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Krefeld
Elternhaltestelle - Experiment geglückt

Krefeld. Verkehrswacht will die Mobilität der Grundschulkinder verbessern. Von Otmar Sprothen

Lehrer, Schüler und Eltern der Edith-Stein-Grundschule hätten sich positiv auf das Experiment einer Elternhaltestelle eingelassen, lobte Geschäftsführer Rainer Behrens in der Jahreshauptversammlung der Krefelder Verkehrswacht im Wilhelm-Elfes-Saal des Polizeipräsidiums. Als nächste Grundschule werde die Fischelner Südschule in der Nähe des Friedhofs eine Elternhaltestelle einrichten, mit zwei weiteren Grundschulen sei man im Gespräch. Mit Absicht werden die Hol- und Bringzonen für "Elterntaxis" mehrere hundert Meter entfernt vom Eingang der Schule angelegt, erkennbar an dem eckigen blauweißen Schild mit dem Piktogramm aus dem Auto steigender Kinder und der Aufschrift "Elternhaltestelle" über dem Namen der Schule.

Neben der Verminderung des Schadstoffausstoßes im Bereich der Grundschulen sollen die Kinder die Möglichkeit erhalten, vor Unterrichtsbeginn den Kontakt untereinander zu pflegen und ihr verkehrsgerechtes Verhalten auf der Straße zu trainieren. Obwohl der britische Risikoforscher David Spiegelhalter statistisch erfasst hat, dass "niemand in der gesamten Geschichte der Menschheit sicherer ist als ein siebenjähriges Kind in der heutigen westlichen Welt", ist die gefühlte Sicht der Eltern eine andere: Der Schulweg ist gefährlich wegen des rücksichtslosen Fahrens von Pkw- und Lieferwagenfahrern, dem Parken an unübersichtlichen Stellen, Wende- und Rangiermanövern im Einzugsbereich der Schulen.

Nach der Aufhebung der Grundschulbezirke werden deutlich mehr Schüler mit dem Pkw zur Schule gebracht. In der Folge hat die Stadt Krefeld viele Straßen an Schulen sicherheitstechnisch überarbeitet. Norbert Goertz-Gorr vom Fachbereich Ordnung verwies darauf, dass Krefeld inzwischen die niedrigste Beanstandungsquote aller NRW-Städte im Bereich von Schulen verzeichnen würde.

Das neue Konzept der Krefelder Verkehrswacht will die Schüler ansprechen. Unter dem Slogan "Wir gehen gern zur Schule!" sollen die Jungen und Mädchen den Weg zur Schule alleine meistern. Auf diesem selbstständig zurückgelegten Weg können sie Freundschaften schließen, ihr Raum-Zeit-Gefühl entwickeln, entwickeln eine Routine für das Vermeiden von Gefahrensituationen und entwickeln ein Selbstbewusstsein, das ihnen die überbordende Fürsorge der Eltern vorenthält.

Damit gerät auch das Verkehrsübungsgelände auf dem Schulhof der Linner Schule am Danziger Platz ins Blickfeld, das unter vielen schlechten Ersatzlösungen die beste sei, wie Behrens hervorhob. Allerdings sei der Schulhof durch die Lehrerautos der beiden dort angesiedelten Abendschulen für die Jugendverkehrsschule nicht benutzbar.

Quelle: RP
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