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Krefeld
Elektrotransporter für die Soko Innenstadt

Krefeld: Elektrotransporter für die Soko Innenstadt
Die Männer der Soko und ihr moderner E-Fuhrpark: Die Sonderkolonne Innenstadt, kurz Soko genannt, hat seit Juli zwei neue E-Worker, Elektrotransporter, auf denen Heißwasser-Geräte zur Unkrautvernichtung montiert sind. FOTO: Lothar Strücken
Krefeld. Zwei "E-Worker", auf denen Heißwassergeräte zur Unkrautvernichtung befestigt sind, ergänzen den Fuhrpark. Von Bärbel Kleinelsen

Die GSAK, Krefelds Gesellschaft für Stadtreinigung und Abfallwirtschaft, hat seit gut einem Jahr ein Maskottchen. Es ist orange, sieht aus wie eine Knutschkugel auf Rädern und nennt sich passenderweise "Twizy". Der vollelektronische Flitzer, der erstaunlich rasant beschleunigen kann und eine Höchstgeschwindigkeit von 80 Stundenkilometern erreicht, ist täglich in der Innenstadt unterwegs. Sein Einsatz: die Papierkorbleerung.

Ein weiterer "Twizy" (Kostenpunkt: rund 12 000 Euro) ist im Stadtgebiet auf der Suche nach unbekannten Schmutzstellen. "Die beiden Flitzer sind nicht nur echte Hingucker, sondern auch Sympathieträger. Die Bürger freuen sich, wenn sie die lustigen Fahrzeuge sehen, und sind positiv überrascht, wie leise die Kleinen unterwegs sind", sagt GSAK-Geschäftsführer Wilfried Gossen.

Neun Fahrzeuge der Stadtreinigung fahren inzwischen mit Strom. Dazu zählen auch die vier rot-weißen Hybrid-Müllpressfahrzeuge, die ebenfalls im Innenstadtbereich und manchmal in Uerdingen eingesetzt werden. "Die Hybrid-Fahrzeuge werden im Sammelbetrieb elektrisch betrieben und setzen den Dieselmotor nur für längere Strecken ein. Damit sind sie deutlich leiser als die herkömmlichen Modelle", erklärt der Experte. Auch positiv: Die 26 Tonnen schweren Hybrid-Müllwagen verbrauchen 33 Prozent weniger Diesel.

Den Elektro-Fahrzeugen gehört die Zukunft, ist sich Gossen sicher. Folgerichtig investierte die GSAK jetzt in zwei weitere Fahrzeuge dieser Art, die E-Worker. 18 000 Euro kostet ein solcher Elektrotransporter, der einem Pritschenwagen ähnelt. Auf ihm sind Geräte montiert, die das Unkraut bekämpfen. Dazu gehören ein Wassertank, der 500 Liter fasst, und ein Behälter, in dem ein Teil dieses Wassers auf 98 Grad erhitzt wird. Mit einem Düsenstab, der auf Rollen läuft, wird das heiße Wasser auf die Pflanzen gespritzt. Durch die hohe Temperatur werden die Wurzeln beschädigt, und das Unkraut stirbt ab. "Für die Nachhaltigkeit dieser Methode ist es wichtig, dass der Vorgang alle vier bis sechs Wochen wiederholt wird und das am besten drei bis vier Mal. Unsere Kehrmaschinen beseitigen anschließend das abgestorbene Unkraut", beschreibt Gossen die Methode. Sind die zu bearbeitenden Flächen zu groß, setzt die GSAK weiterhin auf Freischneider. Zurzeit im Testbetrieb sind elektrische Modelle. Genau wie die bereits seit 2011 genutzten Elektro-Laubbläser sind auch die Freischneider leiser als die mit Diesel betriebenen Geräte und für die Mitarbeiter einfacher zu tragen. Die gut fünf Kilo schwere Batterie wird bei beiden Geräten wie ein Rucksack auf dem Rücken getragen. In der Hand haben die Mitarbeiter lediglich den Sauger oder Freischneider.

Fallen bald die ersten Blätter von den Bäumen, kommen wieder verstärkt die 2014 gekauften Elektro-Sauger zum Einsatz. Die 16 000 Euro teuren Fahrzeuge sind mit einer automatischen CO2-Löschanlage ausgestattet, so dass eingesaugte brennende Zigaretten sofort gelöscht werden. Der Sauger, der auf Rollen hinterhergezogen wird, ist laut GSAK wesentlich effektiver als es Besen und Schaufel früher einmal waren.

Doch der Fortschritt kostet. Bei der Finanzierung ihres E-Parks geht die GSAK deshalb neue Wege. Gossen: "Wir haben einen E-Worker und einen Freischneider gemeinsam mit Mönchengladbach bestellt. So konnten wir von einem Rabatt profitieren."

Quelle: RP
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