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Krefeld
Enormer Verkehr gefährdet Schulkinder

Krefeld: Enormer Verkehr gefährdet Schulkinder
Hochbetrieb herrschte auch gestern Morgen am ersten Schultag nach den Herbstferien auf dem Gießerpfad, an dem die katholische Grundschule St. Michael und die Lindenschule liegen. Eine Arbeitsgruppe beider Schulen will jetzt Gespräche mit Polizei, Stadt und Politik suchen. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Jeden Morgen kommt es in Lindental zu gefährlichen Situationen, wenn Eltern ihre Kinder zur Schule bringen. Unter anderem wird das Linksabbiegeverbot in den Gießerpfad nicht beachtet. Die Schulleitungen wollen eine Elternhaltestelle. Von Bianca Treffer

Barbara Herbst-Bukowski hat als Anwohnerin die Ecke Forstwaldstraße/Gießerpfad gut im Blick. Was die Krefelderin dort jeden Morgen sieht, lässt sie sorgenvoll den Kopf schütteln. "Dort herrscht in den Morgenstunden enormer Verkehr, und es kommt, wenn die Kinder zu den am Gießerpfad liegenden Grundschulen unterwegs sind, zu jeder Menge gefährlicher Verkehrssituationen", berichtet Herbst-Bukowski. Das liege insbesondere auch daran, dass sich die Autofahrer nicht an das bestehende Linksabbiegeverbot halten.

Wer die Forstwaldstraße stadteinwärts fährt, darf nicht als Linksabbieger in den Gießerpfad einfahren. Aber daran, so die Anwohnerin, hielten sich die wenigsten. "Eltern, die es morgens eilig haben und ihr Kind zur Schule bringen, biegen einfach links ab, ohne auf die Kinder und anderen Fußgänger und Radfahrer zu achten, die dort unterwegs sind und die Straße queren." Das Szenario sehe dabei so aus, dass sich eine Schlange von Linksabbiegern sammelt, die aufgrund des Autogegenverkehrs nicht abbiegen können. Hinter ihnen werde gehupt, weil andere aufgrund des Fehlverhaltens nicht weiterfahren könnten. Mit einer entsprechend schnellen Geschwindigkeit erfolge dann das Abbiegen in den Gießerpfad, wobei der Rad- und Fußweg nicht immer die benötigte Berücksichtigung finde.

Die Anwohnerin, die dort schon viele Beinahe-Unfälle beobachten musste, wandte sich an die Polizei. Die Beamten kamen auch, allerdings nicht zu den frühmorgendlichen Stoßzeiten, sondern gegen 10 Uhr. "Dann gibt es dort solche Situation wie morgens früh aber nicht mehr ", bemerkt Herbst-Bukowski. Sie kann die Eltern nicht verstehen, die ihr eigenes Kind im Auto sitzen haben und andere Kinder gefährden - eine Tatsache, die auch in den beiden Grundschulen bekannt ist.

Sowohl in der katholischen Grundschule St. Michael als auch in der Lindenschule sorgt man sich um die Sicherheit der Grundschüler. Es entstehen gefährliche Verkehrssituationen, wenn Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen. Das bezieht sich dabei nicht nur auf die Eingangssituation an der Forstwaldstraße. "Die Situation ist generell brisant. Eine Kurve macht die Straße uneinsehbar, und auf dem Lehrerparkplatz herrschen lebensgefährliche Situationen, weil die Eltern diesen anfahren und dort drehen", berichtet Claudia Gehlings, Leiterin der Lindenschule.

Beide Schulen betreiben die Verkehrserziehung ihrer Schüler gemeinsam. Sie ist ein tägliches Thema, und auch die Eltern werden immer wieder auf die Gefährdungen hingewiesen, die sie selber verursachen. Doch genau diese Elterninformation scheint nicht zu fruchten. "Wir haben uns daher lange mit dem Thema Elternhaltestelle beschäftigt. In der Schulkonferenz haben wir jetzt beschlossen, eine solche Haltestelle zu initiieren", sagt Anne Maaßen, Leiterin der St. Michael Grundschule.

Inzwischen hat sich eine Arbeitsgruppe gegründet, die sich jetzt - nach den Herbstferien - intensiv um die Angelegenheit kümmern wird. Es sollen Gespräche mit Polizei, Stadt und Politik geführt werden, um eine Realisation des Wunsches zu erreichen. Ideen, wo eine solche Haltestelle möglich und sinnvoll wäre, haben die beiden Grundschulen bereits.

Quelle: RP
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