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Krefeld
Eine Schützenfamilie mit Tradition

Krefeld: Eine Schützenfamilie mit Tradition
Ein gutes Gespann: Vater Andreas Damek und Sohn Sascha. Beide sind in der 5. Jägerkompanie des Bockumer Schützenvereins. FOTO: Lothar Strücken
Krefeld. Bereits in der dritten Generation gehören die Dameks der 5. Jägerkompanie des Bockumer Schützenvereins an. Von Bärbel Kleinelsen

Geborgenheit und Zusammenhalt gibt's nicht ausschließlich in Familien. Es können auch gemeinsame Werte und Traditionen sein, die Menschen verbinden und zur eingeschworenen Truppe werden lassen. Diese Erfahrung haben Andreas und Sascha Damek gemacht. Vater und Sohn sind Mitglieder der 5. Jägerkompanie des Bockumer Schützenvereins 1611. Sie schätzen die familiären Treffen, die oft auch Frauen und Kinder miteinschließen, und haben unter den Kameraden zahlreiche enge Freunde gefunden.

Es ist quasi "ihre Kompanie" - die Damek-Truppe. "Mein Vater, Max Damek, hat die Kompanie 1979 mitgegründet. Er war ein begnadeter Sportschütze und hat es meisterlich verstanden, auch andere für sein Hobby zu begeistern. Mich natürlich auch", erinnert sich Kompanieführer Andreas Damek, der seinen inzwischen verstorbenen Vater als Chef der heute 13-köpfigen Truppe ablöste. Sohn Sascha ist Schriftführer und mit seinen 20 Jahren der Drittjüngste. "Wir haben keine Nachwuchssorgen. Häufig ist es so, dass die Kinder von Kompaniemitgliedern auch mitmachen, wenn sie das entsprechende Alter erreicht haben. Schließlich kennen sie uns alle ja schon von den gemeinsamen Feiern und fühlen sich zugehörig", berichtet Damek senior.

Als der 53-Jährige vor 33 Jahren seine Frau Sandra kennenlernte, war auch er bereits Mitglied der Jägerkompanie. Der Liebe schadete sein Engagement im Schützenverein offensichtlich nicht. In diesem Jahr konnte das Paar seine silberne Hochzeit feiern. "Ich habe nie ein Problem mit dem Hobby meines Mannes gehabt. Mir selbst macht es schließlich auch Spaß. Und wenn die Männer sich ohne Frauen versammeln, dann machen wir eben unsere eigene Veranstaltung, Mädels-Abend oder so", sagt Sandra Damek und schmunzelt.

Die Mitglieder der 5. Jägerkompanie sind die Sportler des Schützenvereins. Regelmäßig und meist erfolgreich treten sie bei Wettkämpfen gegen die Sportschützen anderer Vereine an. Einen eigenen Schießstand haben sie zu ihrem Leidwesen seit fünf Jahren nicht mehr. "Damals waren wir natürlich besser trainiert, weil wir keine langen Anfahrtswege hatten und uns auch nicht an vorgegebene Trainingszeiten halten mussten. Seit es unseren Schießstand am Prozessionsweg nicht mehr gibt, müssen wir auf Oppum oder Hüls ausweichen", erzählt Andreas Damek. Besonders intensiv sei das Training unter seinem Vater gewesen, der das Schießen einfach im Blut hatte. Der Enkel erinnert sich: "Wenn der Opa geschossen hat, konnte man nachher alle Scheiben übereinanderlegen und durch ein Loch schauen, so genau hat er getroffen."

Die Liebe zum Schießsport hatte auch Einfluss auf die Berufswahl von Sascha Damek, der als Kommissaranwärter gerade den Polizei-Alltag auf der Altstadtwache in Düsseldorf kennenlernt. "Es macht einen großen Unterschied, ob man mit einer Pistole oder einem Gewehr schießt. Ich hatte am Anfang meiner Ausbildung sogar mehr Probleme, als komplett ungeübte Anwärter. Mit der Pistole ist es viel schwieriger, das Ziel zu treffen. Dafür macht es aber auch mehr Spaß", sagt Sascha Damek. Mit seiner Begeisterung für das Sportschießen und die 5. Jägerkompanie hat der 20-Jährige auch einen Freund angesteckt. "Der macht jetzt auch bei uns mit", sagt er und räumt gleich mit einem beliebten Vorurteil auf. "Nein, auch den Jungen geht es nicht nur ums Biertrinken. Das ist Quatsch. Ich selber trinke gar keinen Alkohol, sondern nur Malzbier und habe trotzdem keine Probleme mitzufeiern."

Vater Andreas Damek nickt bestätigt. "Gerade bei den großen Umzügen gibt es sogar ein striktes Alkoholverbot. Das Marschieren in Uniform würden wir je nach Wetter sonst gar nicht durchhalten." Als Chef der Kompanie ist der 53-Jährige im Besitz eines Waffenscheins und einer Waffenbesitzkarte. Dafür machte er einen entsprechenden Lehrgang bei der Polizei. "Wenn ich wollte, könnte ich mir jetzt eine Waffe zulegen. Soweit geht meine Liebe zum Sport aber noch nicht."

Auch Sohn Sascha habe sich aus freien Stücken für die 5. Jägerkompanie entschieden. Denn der Wille, Schütze sein, müsse von Herzen kommen. "Das lässt sich mit nichts erzwingen."

Quelle: RP
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