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Krefeld
Emil Bulls: hart rockende Klosterschüler

Emil Bulls feiern ihr 20. Bühnenjubiläum
Die Emil Bulls sind auf Tour, um ihr "Sacrifice To Venus"-Album vorzustellen. Harte Sounds und weiche Melodiebögen sind ihr Markenzeichen. FOTO: Gerald von Foris
Krefeld. Die Münchner Band feiert ihr 20. Bühnenjubiläum. Am 17. August gastiert sie in der Kulturfabrik. Von André de Vos

Mit den Vorstellungen von einer bayerischen Klosterschule hat es herzlich wenig zu tun, was aus den Boxen kommt, wenn die Emil Bulls loslegen. 1995 gründeten die ehemaligen Klosterschüler Christoph von Freydorf (Gesang und Gitarre) und Stefan Finauer (Schlagzeug, bis 2003) die Band, die sich nach einem gleichnamigen Kinderfilm benannt hat. Ein Jahr später nahmen sie ihre erste CD "Red Dick's Potatoe Garden" in Eigenregie auf - in kleiner Stückzahl, weshalb sie bei Sammlern begehrt ist. Die Emil Bulls haben treue Fans, die seit Jahrzehnten den Sound mit den harten Gitarren und weichen Melodiebögen lieben. Am Freitag, 17. April, tritt die Band in der Kulturfabrik auf.

Zum 20-jährigen Bandbestehen gehen die Emil Bulls aus München ab April den zweiten Teil ihrer "Sacrifice To Venus - Tour 2015" an. Die gleichnamige Platte ist ihr achtes Studioalbum und wird beim Konzert in der Kufa den größten Teil ihrer zweistündigen Show ausmachen. Seit 2014 sind die Emil Bulls offiziell nur noch ein Quartett, nachdem Schlagzeuger Klaus Kössinger die Gruppe verlassen hat und in den Credits ihrer aktuellen Scheibe nur noch unter ferner liefen aufgelistet wird. Stattdessen wird bei Livekonzerten jetzt Manuel "Manu" Lotter auf dem Drum-Schemel Platz nehmen.

Soundtechnisch hat sich bei den Bulls nichts geändert, ihr Stil "Alternative-Metal" hat über die Jahre nichts an Durchschlagskraft eingebüßt. Ganz im Gegenteil: Ihre "Sacrifice To Venus"-Scheibe erreichte im vergangenen Sommer Platz 6 der Media Control Charts - die höchste Chartplatzierung, die die Gruppe in ihrer Karriere jemals erreichte. Das Erfolgsgeheimnis der Emil Bulls besteht in ihrer Beständigkeit, die darauf gründet, seit Mitte der Neunziger Jahre - als der Begriff NuMetal die Runde machte - einen beinharten Grund- und Gruppensound in alle möglichen Richtungen auszuloten, ihn zu perfektionieren, aber dabei immer unverkennbar nach "Emil Bulls" zu klingen: "Wenn man sich up to date hält, dann verrostet man auch nicht in seiner eigenen musikalischen Welt, und das ist ja auch immer gefährlich", meint Sänger Christoph "Christ" von Freydorf. "Es gibt immer Bands, die in ihrem eigenen Sumpf so gefangen sind, dass sie gar nichts Neues mehr zulassen, dann immer auf der Stelle treten und nur noch langweilige Alben rausbringen. Also wir sind schon eine Band, die sich auch am Zeitgeist orientiert. Das finde ich wichtig, und wir haben einen breitgefächerten Musikgeschmack."

So achtet die Band darauf, neben den harten Klängen immer Platz für den hymnischen Refrain, musikalische Brüche oder besinnlichere Phasen einzubauen. In ihrer frühen Anfangsphase hatten die Musiker einst den "a-ha"-Hit "Take On Me" mit metallischer Härte versetzt, ihre aktuelle Single "Hearteater" oder auch andere neue Stücke wie "The Age Of Revolution" folgen dem Wechselspiel zwischen Härte und Gefühl.

Den Emil Bulls merkt man in ihrer Leidenschaft und Dynamik an, dass sie den harten Sound nicht nur spielen, sondern auch leben. Anders wäre so eine Bandexistenz mit vielen kraftaufreibenden Tourneen über die Jahre nicht durchzuhalten. Gleich nach der Frühjahrstour werden die Emil Bulls ab Ende Juni auf Festivals überall in Deutschland zu sehen sein.

Zurzeit spielen im Vorprogramm "Annisokay" aus Leipzig eine Mischung aus Rock, Hardcore und Alternative-Sounds sowie "Tenside" aus München, die einen Mix aus Metal, Rock und Alternative präsentieren.

Quelle: RP
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