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Krefeld
Eismärchen: Tanz auf dem Regenbogen

Krefeld: Eismärchen: Tanz auf dem Regenbogen
Auf dem Planet der Träume schwirren der Goldene Sandmann, die Tränen, die Vorboten böser Träume, die Milchstraßenmännchen und die Traumwölkchen umher. FOTO: Bianca Treffer
Krefeld. Die Rheinlandhalle ist derzeit der Treffpunkt für Irrlichter, Milchstraßenmännchen, Weihnachtsfeen und den Mondmann. Der Eissportverein Krefeld steckt mitten in den Proben für sein Weihnachtsmärchen auf dem Eis. Von Bianca Treffer

Hinter Gaby Braas zieht ein kleiner Zug aus Schlittschuhläuferinnen. Kaum hat die Trainerin die Arme ausgebreitet, gehen die Läuferinnen hinter ihr in die gleiche Position. Es geht in die Hocke, wieder nach oben, und ein Bein wird weit nach hinten gestreckt. Beim Blick über die Schulter gibt es viel Lob von der Trainerin, ab und zu auch eine Korrektur. Ein Stückchen trainiert eine Gruppe diverse Sprünge, bei denen die Akteure mit den Kufen hart aufsetzen, stoppen und sich blitzschnell wieder drehen. Zöpfe unter Mützen wirbeln umher, wenn Pirouetten gefahren werden. Am Rand der Eisfläche der Rheinlandhalle geht es dagegen ruhiger zu. Sina, Lea und Diana, die mit ihren drei Jahren zu den Jüngsten gehören und gerade mit dem Sport angefangen haben, bewegen sich mit kleinen, noch trappelnden Schritten auf ihre Trainerin Jasmin zu.

Doch egal, welches Alter die Läuferinnen und Läufer vom Eissportverein Krefeld haben, alle sind für den "Tanz auf dem Regenbogen" im Einsatz. Seit Ende August laufen die Proben auf dem Eis für das neue Weihnachtsmärchen, dessen Regie und Inszenierung Gaby Braas und Svenja Wagner obliegen. "Wir haben 170 Darsteller von drei bis 60 Jahren dabei. Wir zeigen die gesamte Breite unseres Vereins", bemerkt Cordula Meisgen, 1. Vorsitzende des Eissportvereins. Alle zwei Jahre bringt der Verein ein Weihnachtsmärchen aufs Eis, das von der Idee bis hin zu Choreografie und Musikauswahl ein Eigenmodell ist. Wobei auch der Schlittschuhclub Krefeld mit integriert ist.

Im Februar ging es mit der Idee für ein neues Märchen los. Braas, Wagner und Meisgen entwickelten das Stück, besetzten Rollen und leiteten die ersten Einstudierungen der Choreographie in der Turnhalle. Seit April laufen zudem die Arbeiten für den Kulissenbau. In einer Scheune sind inzwischen drei komplette Bühnenbilder entstanden, die die Besucher unter anderem mit auf einen Maskenball nach Venedig nehmen und auf die Planeten der Träume und Liebe entführen. Es gibt neun mal neun Meter große Hängekulissen und viele kleinere Elemente, die direkt auf dem Eis stehen. Darunter auch der Regenbogen. Zudem wird der Milchstraßenexpress über die Fläche kurven.

Über 500 Kostüme sind in Eigenregie entstanden, schließlich hat jeder Läufer zwei bis drei Rollen und braucht das entsprechende Outfit. "Wir haben rund 300 Helfer. Ohne diese ehrenamtliche Unterstützung, die wir einschließlich der Eltern erfahren, könnten wir ein solches Projekt sonst gar nicht durchführen", betont Meisgen.

Auf dem Eis haben sich inzwischen die ersten Läuferinnen und Läufer im Kostüm eingefunden. Zu wissen, wie es sich in den teilweise pompösen Modellen läuft, ist extrem wichtig. Eine Kostümprobe alleine reicht nicht. Auf dem Eis tummeln sich so der Goldene Sandmann, die Tränen, die Vorboten böser Träume, die Milchstraßenmännchen und die Traumwölkchen. Das Bild auf dem Planet der Träume steht nämlich an. Wer gerade nicht auf dem Eis steht, schaut von der Tribüne zu oder nutzt die Zeit für eine Stärkung bei Bianca Paulßen, Tanja Klaßen und Babette Martiensen. Die drei Mütter betreuen nämlich an diesem Trainingstag die Pistenbar. Warme Getränke, heiße Würstchen und belegte Brötchen sind mehr als nur beliebt.

In der Halle selber ist das Technikerteam um Dieter Hüfken ebenfalls fleißig. Während der "Tanz auf dem Regenbogen" Bild für Bild geprobt wird und Eltern, in Wolldecken eingemummelt, zuschauen, sind die Männer mit Leitern und erstem technischen Equipment im Einsatz, um die Vorbereitungen für die ausgefeilte Lichttechnik zu installieren. Schließlich rückt die Premiere mit großen Schritten näher und da muss nicht nur auf dem Eis alles stimmen.

Quelle: RP
 
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