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Krefeld
Eltern-Protest an der Mariannenschule

Krefeld. Der Umbau des Erweiterungsgebäudes wird wahrscheinlich nicht fertig. Dafür kommen erneut drei erste Klassen. Von Bärbel Kleinelsen

Seit gut einem Jahr freuen sich Schüler, Eltern und Lehrer der Mariannenschule auf ihre neuen Räumlichkeiten in der ehemaligen Förderschule Comeniusschule. Derzeit wird das Gebäude, das ebenfalls an der Mariannenstraße, rund 300 Meter von der Grundschule entfernt liegt, umgebaut und modernisiert. Noch immer, muss man sagen, denn die Arbeiten sollten eigentlich längst abgeschlossen sein.

Unter den Voraussetzungen eines zügigen Umbaus waren vor einem Jahr, zum Schuljahr 2015/16, zum ersten Mal an der Mariannenschule drei Eingangsklassen gebildet worden. Als die Erweiterung dann doch nicht so schnell fertig wurde wie geplant, musste eine Klasse in die Aula ausweichen (die RP berichtete).

Die Eltern ertrugen die nun räumlich sehr beengte Situation ohne zu murren, auch deshalb, weil sie ihre Kinder vom engagierten Lehrer-Kollegium trotz allem gut betreut wussten. Nun allerdings schlägt die Vorfreude über eine Erweiterung in Frustration über die womöglich noch schlimmer werdenden Zustände an der Schule um. Darauf lässt ein Brief der Schulleitung in Absprache mit dem Schulamt schließen, der die Eltern kurz vor den Ferien erreichte. Darin steht, dass "die Fertigstellung der Umbaumaßnahmen bis nach den Sommerferien bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht verbindlich zugesagt" werden könne und "eine Ausweitung der Schule auf den neuen Teilstandort" deswegen noch fraglich sei.

"Wir Eltern sind richtig sauer. Wir glauben auch nicht, dass die Umbauarbeiten bis zum Ende der Ferien fertig sein werden. In der Schulkonferenzsitzung, in der das Thema jetzt angesprochen wurde, hat man gut gemerkt, wie die Stimmung kippt. Einige Eltern haben von Fehlplanung, viele von unzumutbaren Zuständen gesprochen", berichtet Elternvertreterin Zeynep Durna-Metin. In Absprache mit dem Schulpflegschaftsvorsitzenden und seiner Vertreterin wollen die Eltern ihren Protest nun öffentlich machen und kündigen weitere Aktionen an, sollten die Arbeiten bis Ende der Ferien nicht abgeschlossen sein.

Was die Eltern besonders ärgert, ist die erneute Dreizügigkeit der Schule, die zuvor immer zwei Eingangsklassen gebildet hatte. "Wir hatten im vergangenen Jahr bereits darum gebeten, die Dreizügigkeit zu stoppen, da wir wussten, dass ein Klassenraum fehlen würde. Jetzt werden mit hoher Wahrscheinlichkeit sogar zwei Räume fehlen, trotzdem werden erneut drei erste Klassen an dieser Schule eingeschult. Wie kann das sein?", fragt die Mutter eines Viertklässlers, die von der provisorischen Lösung, die im schlimmsten Fall erfolgen wird, direkt betroffen ist. Denn: "Übergangsweise soll dann eine vierte Klasse in die Räumlichkeiten des Offenen Ganztages ausweichen, der allerdings um die Ecke an der Philadelphiastraße liegt und seinen Platz eigentlich für die Ganztagsschüler braucht", beschreibt sie die Situation. Einen Raum innerhalb des Schulgebäudes gebe es sonst nur noch im Keller, in dem aber die 14-Uhr-Betreuung untergebracht sei.

"Ohne die Aula, die früher die fehlende Turnhalle ersetzte und für die AGs genutzt wurde, mussten unsere Lehrer schon in diesem Schuljahr wahre Kunststücke vollbringen, um das schulische Angebot einigermaßen aufrecht erhalten zu können. Nicht nur der Schulhof ist viel zu eng, die gesamte Schule platzt aus allen Nähten", sagt Zeynep Durna-Metin. Die Sorgen werden sie in die Ferien begleiten. Denn: "Mir graut es vor dem, was nach den sechs Wochen kommt, wenn ohne die neuen Räume noch eine Klasse zu viel an unserer Schule ist."

Quelle: RP
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