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Facebook-Aufruf in Krefeld
Eltern wollen gestohlene Fotos ihres toten Babys zurück

Facebook-Aufruf in Krefeld: Eltern wollen gestohlene Fotos ihres toten Babys zurück
So sieht die gestohlene Kamera aus. FOTO: Bianca Buckenhüskes
Krefeld. Schwerer Schicksalsschlag für Jessica und Thomas B. aus Krefeld: Am 3. Juli kam ihr kleiner Sohn Josha tot zur Welt. Alles, was den Eltern bleibt, sind die Fotos von der Geburt. Doch ein Unbekannter hat ihre Kamera aus der Helios-Klinik gestohlen. Über einen Facebook-Aufruf fordern sie die Bilder zurück – er wurde bereits über 33.000 mal geteilt.  Von Inga Methling

Vier Wochen vor der Geburt geschah der für werdende Eltern schrecklichste aller Schicksalsschläge: Mutter Jessica spürte im Bauch keine Bewegungen ihres Kindes mehr. Der Herzschlag des kleinen Josha war ausgeblieben. Sofort eilten sie und ihr Mann Thomas in die Helios-Klinik. 

Die Geburt wurde eingeleitet. Vier Tage lang lag die Mutter mit Wehen im Krankenhaus. Josha kam schließlich als sogenanntes Sternenkind zur Welt. Als Erinnerung an ihren Sohn bleiben den beiden Eltern lediglich die Bilder der Geburt.

Doch als sie sich von ihrem Totgeborenen verabschieden wollten und für zehn Minuten das Zimmer verließen, stahl ein Unbekannter ihre Digitalkamera. Erst als das Ehepaar zu Hause den Koffer auspackte, bemerkten sie den Verlust.

Bianca Buckenhüskes hat die beiden im Krankenhaus begleitet. Sie weiß, wie es sich anfühlt, sein Kind bei der Geburt zu verlieren. Gleich zweimal, 2010 und 2013, brachte die 30-Jährige selbst ein Sternenkind zur Welt. Die Fotografin entschloss sich danach, betroffenen Eltern zu helfen und professionelle Aufnahmen von ihren Kindern zu machen. Also gab ihr das Helios-Klinikum auch Anfang Juli Bescheid, als Josha auf die Welt kam. Sie fotografierte die dreiköpfige Familie und erfuhr wenige Tage später von der gestohlenen Kamera.

"Hab Herz und Verstand und bring uns die Speicherkarte wieder" 

Zusammen mit den Eltern entschied sich Buckenhüskes einen Aufruf bei Facebook zu starten, um den Dieb zu finden und zu bitten, die Speicherkarte mit den privaten Fotos ans Krankenhaus zurückzuschicken. "Es geht den Eltern nicht darum, eine Anzeige zu erstatten, Sie wollen einfach Ihre Erinnerungsbilder wieder haben!!!", heißt es in dem Beitrag vom 7. Juli. Und weiter: "Die Kamera kannst du gerne behalten, aber bitte hab wenigstens so viel Herz und Verstand die Speicherkarte wieder zu bringen!"

Die Eltern selbst sind froh, dass Buckenhüskes sie bei der Suche unterstützt. "Die beiden sind fertig und haben im Moment keinen Kopf dafür", erklärt Buckenhüskes. Am Freitag findet die Beerdigung von Josha statt. Trotzdem freuen sie sich über die große Anteilnahme. "Mit so einer Resonanz hätten wir im Leben nicht gerechnet", sagt die Fotografin. Bis Donnerstagvormittag wurder der Aufruf mehr als 33.000 mal geteilt. Die Eltern haben dazu auch Bilder der Kamera veröffentlicht, in der Hoffnung, jemand erkennt sie wieder. Ein unbekannter Mann hat gar ein Belohnungsgeld von 1000 Euro in Aussicht gestellt, wenn die Bilder wieder zurück in die Hände der Eltern kommen. 

Wer also im Besitz der wertvollen Speicherkarte ist, wird gebeten, sie in einem Umschlag mit dem Vermerk "Entbindungsstation - Sternenkind Josha" zurück zur Helios Klinik in Krefeld zu bringen. 

 
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