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Stadthaus Krefeld
Entscheidung über Millionen-Sanierung noch in diesem Jahr

Stadthaus Krefeld: Entscheidung über Millionen-Sanierung noch in diesem Jahr
Ende des Monats wird die Politik mit Fakten beliefert, wie teuer eine Sanierung des Stadthauses werden soll. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Die Stadt zahlt seit Jahren mehrere Millionen Euro Miete für die Unterbringung der rund 600 Beschäftigten aus dem Stadthaus an verschiedenen Standorten. Das Stadthaus ist stark sanierungsbedürftig und als Verwaltungssitz derzeit unzumutbar. Dennoch arbeiten dort im Flachbau inzwischen wieder 120 Beschäftigte der Stadt. Von Norbert Stirken

Das denkmalgeschützte Stadthaus am Konrad-Adenauer-Platz ist ein großes Thema: Die Sanierung des Verwaltungssitzes dürfte nach letzten Schätzungen um die 65 Millionen Euro kosten. Viel Geld. Wie viel genau, das sollte das beauftragte Düsseldorfer Star-Büro Rhode Kellermann Wawrosky (RKW) herausfinden (wir berichteten exklusiv). Die Expertise liegt inzwischen vor. Die Inhalte werden noch wie ein Geheimnis gehütet.

"Die Sanierungsplanung und die dazugehörige Kostenberechnung liegen seit kurzem vor und sind aktuell Gegenstand verwaltungsinterner Erörterung. Die politischen Vertreter werden sich Ende Juni mit diesen Ergebnissen intensiv befassen", teilte das Büro des Planungsdezernenten Martin Linne auf Anfrage unserer Redaktion mit. Eine politische Entscheidung über die Sanierung sei nach Auffassung der Verwaltung noch in diesem Jahr möglich, heißt es weiter.

Kartons sind gepackt: Die Verwaltungssteuerung ist ausgezogen. FOTO: Lammertz Thomas

Einen Schritt weiter sind die Vorbereitungen für den Bau eines Technik- und Dienstleistungszentrums (TDZ) am selben Standort. Rund acht bis neun Millionen Euro dürfte die Größenordnung für den Neubau sein, der nicht nur die komplette Informationstechnologie der Stadtverwaltung mit ihren Servern beherbergen muss, sondern auch Platz für die Botenmeisterei und das Stadtarchiv bieten soll. Das Stadtarchiv bekomme, so Linne, auf diesem Weg Lagerflächen für das so genannte Zwischenarchiv. In ihm würden Unterlagen der Verwaltung von bereits abgeschlossenen Vorhaben aufbewahrt, die derzeit noch in den Büros der Mitarbeiter vorhanden seien und dort teuren Büroraum in Anspruch nähmen. Stand der Dinge ist, dass die Architekten von RKW eine Genehmigungsplanung erarbeitet haben, die Gegenstand eines entsprechenden Bauantrages ist. "Eine Baugenehmigung wird bis Ende Juni erwartet. Aktuell wird ein europaweites Vergabeverfahren durchgeführt, um einen geeigneten Auftragnehmer für die Ausführungsplanung und den Bau des TDZ zu ermitteln", informierte Linne. Nach dem aktuell gültigen Rahmenterminplan sei mit Aufnahme der Bautätigkeiten im ersten Quartal des kommenden Jahres zu rechnen.

Die derzeit 120 Stadtbediensteten im Flachbau des Stadthauses seien von den Arbeiten am TDZ nicht betroffen. "Das Baufeld befindet sich außerhalb", so die Bauverwaltung. Dennoch werde es zu Beeinträchtigungen kommen. Die Baulogistik werde jedoch versuchen, Beeinträchtigungen möglichst gering zu halten, heißt es weiter. Betroffen sind Mitarbeiter der Fachbereiche Soziales, Kommunaler Ordnungsdienst und Ordnungsamt mit der Veterinär- und Lebensmittelüberwachung. Der Grund, warum die Stadt das Stadthaus vorübergehend wieder nutzt, liegt im zusätzlichen Platzbedarf für Mitarbeiter in der Flüchtlingsbetreuung. "Am Sitz des Fachbereichs Ordnung am Hauptbahnhof wird zusätzlicher Büroraum für die Ausländerbehörde benötigt. Aus diesem Grund zieht die Abteilung Veterinär- und Lebensmittelüberwachung kurzfristig in das Stadthaus", erklärte Stadtsprecher Manuel Kölker auf Nachfrage. "Der bauliche Zustand ist nicht gut, jedoch für eine temporäre Nutzung akzeptabel. Die Haus- und sicherheitstechnischen Einrichtungen und Anlagen werden regelmäßig überprüft und instand gehalten. Gleiches gilt auch für den Hygienestand", sagte die Bauverwaltung.

Das Hochhaus werde aufgrund der bestehenden, technischen Mängel hingegen nicht genutzt. Nach Informationen unserer Zeitung wird im Hochhaus Material für die Unterbringung von Flüchtlingen gelagert.

Quelle: RP
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