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Polizeisuche mit Hubschrauber in Krefeld
Fahrer vergisst behinderte Frau eine Nacht im Auto
Polizeisuche mit Hubschrauber in Krefeld: Fahrer vergisst behinderte Frau eine Nacht im Auto
Die Polizei suchte bei Nacht auch mit einem Hubschrauber mit Scheinwerfer und Wärmebildkamera. FOTO: Juergen Mueller
Krefeld. Ihr Fahrer hat eine 52-jährige, geistig behinderte Frau in der Nacht zu Freitag in seinem Auto vergessen. Die Familie der Frau hatte inzwischen die Polizei informiert, die in der Nacht mit einem Großaufgebot samt Hubschrauber gesucht hatte. Am Freitagmorgen entdeckte der Mann sie schlafend in seinem Kleinbus. Von Martin van der Pütten

"Als die Familie die Frau am Donnerstag als vermisst gemeldet hatte, haben wir natürlich zuerst ihren Fahrer befragt", erklärte ein Sprecher der Krefelder Polizei. Der Mann, der die Frau und weitere Angestellte einer Behindertenwerkstatt jeden Tag zur Arbeit bringt und wieder abholt, habe aber ausgesagt, die Frau zu Hause abgesetzt zu haben.

Die Polizei startete daraufhin sofort mit einem Großaufgebot die Suche nach der 52-Jährigen. Unter anderem wurde auch ein Hubschrauber mit Scheinwerfer und Wärmebildkamera eingesetzt. "In solchen Fällen ist es üblich, dass alle verfügbaren Einsatzkräfte sich an der Suche beteiligen. Denn mit jeder Stunde wird der Suchradius größer", so der Polizeisprecher. Den Transporter selbst hatte im Laufe der Suche niemand kontrolliert, da der Fahrer laut Polizei schließlich angegeben hatte, die Frau abgesetzt zu haben.

Trotz stundenlanger Suche blieb die Frau aber bis Freitagmorgen verschwunden. Ihr Fahrer entdeckte sie schließlich schlafend in seinem Wagen, als er zu seiner täglichen Runde aufbrechen wollte. "Wir haben ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen den Mann eingeleitet", erklärte der Polizeisprecher.

Der Frau gehe es den Umständen entsprechend gut, ihre Familie sei mit ihr vorsichtshalber zu einem Arzt gefahren. Der Fahrer war indes für die Polizei nicht mehr telefonisch zu erreichen und wird nun schriftlich vorgeladen. "Das geschieht erst im neuen Jahr, das Wichtigste für uns ist, dass es der Frau gut geht", sagte der Polizeisprecher.

Quelle: jco/das/csi
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