bereits lange vorher. "Meine erste Geschichte habe ich mit acht Jahren geschrieben. Ich mache das also nicht, um zu verdienen, sondern weil ich Spaß daran habe", sagt der gelernte Diplom-Kaufmann. Ideal fände er es, wenn er einen Teil von dem Verkauf der Bücher an die Welthungerhilfe spenden könnte. Falls die Bücher denn gedruckt werden.

Entwicklungshilfe liegt dem 30-Jährigen am Herzen. Noch gut in Erinnerung ist die Fahrt von Christian Peitz und seinem Freund Marc Oliver Buchholz in einem Bus bis nach Tadschikistan. Der Bus, der damals einem Milleniumdorf der Welthungerhilfe gespendet wurde, fährt immer noch. Im Oktober möchte der Krefelder wieder vor Ort sein und Interessierte in Sachen Wirtschaftlichkeit schulen. "Da gibt es meiner Meinung nach noch einen gewissen Bedarf", sagt er schmunzelnd.

Langeweile gibt's bei Christian Peitz also auch weiterhin nicht. Und vielleicht hat sein Buch-Märchen schon bald ein Happy-End.

Quelle: RP
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