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Krefeld
Eine Krähe für Doc Hirschhausen

Krefeld: Eine Krähe für Doc Hirschhausen
Nur nicht mürrisch gucken: Schlechte Laune ist schlecht für die Gesundheit ist die Devise bei Eckart von Hirschhausen. FOTO: Klaus Dieker
Krefeld. Der Mann kann vielleicht Fragen stellen: Rettet man einem Schwein, das eine Blutvergiftung hat, das Leben, wenn man ihm Antikörper spritzt? Natürlich weiß Eckart von Hirschhausen die Antwort. Denn über dieser Frage hat er 1994 gebrütet. Von Petra Diederichs

Das hieß damals - wissenschaftlich formuliert - "Die Wirksamkeit einer intravenösen Immunglobulintherapie in der hyperdynamen Phase der Endotoxinämie beim Schwein" und brachte ihm die Promotion als Mediziner. Heute ist sein Publikum breiter aufgestellt, und die Fragen drehen sich um die Liebe und wohin sie geht, wenn sie durch den Magen durch ist, und eine typische Hirschhausen-Thesen heißt: Wunder wirken Wunder. Am Montag, 26. Februar, wird Eckart von Hirschhausen einen ganz besonderen Hausbesuch in Krefeld machen: Die Krefelder Kabarettgruppe Die Krähen verleiht ihm bei einer Gala im Seidenweberhaus den mit 10.000 Euro dotierten Kabarettpreis.

"Der Ehrenpreisträger wird anlässlich dieser besonderen Veranstaltung ein ,best of' seiner Programme zeigen", heißt es in einer Mitteilung der Krähen. Hirschhausen tritt in bedeutende Fußstapfen. Frühere Preisträger sind Konrad Beikircher, Dieter Hildebrandt, Dieter Hallervorden, Dieter Nuhr, Hans Liberg und zuletzt das Kom(m)ödchen-Ensemble. Alle zwei Jahre ehrt Krefelds gemeinnützige Kabarettgruppe einen renommierten Kollegen für sein Lebenswerk. In den Jahren dazwischen werden Nachwuchskünstler am Beginn einer komödiantischen Karriere gefördert. Die Gewinner der Wettbewerbskrähe in diesem Jahr, Lars Redlich und Roman Weltzien, werden bei der Gala Auszüge aus ihren Programmen präsentieren und auch musikalisch ihr Können beweisen.

Eckart von Hirschhausen ist bereits während des Studiums als Zauberer und Unterhalter aufgetreten. Er brachte wissenschaftliche Themen in unterhaltsamer Form an ein breites Publikum und ist seines Zeichens der Vater eines neuen Genres: des medizinischen Kabaretts. "Meine Nische als Arzt und ehemaliger Neurologe, der sich mit Gefühlen, Hirn und Körper auskennt, sind die universellen Themen wie die Macken im Umgang miteinander. Jeder steht sich selbst im Weg. Und darüber kann man lachen. Unsere Vorstellung von uns selbst und unser Verhalten widersprechen sich oft. Nach dem Motto: ;Eigentlich bin ich ganz anders, aber ich komme nicht dazu'", hat er bei einem früheren Auftritt im Interview mit unserer Redaktion gesagt. Und: "Die Hirnforschung weiß, dass Gefühle durch Spiegelneurone übertragen werden: Gute Laune ist ebenso ansteckend wie schlechte. Deshalb sollte man darauf achten, mit wem man sich umgibt. Es gibt Naturtalente, die immer gute Laune verbreiten: die einen, wenn sie kommen, die anderen, wenn sie weggehen." Und weil Lachen die Voraussetzung fürs Glücklichsein ist, und das wiederum für die Gesundheit förderlich, sieht er eine enge Verbindung zwischen Humor und Medizin.

Neben dem Preisgeld erhält der Ehrenpreisträger auch die von dem Krefelder Bildhauer Florian Noever geschaffene Skulptur der "Krefelder Krähe". Der Reinerlös der Veranstaltung geht zu 100 Prozent an gemeinnützige Zwecke, die von den Krähen seit mehr als 30 Jahren gezielt ausgewählt werden.

Einen Krefelder Preis hat Hirschhausen bereits: 2009 wurde er zum Krawattenmann des Jahres gekürt - damals in Kooperation von Stadt und Deutschem Modeinstitut.

Karten gibt es bei den bekannten Vorverkaufsstellen sowie im Internet über www.die-kraehen.de ab Anfang August.

Quelle: RP
 
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