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Krefeld
Einbrüche: CDU will Tatorte im Internet zeigen

Krefeld. CDU-Vorsitzender Marc Blondin spricht von einer "dramatischen Entwicklung in Krefeld".

Die Einbruchskriminalität in Krefeld ist sehr deutlich gestiegen. Die Zahl kletterte im vergangenen Jahr um 53 Prozent auf insgesamt 1118 Delikte, parallel sank die Aufklärungsquote von 27 auf 10,9 Prozent. Polizeipräsident Rainer Furth beschrieb bei der Präsentation der jüngsten Ergebnisse ein Problem für die Einsatzkräfte. Danach tauchten die Täter unter Umständen nur ein- bis zweimal in Krefeld auf, um anschließend in anderen Städten, Bundesländern oder sogar Ländern aktiv zu werden.

Die Politik will nun Gegensteuern. CDU-Kreisvorsitzender Marc Blondin hat die landesweite Einführung des so genannten Einbruchsradars in Nordrhein-Westfalen als "Schritt in die richtige Richtung" bezeichnet. Vorgesehen ist, dass künftig von allen Polizeipräsidien im Land wöchentlich Karten im Internet veröffentlicht werden, die aktuelle Schwerpunkte von Einbruchskriminalität aufzeigen. "Da viele Diebesbanden systematisch ganze Nachbarschaften durchkämmen, wissen die Anwohner in Zukunft, wo besondere Vorsicht angezeigt ist", so Blondin.

Bereits im Februar hatte sich der Parteivorsitzende in einem Brief an Krefelds Polizeipräsidenten Rainer Furth nach einer möglichen Nutzung dieses "innovativen Instruments" auch in der Seidenstadt erkundigt. Mittlerweile hat die Landesregierung die NRW-weite Nutzung des Einbruchsradars ab April angeordnet. "Dabei hat es offenbar erhebliche kommunikative Defizite seitens des Innenministeriums gegeben", so Blondin. "Dem Vernehmen nach haben die Behörden vor Ort erst aus der Presse davon erfahren, dass sie bereits ab April mit einer entsprechenden Aufbereitung ihrer Daten beginnen sollen." Dennoch sei "die Entscheidung als solche zweifellos richtig", betonte der Parteichef. Immerhin sei die Zahl der Einbrüche im vergangenen Jahr landesweit um achtzehn Prozent gestiegen. In Krefeld habe es sogar einen Zuwachs um dreiundfünfzig Prozent auf nunmehr "über 1100 Fälle" gegeben. Diese "dramatische Entwicklung bei uns" hänge auch mit der "räumlichen Nähe zu den Niederlanden" zusammen, in die sich "grenzüberschreitend agierende Banden gerne" zurückzögen.

Blondin lobte "ausdrücklich die Arbeit der Krefelder Polizei auf dem Gebiet der Kriminalitätsbekämpfung". Sowohl "präventiv als auch repressiv" setzten die hiesigen Beamten "auf die richtige Strategie". Diese schließe auch "eine intensive Pressearbeit" ein, durch die "die Bevölkerung für das Problem sensibilisiert" werde.

"Das Einbruchsradar ist nur ein weiteres Element, um dieser Form der Kriminalität Herr zu werden. Einbrüche bedeuten einen massiven Eingriff in die Privatsphäre und untergraben deshalb in besonderer Weise das Sicherheitsempfinden der Menschen", so Blondin. Außerdem stelle "gerade die organisierte Kriminalität den Rechtsstaat umfassender in Frage als eine Vielzahl von Einzeldelikten".

(jon)
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