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Krefeld
Erster inklusiver Fan-Club für den KFC

Krefeld: Erster inklusiver Fan-Club für den KFC
Freude über den neuen Fan-Club (v.l.): Jochen Kamps, Michael Küssner, Agissilaos "Lakis" Kourkoudialos, KFC-Präsident, "Grotifant", Uwe Ortmanns, Toni Arabatzis, Gleumes Brauerei, Olaf Jansen, Marlis Jansen (im Rollstuhl) FOTO: Kamps
Krefeld. Auf der "Party ohne Grenzen" in der Kufa schlossen sich behinderte und nicht-behinderte KFC-Fans zusammen. Sie wollen künftig gemeinsam Spiele ihres Vereins besuchen und monatlich einen Stammtisch bei "Gleumes" abhalten. Von Senthuran Sivananda

"Sport hat die Kraft, die Welt zu verändern", hat einmal der südafrikanische Anti-Apartheid-Kämpfer und der erste dunkelhäutige Präsident des Landes, Nelson Mandela, gesagt. Auf diese Kraft bauen auch die Fußballfans, die den ersten inklusiven Fanclub des KFC Uerdingen gegründet haben. "Inklusion bedeutet, dass behinderte und nicht-behinderte Fans was gemeinsam machen", sagt Jochen Kamps von der Dr.-Ulrich-Lange-Stiftung, der die Gründung des Fanclubs gemeinsam mit seinen Schützlingen Uwe Ortmanns und Olaf Jansen initiiert hat.

Uwe Ortmanns geht seit drei Jahren, seitdem er nach Uerdingen gezogen ist, zum KFC. "Ich fiebere jeden Spieltag mit", sagt Ortmanns. Olaf Janßen ist schon seit seiner frühesten Kindheit Anhänger der Uerdinger, hat sogar die glorreichen Zeiten der Blau-Roten in den 80ern mit dem DFB-Pokalsieg 1985 mitgemacht. "Da war ich gerade 15 und habe das Spiel zu Hause vor dem Fernseher gesehen. Am Tag danach habe ich den Empfang der Mannschaft in Uerdingen miterlebt", sagt Jansen. Seine Mutter begleitete ihn bis zu ihrem Tod in die Grotenburg, danach ging er alleine zu den KFC-Spielen. Nun hat er neue Verbündete.

Die Gründung des Fanclubs geht auf die erste "Party ohne Grenzen", auf der Behinderte und Nicht-Behinderte gemeinsam in der Kulturfabrik feiern, im Juni dieses Jahres zurück. Auf der Fete gab es eine sogenannte "Freizeitbörse". Auf einer Wand durften die Partybesucher inserieren, um Mitstreiter für gemeinsame Aktivitäten wie zum Beispiel einen Kinobesuch oder einen Spaziergang am Rhein zu finden.

Olaf Jansen und Uwe Ortmanns suchten nach Leuten, die mit ihnen zusammen zu den KFC-Spielen gehen. "Und als sich darauf gleich vier Leute gemeldet haben, haben wir uns überlegt, dass wir einen Fanclub gründen könnten", erklärt Kamps.

Auf der zweiten "Party ohne Grenzen" am vergangenen Freitag wurde der Fanclub gegründet. Zu der Feier kam auch KFC-Präsident Lakis mit dem Vereinsmaskottchen "Grotifant". "Ich habe erst gestern davon erfahren und gleich zugesagt, obwohl wir Gäste aus Köln zu Hause haben", sagt der Vereinsboss. "Wir haben als Verein auch eine gesellschaftliche Verantwortung. Ich würde mich freuen, wenn aus dem Fanclub eine riesige Gemeinschaft entsteht."

Der Fanclub will zukünftig gemeinsam die Heimspiele besuchen und auch einige Auswärtsfahrten bestreiten. Zudem soll einmal im Monat ein Stammtisch in der Brauerei Gleumes abgehalten werden. Auf der ersten Veranstaltung dort soll auch der Name für den neuen Fanclub gefunden werden.

Interessenten, die sich dieser Gemeinschaft anschließen wollen, können sich an Jochen Kamps unter der E-Mail-Adresse kamps@dulst.de wenden.

Quelle: RP
 
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