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Krefeld
Fahrrad gegen Segway

Der Vergleich: Fahrrad gegen Segway
Der Vergleich: Fahrrad gegen Segway FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Was fährt sich sicherer – und was macht mehr Spaß: Ein traditionelles Fahrrad, ein Elektro-Fahrrad oder ein hochmoderner Automatik-betriebener Steh-Roller? Drei Krefelder machten den Praxis-Test über Stock und Stein. Und machten so manche interessante Entdeckung. Von Sven Durgunlar

Plötzlich macht der Hund Jagd auf das Gefährt, als wäre es ein überdimensionaler Knochen auf Rädern. Er verschont den Mountainbike- Fahrer, ignoriert auch seinen Bruder auf dem Elektro-Bike (Pedelec). Der Wachhund auf dem eingezäunten Gelände interessiert sich nur für das Segway.

Es ist einer der wenigen Momente, in denen der Krefelder Künstler Seggy verflucht, auf einem elektrischen Steh-Roller zu stehen. Auf einer 30 Kilometer langen Strecke von Moers über Krefeld nach Tönisvorst machten drei Testfahrer den Vergleich: Was besteht den Touren-Test am besten: Ein Mountainbike, ein Elektro-Fahrrad oder ein Segway?

Zumindest in einem Punkt gewann der Segway-Fahrer deutlich: Er zog die meisten Blicke von Passanten auf sich. Denn das Segway hat etwas mit einem nagelneuen Lamborghini gemein: Es macht seinen Fahrer automatisch zum Star. Das strombetriebene Gefährt mit dem außergewöhnlichen Aussehen findet immer mehr Anhänger. In Tönisvorst ist Deutschlands größte Segway-Halle beheimatet.

Doch was kann das Segway, was ein Fahrrad nicht kann? Das Ergebnis nach neunstündiger Fahrt: Das Segway bietet großen Fahrspaß – hinkt aber im Vergleich bei einigen Punkten dem Mountainbike hinterher.

Die rund neunstündige Fahrt (mit vielen Unterbrechungen) beginnt in Moers. Ausgestattet werden die Fahrer mit Gepäcktaschen für die Verpflegung. Die Befestigung der Taschen: kein Problem – weder beim Mountainbike, beim Pedelec, noch beim Segway. Doch schon nach wenigen Metern geschieht dem Pedelec-Fahrer die erste Panne: Ein Ast hatte sich in den Speichen verfangen. Ein Problem, das beim Segway dank anderer Räder nicht auftreten kann.

Bei der Auffahrt auf den Hülser Berg macht Seggy aber eine andere Entdeckung – die sich als Nachteil für sein Gefährt herausstellt: In Pfützen und auf matschigen Wegen gibt der Automatik-Antrieb des Segways Gas – und die Räder drehen durch. Manchmal kann es eben auch unangenehm sein, wenn der Computer dem Fahrer das Denken abnimmt.

Nach einem zünftigen Mittagsmahl in der Hülser Bergschänke geht es weiter. Die beiden Fahrradfahrer nutzen gut gestärkt ihre Muskelkraft, um dem Segway-Fahrer davonzufahren. Schließlich riegelt der Motor des Steh-Rollers bei 20 km/h ab. Sie wissen: Jedes ernsthafte Rennen gegen das Segway würden die beiden Profi-Radfahrer für sich entscheiden.

Der Pedelec-Fahrer braucht dabei weit weniger Kraft als sein Bruder auf dem Mountainbike. Das 3000-Euro-Bike mit eingebautem Elektromotor unterstützt je nach Bedarf die Tretleistung des Fahrers. Jeder bergige Anstieg wird dadurch zum Kinderspiel.

Bei der Zieleinfahrt an der Tönsivorster Segwayhalle nach neunstündiger Fahrt sind aber alle drei Fahrer erschöpft – sogar Seggy auf seinem Steh-Roller. "Der Gegenwind kann auch ohne in die Pedale treten zu müssen, ganz schön anstrengend sein."

Quelle: RP
 
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