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Krefeld
Ein Wohnzimmer für die Nachbarschaft

Krefeld: Ein Wohnzimmer für die Nachbarschaft
Gudrun Tiefers-Sahafi (links) und Sylvia Esters stellen das neue Programm der Bürgerinitiative Rund um St. Josef vor. Die Initiative konnte mit Hilfe einer Landesförderung neue Räume anmieten, so dass jetzt Projekte angeboten werden können, für die zuvor kein Platz war. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Die Bürgerinitiative Rund um St. Josef hat 50.000 Euro aus einem Fördertopf des Landes erhalten. Mit dem Betrag können viele neue Projektideen in Angriff genommen werden, die sich im neuen Programm für 2016 widerspiegeln. Von Carola Puvogel

50.000 Euro sorgen für "frischen Wind im Quartier": Die Bürgerinitiative Rund um St. Josef hat sich mit einem Projekt gleichen Namens um Fördermittel aus dem Landesprogramm "NRW hält zusammen - für ein Leben ohne Armut und Ausgrenzung" beworben und jetzt einen positiven Bescheid erhalten. Drei halbe Stellen und das so genannte Nachbarschaftswohnzimmer können mit dem Betrag finanziert werden. Für das kommende Jahr erhofft sich der Verein eine Verlängerung der Förderung.

"Frischer Wind im Quartier - Betroffene zu Beteiligten machen" ist gleichzeitig auch Leitthema des neuen Halbjahresprogramms, das die Bürgerinitiative vorstellt. Das Nachbarschaftswohnzimmer "Die Ecke" soll dabei neue Optionen eröffnen: An der Tannenstraße/Ecke Südstraße konnte ein ehemaliges Ladenlokal, 85 Quadratmeter groß, angemietet werden. "Die Räume sind nicht nur bestens geeignet für niederschwellige Angebote, zum Beispiel für Erwerbslose, die sich vielleicht eher trauen, sich hier bei uns beraten zu lassen, als ins Rathaus zu gehen", sagt Sylvia Esters, Leiterin der Jugendfreizeitstätte. "Außerdem wollen wir die Räume als Atelier für die Jugendkunstschule nutzen. Wir können jetzt Projekte anbieten, für die wir vorher keinen Platz hatten." Kochen, Kreatives, spezielle Angebote für Mädchen - dafür ist jetzt Raum. Viele Kurse können sogar kostenlos angeboten werden. Sandra Jasper ist die neue Mitarbeiterin, die "Die Ecke" betreut; neue Ideen und Projektvorschläge sind willkommen. "Wir sind einer der zentralen Akteure im Quartier", sagt Esters. "Unser Ziel ist das kontinuierliche Zusammenwachsen im Stadtbezirk."

Großen Zuspruch finden die Angebote der Bürgerinitiative, die sich an Flüchtlinge richten und mittlerweile aufgrund der Zusammenarbeit mit vielen Familienzentren über die ganze Stadt verteilt sind. Spracherwerb, Tanz, Musik, eine Rechtsberatung und das überaus erfolgreiche "Willkommenscafé Sarah", zu dem jede Woche mehr als 100 Personen, Flüchtlinge und ehrenamtliche Helfer, kommen.

"Was uns sehr freut, ist, dass unsere "Klassiker", zum Beispiel die Eltern-Kind-Kurse nicht nur sehr gut nachgefragt sind, sondern von Teilnehmern mit und ohne Migrationsgeschichte gleichermaßen genutzt werden. Das ist doch das schönste Ergebnis von Integration", sagt Gudrun Tiefers-Sahafi. Vor zehn Jahren sei das noch ganz anders gewesen, damals habe man separate Angebote machen müssen.

Ein Versuchsballon im neuen Programm ist der Kursus "Mein eigenes Marketing - Marketing für Einsteiger" im Februar. "Manchmal sind Angebote auch davon abhängig, welche Kursleiter wir finden. Oder welche Kursleiter uns finden", erklärt Esters. Die Künstlerin Nurten Kocaman lädt unter dem Motto "Upcycling, Recycling, Entfremden" zum Umgestalten von Wegwerfprodukten wie Joghurtbechern ein, entstehen sollen Schmuck, Taschen oder Kunstwerke.

"Mehr und mehr nachgefragt sind Vorträge zum Thema Erziehung," berichtet Esters. Für Informationen zu Pubertät, Streitkultur, Regeln und Respekt kommen oft ganze Gruppen aus Schulen und Familienzentren zu uns."

Quelle: RP
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