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Lärmkarte
So laut sind die Krefelder Bahnlinien

Eisenbahnbundesamt prüft Lärmschutz an Bahn-Linien
Diese Karte zeigt die Bahnstrecken in Krefeld mit Zugbewegungen über 60.000 Maschinen pro Jahr. Die Strecke von Krefeld Richtung Kleve (20148 Züge) ist deshalb nicht rot markiert. FOTO: Peters, Sebastian
Krefeld. Das Eisenbahnbundesamt will bundesweit die Lärmbelastung durch Züge erfassen. In einer ersten Projektphase konnten die Krefelder ihr Lärmempfinden schildern. Erste Ergebnisse zeigen: Am lautesten ist es auf der Strecke zwischen Krefeld und Köln.  Von Sebastian Peters

Noch bis zum morgigen Dienstag, 15. Dezember, können die Krefelder per Internetformular an das Eisenbahn-Bundesamt schreiben, um Lärmschutz zu fordern. Auf diese Möglichkeit hat die Stadtverwaltung im Umweltausschuss aufmerksam gemacht. "Es ist wichtig, dass sich viele Bürger beteiligen", betonte Ratsfrau Gabi Schock (SPD). Es ist bereits die zweite Möglichkeit des Bürgerfeedbacks zu Bahnlärm.

Zum Hintergrund: Seit 1. Januar 2015 ist das Eisenbahnbundesamt für die Lärmaktionsplanung an den Haupteisenbahnstrecken zuständig. Derzeit wird ein Pilotplan erstellt. Ziel ist es, die Lärmbelastung durch Schienenverkehr bundesweit zu erfassen. Zunächst wurden die Zugverkehre dazu zahlenmäßig bewertet. Daraus sollen dann später Maßnahmen erwachsen, allerdings dauert es dahin noch einige Jahre.

Das Eisenbahnbundesamt hat die Lärmbelastung von Zügen ermittelt. FOTO: bep

Nötig ist das Verfahren aufgrund der EU-Umgebungslärmrichtlinie. Sie fordert Lärmaktionsplanung für die Lärmquellen Straße, Schiene, Flugverkehr, Gewerbe, Industrie und Binnenhäfen.

Im Krefelder Umweltausschuss hat Andreas Radermacher von der Stadt jetzt erste Ergebnisse vorgestellt. Auf der Strecke in Richtung Köln sind demnach 65.663 Züge pro Jahr durch Krefeld unterwegs, Richtung Viersen 45.734 Züge pro Jahr, in Krefeld-Mitte fahren 84.937 Züge pro Jahr, Richtung Duisburg 72.488 Züge pro Jahr.

Für diese Strecken liegt inzwischen eine Lärmkartierung vor, es ist also ersichtlich, wo es wie laut ist. Auf der Strecke Richtung Kleve fahren nur 20.148 Züge pro Jahr. Hier gibt es noch keine Lärmkartierung. Überall, wo es lauter als 70 Dezibel am Tag oder 60 Dezibel bei Nacht ist, will der Bund mit Maßnahmen reagieren - indem der Lärm an der Quelle, dem Fahrzeug, reduziert wird; indem Schallschutzwände aufgestellt werden oder indem Schallschutzfenster eingebaut werden. Bis Ende Juni dieses Jahres konnten Bürger ihr Lärmempfinden in einer ersten Projektphase entlang von Eisenbahnstrecken schildern. 17 000 Einsender machten davon Gebrauch, unter anderem auch Krefelder Bürgervereine. "Wir haben uns beteiligt", sagte etwa Günther Porst, Bürgervereinsvorstand in Forstwald und FDP-Ratsherr, im Umweltausschuss.

Die Politik fragte auch, welche Folgen die Lärmaktionsplanung für Krefeld hat. Konkret sei das noch nicht absehbar, so Radermacher. Gesprochen wurde im Ausschuss über Forstwald: Dort gibt es an einigen Bauten älteren Datums Lärmschutzwände, an denen jüngeren Datums, die nach dem Entstehen der Bahnlinie gebaut wurden, hingegen nicht. Heinz-Albert Schmitz (CDU) regte an, auch für diese neuen Bauten Lärmschutz zu fordern.

Die Lärmaktionsplanung für die Hauptstrecken soll Mitte 2016 fertiggestellt sein. Sie wird dann auch veröffentlicht. Ab Anfang 2018 wird das Eisenbahnbundesamt in die regelmäßige Lärmaktionsplanung einsteigen. Die Stadt Krefeld hat in der ersten Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung in einem Schreiben vom Juni 2015 Stellung genommen. Diese Stellungnahme wird jetzt in der zweiten Phase noch einmal erneuert, erklärte Andreas Radermacher im Ausschuss. Teilnahme im Netz: www.laermaktionsplanung-schiene.de.

Quelle: RP
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