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Krefeld
Et Bröckske: Investor will Politik vor Ort von Abriss überzeugen

Krefeld. Die Investoren des stark sanierungsbedürftigen Traditionsgasthauses Et Bröckske wollen die Krefelder Politik vor Ort davon überzeugen, dass eine Sanierung des neuen Denkmals wirtschaftlich nicht tragbar ist. Eingeladen haben Gabi Schock (SPD) und Jürgen Wettingfeld (CDU), die Vorsitzenden von Planungs- und Bauausschuss.

Das Et Bröckske ist seit wenigen Wochen ein Denkmal. Der Eigentümer will dagegen klagen. Eine Sanierung sei nicht wirtschaftlich, argumentieren die Investoren um Thomas Deneken von der Absolut Immobilien GmbH aus Köln. Die Krefelder Ratsfraktionen pflichteten ihm in dieser Woche unisono bei.

Die Unabhängigen Wähler (UWG) im Krefelder Rat haben unterdessen gestern als erste gewählte Kommunalvertreter ein Bekenntnis für das Et Bröckske abgegeben. Sie machen sich damit für den Erhalt des Hauses stark. UWG-Ratsherr Andreas Drabben kritisiert die neue Kritik der Krefelder Politik an der Unterschutzstellung.

Drabben verwies darauf, dass die Parteien vorher mehrheitlich für einen Erhalt des Et Bröckske plädiert hatten. "Haben die Fraktionen schon die eigenen Beschlüsse und Äußerungen in den Ausschüssen vergessen?", fragte Drabben gestern. Die Stadtverwaltung hatte gestern bereits dargestellt, dass am 20. Februar 2013 die Politik im Denkmalausschuss mit den Stimmen aller Fraktionen außer der FDP beschlossen hatte, das "Et Bröckske" in die Denkmalliste einzutragen.

In der vergangenen Woche hatte der Investor, dem das Et Bröckske seit einem Jahr gehört, schwere Kritik an der Stadt geäußert. Das Et Bröckske sei marode und könne nicht wirtschaftlich saniert werden. Die Investoren um Thomas Deneken von der Absolut Immobilien GmbH aus Köln forderten die Stadt auf, den Denkmalschutz zurückzunehmen und kündigten an, gegen die Stadt klagen zu wollen. Oberbürgermeister Frank Meyer (SPD) kündigte danach an, eine Lösung finden zu wollen, die die Interessen von Denkmalschützern und Investor in Einklang zu bringen vermag.

Carsten Repges, FDP-Mitglied im Denkmalausschuss und 2013 in der Abstimmung gegen die Unterschutzstellung des Et Bröckske, kritisierte gestern die Machtlosigkeit der Politik. Faktisch sei der Denkmalausschuss zum "Abnicken" gezwungen, könne eine Unterschutzstellung nicht verhindern. Dabei stehe doch im Denkmalschutzgesetz, dass die kommunalen Denkmalausschüsse Entscheidung bei der Eintragung in die Denkmalliste hätten.

Der Krefelder FDP-Politiker verweist auch darauf, dass unter §1, Absatz 1 im Denkmalschutzgesetz NRW steht, dass ein Denkmal "sinnvoll zu nutzen" sein müsse. Dies sei beim Et Bröckske aber nicht mehr der Fall, und dies sei nicht das Verschulden des aktuellen Eigentümers.

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