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Einbruchsradar der Polizei Krefeld
"Einbruchs-Brennpunkte haben wir nicht"

Der Krefelder Einbruchsradar im Vergleich
Der Krefelder Einbruchsradar im Vergleich FOTO: Polizei Krefeld
Krefeld. Einmal sind es 20, dann nur acht: Die Zahl der Einbrüche, die die Krefelder Polizei auf ihrem "Einbruchsradar" veröffentlicht, schwankt erheblich von Woche zu Woche. Auch bei Einbrechern besonders beliebte Stadtteile lassen sich anhand der Karten nicht ausmachen.

Seit April veröffentlicht die Krefelder Polizei einmal in der Woche auf ihrer Internetseite eine Karte, auf der die Einbrüche der vergangenen Tage auf Krefelder Stadtgebiet verzeichnet sind. Ziel der Aktion ist, die Bürger für das Thema zu sensibilisieren. Die Krefelder sollen aufmerksam sein und jede verdächtige Beobachtung der Polizei melden. Das soll dazu beitragen, die Zahl der Einbrüche zu senken, die im vergangenen Jahr um 53 Prozent auf 1118 gestiegen ist. Parallel sank die Aufklärungsquote von 27 auf 10,9 Prozent. 

Vergleicht man jedoch die Einbruchskarten der vergangenen vier Wochen, lässt sich kein Muster erkennen. Einen oder mehrere Stadtteile, die bei Einbrechern besonders beliebt sind, lassen sich nicht ausmachen, und die Zahlen schwanken stark. So sind auf der Karte für den Zeitraum 6. bis 13. Juni insgesamt 20 Einbrüche und Einbruchsversuche verzeichnet. Sie verteilen sich quer über das Krefelder Stadtgebiet, mit einem Schwerpunkt auf die Innenstadt. Doch auch in Schicksbaum, Dießem, Bockum oder Traar schlugen die Täter zu. 

Polizei: Einbruchs-Brennpunkte gibt es nicht

Schaut man dagegen auf den Radar vom 13. bis 20. Juni, zeigt sich ein gänzlich anderes Bild. Hier sind nur acht Fälle aufgelistet, also weniger als die Hälfte im Vergleich zur vergangenen Woche. Auffällig ist außerdem, dass vier der acht Einbrüche in den Stadtteilen Elfrath, Uerdingen und Linn eingezeichnet sind - und damit gerade dort, wo es in der Woche zuvor keinen einzigen Einbruch oder Einbruchsversuch gegeben hatte.

Auch die Polizei hat keine Einbruchs-Brennpunkte in der Stadt ausgemacht. "Brennpunkte haben wir nicht. Allerdings sind Wohngebiete in Autobahnnähe allgemein für reisende Tätergruppen eine gerne genutzte Infrastruktur", sagt Sprecherin Monika Stierle. 

In der Woche vom 20. bis 27. Juni stieg die Zahl der Einbrüche laut Radar der Polizei auf zehn an, und schwankte in der folgenden Woche vom 27. Juni bis 3. Juli nur leicht auf acht Fälle. Seit der erste Einbruchsradar im April veröffentlicht wurde, hat die Polizei Krefeld insgesamt 139 Wohnungseinbrüche veröffentlicht. "Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist derzeit rückläufig", sagt Stierle. Ob dies aber mit der Einführung des Radars zusammenhängt, kann die Polizei nicht sagen. Hinweise aus der Bevölkerung kämen oft in Bezug auf die Veröffentlichung der Einbruchsmeldung in den Medien, nicht aufgrund des Radars.

Hier gibt es die Einbruchskarten der vergangenen vier Wochen zum Durchklicken und Vergleichen.

(lsa)
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