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Krefeld
Erinnerung an Krefelder Märtyrer, die im Gefängnis und KZ starben

Krefeld. An sechs Krefelder, die für ihren Glauben in der Zeit des Nationalsozialismus gestorben sind, und an Märtyrer allgemein erinnert eine Ausstellung der Pfarrei St. Christophorus in der Gemeinde St. Hubertus, die am Sonntag, 10. Januar eröffnet wird. Von Norbert Stirken

Ihre Namen sind kaum bekannt: Sechs Krefelder sind in der Zeit des Nazi-Regimes für ihren christlichen Glauben in den Tod gegangen. Diese Namen dem Vergessen zu entreißen, ist Ziel einer Ausstellung, die ab Sonntag, 11.15 Uhr, in den Räumen der St. Hubertus Gemeinde am Hohen Dyk 130 zu sehen sein wird. An vier geistliche und zwei weltliche Märtyrer aus Krefeld erinnert der Experte Professor Dr. Helmut Moll aus Krefeld: Stadtbaumeister Kuno Kamphausen und Reichsbahn-Assistent Matthias Eickels, die Pater Stanislaus (Franz) Loh, Anizet (Adalbert) Koplin, Werner Barkholt und Dionysius (Heinrich) Zöhren. Anizet und Dionysius lebten im Kapuzinerkloster am Inrath und kümmerten sich um die Schwachen. Der Jesuit Werner Barkholt machte um seine Abneigung gegen die menschenverachtende Ideologie der Nazis keinen Hehl. Herz-Jesu-Priester Stanislaus starb im Gefängnis in Düsseldorf. Kamphausen wurde Opfer der Röhm-Affäre und Eickels strafversetzt und ins Konzentrationslager Dachau verfrachtet. Er starb dort wie auch die Pater Barkholt und Dionysius. Der von Papst Johannes Paul II. im Jahr 1999 seliggesprochene Pater Anizet tat seinen letzten Atemzug im KZ Auschwitz.

Selbst in der dunklen Zeit des Nationalsozialismus gab es überall Männer und Frauen, die an ihrem Glauben an Gott und seiner Menschenfreundlichkeit festhielten und sich den Nationalsozialisten widersetzten. Die Gemeinde St. Hubertus gedenkt der Zeugen, die mit der Stadt Krefeld in Verbindung stehen. Prälat Helmut Moll widmet sich im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz seit Jahren der Erforschung der Märtyrerbiografien und ist der Herausgeber des deutschen Martyrologium "Zeugen für Christus".

Die Märtyrerausstellung wird durchgeführt in Kooperation mit dem "familienforum edith stein" aus Neuss. In seiner Eröffnungsansprache wird Prälat Moll besonders auf die Entwicklung des Martyrologiums und seine Bedeutung eingehen.

Eine Woche später, am Sonntag, 17. Januar, wird Pastor Andreas Hartong - Mitarbeiter am deutschen Martyrologium - den traditionellen Besinnungstag der Gemeinde halten. Dazu stellt er die Verbindung zwischen den Zeugen für Christus und dem Jahr der Barmherzigkeit her, das gegenwärtig das kirchliche Leben bestimmt. Besonderes Augenmerk gilt den sechs Glaubenszeugen der NS-Zeit. Zu beiden Veranstaltungen sind alle Gemeindemitglieder und Interessierten eingeladen. Die Bischöfliche Maria-Montessori-Gesamtschule wird die Ausstellung für den Unterricht nutzen. Die im Jahrgang 10 der Schule erarbeiteten Projekte zu ausgewählten Märtyrern, zur Krefelder Geschichte, Kirche und Jugend während der Nazi-Diktatur, werden am Donnerstag, 28. Januar, 18 Uhr, im Forum der Gesamtschule von den Schülern präsentiert. Um 18.30 Uhr beginnt ein Konzert der mehrfach preisgekrönten Gruppe "Grenzgänger" mit vergessenen Liedern aus KZ und Widerstand.

Quelle: RP
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