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Kr Wie Krefeld
Fairness für Zirkusmenschen

Krefeld. Uns hat ein besonderes Schreiben erreicht: Pietro Bento, der "Exotenstallmeister" von Circus Krone, hat die Krefelder Debatte um die Haltung von Tieren im Zirkus mitverfolgt und einen "Offenen Brief an meine Mitbürger" geschrieben; der Zirkus hat uns bestätigt, dass die Mail echt ist. Hier ein paar Sätze eines Mannes, der sein Leben lang mit Tieren im Zirkus gearbeitet hat:

"Seit ich ein Kind bin, wurde mir beigebracht, Tiere mit Respekt zu behandeln. Mein ganzes Leben, hat sich schon immer nach den mir anvertrauten Tieren gerichtet. Ich habe keine Vorstrafen, bezahle meine Steuern. Ich verfüge über eine Schulausbildung, habe ein Fernstudium absolviert. Fast 30 mal pro Jahr werden meine Tiere durch behördliche Amtstierärzte kontrolliert. Noch nie wurden Missstände festgestellt. Obwohl ich ein Tierschutzgesetz-Fachkundenachweis habe, der jährlich durch Schulungen erweitert werden muss, bezeichnet man mich als Tierquäler und Schlimmeres. Ich werde als ungebildet und dumm hingestellt. Ich werde von fremden Menschen beschimpft, beleidigt und diskriminiert. Selbst kleine Kinder werden von ihren Eltern genötigt Schilder mit Beschimpfungen hochzuhalten. Diese Art von Verleumdung, Hetze und Verfolgung, kenn ich eigentlich nur aus der Geschichte."

Der Mann hat Recht. Die Debatte ist zu schrill. Ob es Tieren im Zirkus schlechter geht als ihren - ums Überleben kämpfenden - Artgenossen in der "freien Wildbahn", darf bezweifelt werden, zumal die Zeiten, in denen Bären mit dem berüchtigten Ring durch die Nase gequält werden, in den modernen westeuropäischen Zirkussen vorbei sind. Ein Dompteur kann nur mit der Natur und nicht gegen sie arbeiten - es sei denn, er ist lebensmüde. Zirkusmenschen arbeiten hart und mit Respekt vor ihren Tieren - sonst würde alles nicht funktionieren. Sie haben Fairness verdient und Umsicht im Urteil.

Quelle: RP
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