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Krefeld
"Ein Ort für einen Krefelder Schatz"

Wiedereröffnung des Kaiser-Wilhelm-Museums
Krefeld. Mit einem Festakt vor 200 geladenen Gästen hat Oberbürgermeister Meyer gestern Abend das "KWM pur"-Wochenende eröffnet. In einem fesselnden Vortrag erläuterte Architekt Winfried Brenne das Konzept der Sanierung. Von Jens Voss

In einem gefühlvollen, teils leidenschaftlichen Plädoyer hat Oberbürgermeister Frank Meyer die Krefelder Bürgerschaft dazu aufgerufen, das rundumsanierte Kaiser-Wilhelm-Museum (KWM) als einen "Ort für die 14.000 Werke unserer einzigartigen Sammlung" gemeinsam in Besitz zu nehmen. Sie sei ein "Krefelder Schatz, den wir immer wieder neu entdecken können", sagte er vor rund 200 Gästen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Vereinen und Verbänden, "wir haben mit diesem Haus die Chance, das Selbstbild und die Außenwahrnehmung unserer Stadt dauerhaft zu verändern".

In einem fesselnden Vortrag erläuterte Architekt Winfried Brenne das Konzept der Sanierung, die nicht nur Instandsetzung war, sondern, wie Brenne sagte, das Haus öffnen und von den Änderungen der 60er Jahre befreien wollte. "Das Haus war in sich introvertiert", umschrieb er den Zustand, den er vorfand. Die - auch brandschutztechnisch gebotene - Änderung der Treppenanlage habe eine "neue Sprache" ins Gebäude gebracht, die den Besucher mitnehmen und auf die Höhe der Räume vorbereiten solle. Besonders die technisch innovative Heizungsanlage, die ohne sichtbare Heizkörper auskommt, würdigte Brenne - wie später auch Museumsleiter Martin Hentschel - als zentral für die Gewinnung neuer, lichter, großflächiger, wunderbarer Räume. Brenne wies den Vorwurf zu hoher Kosten zurück - sie belaufen sich auf 17,7 Millionen Euro. Allein 45 Prozent seien für die reine Instandsetzung ausgegeben worden; rund 29 Prozent habe die neue, für die Aufbewahrung und Ausstellung von Kunst notwendige Technik gekostet. Der Umbau sei insofern keineswegs luxuriös ausgefallen.

"Dieses Museum muss unser Museum werden": Oberbürgermeister Frank Meyer (l.) bei seiner Ansprache vor rund 200 Gästen. Sitzend rechts Alt-Oberbürgermeister Hansheinz Hauser, links stehend Alt-Oberbürgermeister Dieter Pützhofen. FOTO: Voss

Auch Museumsleiter Hentschel sprach das Thema Kosten an. Er erinnerte daran, dass die erste Kostenschätzung von gut 800.000 Mark für eine Dachsanierung ausgegangen sei.

Er habe von Anfang an gewarnt, dass es damit nicht zu machen sei, zumal eine reine Dachsanierung technisch mit Blick auf die Kunstaufbewahrung problematisch gewesen wäre. Er sei dann in einer ersten Schätzung mit Fachleuten der Stadt auf eine Summe von 15,9 Millionen Mark gekommen. Die Analysen von Brenne hätten dann einen Bedarf von 14,7 Millionen Euro ergeben. Die Politik habe daraufhin die Summe auf 11,7 Millionen Euro gedeckelt. "Aus heutiger Sicht ist damals viel Zeit verschwendet worden mit der Diskussion um Obergrenzen", sagte Hentschel, "so bedurfte es dreier Oberbürgermeister von der ersten Idee bis zur Sanierung."

Der neue Schriftzug ist von dem Berliner Schriftkünstler Pietro Sanguineti in Absprache mit Museumsleiter Martin Hentschel entworfen worden.

Heute aber gelte "Ende gut, alles gut", schloss er und bedauerte, dass er dieses schöne Gebäude, das nun tauglich sei auch für große Ausstellungen, nur so kurze Zeit bis zu seiner Pensionierung bespielen könne.

Quelle: RP
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