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Krefeld
"Entartete Kunst": Konfisziertes Bild von Nauen zurück

Krefeld. Ein von Nazis beschlagnahmtes Ölgemälde des Krefelder Künstlers Heinrich Nauen ist jetzt zurückgekehrt ins Dortmunder Museum am Ostwall. Der Förderverein des Museums Ostwall hat das 1937 als "entartete Kunst" konfiszierte Bild "Sonnenblumen mit welker Kresse" nach 78 Jahren zurück nach Dortmund gebracht. An der Herkunft des Gemäldes gebe es keine Zweifel, sagte der Vorsitzende des Fördervereins "Freunde des Museums Ostwall", Klaus Fehlemann. Ein Berliner Kunsthändler habe das Gemälde verkaufen sollen, was allerdings nicht gelungen sei, erklärte er. Danach verliere sich die Spur. Der Förderverein hatte das Gemälde vor einigen Wochen im Angebot einer Düsseldorfer Kunsthandlung entdeckt und Ende November für einen fünfstelligen Betrag zurückgekauft. Das expressionistische Stillleben von 1924 solle spätestens im Frühjahr 2017 in dem Museum ausgestellt werden, kündigte die Leiterin der Sammlung, Nicole Grothe, an. Obwohl das Bild erstaunlich gut erhalten sei, müsse es noch restauriert werden.

Heinrich Nauen zählt zu den führenden Vertretern des Rheinischen Expressionismus. Er wurde 1880 in Krefeld geboren. Während des Zweiten Weltkriegs gehörte er zu einer Gruppe von Freidenkern, die sich Kerzianer nannten. Auch sein Künstlerkollege und Freund Heinrich Campendonk war dort häufiger Gast. Wie Campendonk und Mataré lehrte Nauen an der Kunstakademie und wurde von den Nazis seines Amtes enthoben.

(ped/epd)
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