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Krefeld
Ein Neuer für das "Unternehmen Herde"

Krefeld: Ein Neuer für das "Unternehmen Herde"
Cityseelsorger Ulrich Hagens begrüßte das Pfarrer-Duo: "Wir freuen uns, dass sie das Team verstärken werden!" FOTO: Dotothee Schenk
Krefeld. In der St. Dionysius-Kirche ist am Wochenende der neue Pfarrer Heiner Schmitz neben Pfarrer Heinz Wans mit einer feierlichen Messe in sein Amt eingeführt. Es war heiter, es war ernst, es war wichtiger Tag für das katholische Krefeld. Von Dorothée Schenk

Ein "Störenfried" im besten Sinne will Pfarrer Heiner Schmitz sein. So sagte der Neu-Krefelder es bei seiner Amtseinführung in der Stadtkirche St. Dionysius. Das heißt für ihn: Im Sinne des Auftrags seiner Kirche will er sich nicht bequem einrichten, sondern mit den Gemeindemitgliedern den "Wind der Veränderung nutzen, um ihn in positive Energie zu verwandeln". Am Patronatstag hieß die Gemeinde ihr neues Pfarr-Duett willkommen. Denn "solidarisch", so hat es Bischof Helmut Dieser von Aachen aus verfügt, werden Heinz Wans und Heiner Schmitz von nun an die Pfarrei Papst Johannes XXIII. leiten. Generalvikar Andreas Frick übernahm die Amtseinführung.

"Wenn mir vor einem Jahr jemand gesagt hätte, dass ich mich heute für das Pastoralteam beauftragen lassen... ich hätte diesen Menschen ungläubig angeschaut. Ich hätte ihm wahrscheinlich einen Vogel gezeigt", äußerte sich der Domkapitular am ersten Amtstag sprachlich sehr volksnah. Es habe eine Weile gedauert, erklärte Pfarrer Schmitz bis er das Ansinnen des Bischofs für sich hätte annehmen und bejahen können. Letztlich scheint er aber doch auf den Rat von Karl Kampermann, Leiter der Hauptabteilung Personal im Bistum Aachen, gehört zu haben: "Lassen Sie einfach den Pastor von der Leine! Der lebt in Ihnen und er ist in Ihnen." Und so verhallte der Ruf von Pfarrer Wans nicht ungehört, den er im Namen des Pastoralteams entsandte: "Wir freuen uns, wenn Du kommst!"

Pfarreiratsvorsitzende Katherina Lütkebohle unterstützte in ihrer Begrüßung dieses warme Willkommen und meinte nach einer persönlichen Begegnung mit Heiner Schmitz auf der Straße schon zu spüren, dass er sich bereits etwas eingelebt hätte. Allerdings: "Die Erwartungen fallen vermutlich höher aus, als sie zu erfüllen sind. Aber das macht nichts." Schließlich sei das lebendige Interesse aneinander das Entscheidende. Ähnlich knüpfte Jürgen Schram für den Kirchenvorstand an, dessen Vorsitzender Schmitz ab sofort ist: Hirten hätten es mit ihren Herden nicht immer leicht. Genau zählte Schram die Aufgaben des "Unternehmens Herde" auf: Es hätten die Pastöre dafür Sorge zu tragen, dass die Herde nicht vom Weg abkomme und Seelenpflege angeboten werde, aber auch der Schutz vor Wölfen sei wichtig, Unterstände müssten gepflegt, die Finanzen dürften nicht aus dem Auge verloren werden. Ein großer Dank aller Redner galt Pfarrer Norbert Lucht, der seit der Erkrankung lange Zeit die Administration übernommen hatte: "Gelassen, effizient und mit großer Loyalität dem Pastoralteam gegenüber", so formulierte es Pastoralreferent Ulrich Hagens, hätte er gewirkt.

Raumfüllend und würdig sorgte Regionalkantor Andreas Cavelius mit seiner "Saarland-Connection", wie er augenzwinkernd sagte, für die richtige Stimmung zum Festakt: Bariton Volker Philippi und Organist Michael Therre unterstützten die Krefelder Sänger des Vokalensemble St. Dionysius und den Kirchenchor der Pfarrei Papst Johannes XXIII bei Henri Nibelles "Messe héroique".

Sehr persönlich war schließlich das Miteinander in der Kirche nach dem Festgottesdienst. Es waren nicht nur Weggefährten aus dem Bistum und Freunde dabei sowie eine Delegation der Malteser, deren Präses Heiner Schmitz auf diözesaner Ebene ist, auch die Geschwister waren gekommen und das älteste Patenkind Claudia nebst Familie. Dann löste sich unverhofft aus der Mitte der Gästeschar in der Dionysiuskirche ein Mann, läuft mit offenen Armen auf Pfarrer Schmitz zu, und umarmt ihn strahlend. Das darf wohl als Ausdruck eines beginnenden guten Miteinanders, auf Augenhöhe und mit Herzenswärme verstanden werden. Und, dass der Aufruf von Pfarrer Schmitz ernst gemeint ist: "Stören Sie mich bitte umgekehrt auch wenn Sie wahrnehmen, dass ich anfange es mir gemütlich zu machen und bequem zu werden. Das erwarte ich von Ihnen, das wünsche ich mir!"

Quelle: RP
 
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