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Krefeld
Experten machen Krefeld bei Verkehr und Wohnungsbau fit für die Zukunft

Krefeld: Experten machen Krefeld bei Verkehr und Wohnungsbau fit für die Zukunft
Dezernent Martin Linne FOTO: MM
Krefeld. Der Planungsausschuss beschäftigte sich mit dem Breitbandnetz, der Mobilität im Stadtgebiet, der Anpassung des Parkraums und dem Bau von Wohnungen. Von Joachim Niessen

Der Ausbau des Breitbandnetzes, die Verbesserung der Mobilität im Stadtgebiet, die Anpassung des Parkraums in der City und vor allem Neubau und Modernisierung von Wohnraum - die Politik will Krefeld für das kommende Jahrzehnt fit machen. "Wir müssen jetzt die richtigen Weichen stellen und damit das Fundament für eine positive Entwicklung der Stadt für die kommenden Jahre errichten", umschrieb CDU-Ratsherr Jürgen Wettingfeld in der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses die gesteckten Ziele.

Beim Ausbau des Breitbandnetzes hat die Verwaltung in den vergangenen Monaten bereits wichtige Vorarbeit geleistet. Bis Ende 2019 könnte Krefeld komplett angeschlossen sein. Bis spätestens Ende September muss ein Förderantrag gestellt werden. Die Investitionssumme für das in Krefeld fehlende Breitbandnetz von 201 Kilometern beträgt rund 12,3 Millionen Euro. Die Kosten übernehmen Bund und Land jeweils zu 50 Prozent.

Ebenfalls auf dem Weg ist ein neues Mobilitätskonzept für die Stadt. Allerdings will die Verwaltung hier erweiterte Eckpunkte setzen. "Eine Beschränkung auf die Innenstadt ist nicht sinnvoll", erklärte Planungsdezernent Martin Linne. "Ein Mobilitätskonzept muss die Gesamtstadt einschließlich der über die Stadtgrenzen hinausgehenden ÖPNV-Verbindungen in die Betrachtung einbeziehen." Erst dann sei es möglich, eine Grundlage zu schaffen, die als Leitfaden für eine langfristige Verkehrsentwicklung dienen könne.

Und hier kamen gleich noch Ergänzungen aus der CDU. Die Fraktion erwartet von der Verwaltung Gespräche mit den Stadtwerken über völlig neue Nutzungsmöglichkeiten im Nahverkehr. "So betreiben bei einem ,On-Demand-ÖPNV' örtliche Verkehrsverbünde Kleinbusse, die ohne festgelegte Route und ohne fixen Plan fahren", so Wettingfeld. "Durch eine App können die Nutzer angeben, von wo sie wohin fahren wollen." Ein spezielles Programm führt jeden einzelnen Bus und errechnet die beste Route, um so viele Fahrgäste wie möglich zügig an den gewünschten Ort zu bringen.

Einziger Wermutstropfen bei den neuen Mobilitäts-Ideen: Auch der Umbau des Parkraumkonzepts vor allem für die Innenstadt ist daran gekoppelt. "Wichtig ist, dass wir uns mit dem Parkraumkonzept zeitnah beschäftigen", sagte FDP-Vorsitzender Joachim C. Heitmann. "Da sind wir bei den Einzelhändlern im Wort." Es müsse deshalb überlegt werden, ob die beiden Punkte nicht getrennt beraten und behandelt werden müssten.

In Bewegung sind auch die Planungen für den Baubereich. Fakt ist, dass in Krefeld mittelfristig rund 6500 zusätzliche Wohneinheiten benötigt werden. Hieraus ergibt sich ein erforderlicher Bedarf von 1300 Einheiten pro Jahr bis 2020. Dem steht - laut Verwaltung - eine Neubautätigkeit von 230 Wohneinheiten entgegen. Gegen die Stimmen der CDU votierte der Ausschuss für eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit an der Bauleitplanung "Fette Henn/Hinter der Papenburg". Während die CDU von einer Zerstörung des "ökologischen Zentrums" von Hüls sprach, erklärte SPD-Ratsherr Hans Butzen mit Blick auf das Verhalten der Christdemokraten, dass hier eine "Vision vermittelt wird, für die es überhaupt keine Grundlage gibt".

Zwei Varianten - mit einer mehr oder weniger großen Zahl an Einfamilienhäusern - fordert die Politik für das Wettbewerbsverfahren am "Wiesenhof", die zuvor intensiv über die Bebauungsdichte diskutiert hatte. In einer öffentlichen Veranstaltung vor dem Start des Wettbewerbs wird das Verfahren den Bürgern vorgestellt.

Quelle: RP
 
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