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Krefeld
Familienfreundliche Firmen - drei Beispiele

Krefeld: Familienfreundliche Firmen - drei Beispiele
SWK-Mitarbeiter Thomas Jansen mit seiner dreijährigen Tochter Luisa im Eltern-Kind-Büro des Unternehmens. Das Büro kann bei Bedarf über das Intranet des Unternehmens gebucht werden. FOTO: Mathis Wienand
Krefeld. Zu einer Busfahrt mit drei Stopps bei Krefelder Unternehmen, die sich besonders um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bemühen, hatte die Wirtschaftsförderungsgesellschaft eingeladen. Von Christine van Delden

Die dreijährige Louisa war schon oft mit ihrem Papa bei der Arbeit. Ihr Vater, Thomas Jansen, arbeitet bei den Stadtwerken Krefeld. Das Unternehmen unterstützt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in vielerlei Hinsicht. Zum Beispiel mit dem eigens eingerichteten "Eltern-Kind-Büro": einem komplett ausgestatteten Büro mit zwei Arbeitsplätzen und einem angeschlossenen Spielzimmer - liebevoll und kindgerecht eingerichtet mit Wickelkommode, Bettchen, Puppenküche und Spielzelt.

"Das Büro lässt sich über das firmeneigene Intranet buchen und wird sehr gut angenommen", erklärt Vorstandsmitglied Kerstin Abraham den Teilnehmern einer von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) organisierten Busfahrt unter dem Motto "Wirtschaft und Familie on Tour". An drei Stopps lernen Oberbürgermeister Frank Meyer, die Grünen-Bundestagsabgeordnete Ulle Schauws, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Heike Hinsen und viele weitere Teilnehmer drei Krefelder Erfolgsgeschichten in Sachen Familienfreundlichkeit kennen.

WFG-Chef Eckard Preen (links, stehend) hatte zur Busfahrt mit Stopps bei drei familienfreundlichen Unternehmen eingeladen. FOTO: Mathis Wienand

Die drei Unternehmen - Sparkasse Krefeld, Stadtwerke Krefeld (SWK) sowie das Alexianer Krankenhaus - sind sich einig, dass ihre Wettbewerbsfähigkeit entscheidend von gut ausgebildeten Fachkräften abhängt. Eine familienbewusste Personalpolitik sei ein Instrument, um diese Fachkräfte für das Unternehmen zu gewinnen und vor allem auch zu halten.

Birgit Roos, Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Krefeld: "Schon in den Vorstellungsgesprächen wird heute ganz konkret nach flexiblen Arbeitszeiten oder Kinderbetreuung gefragt." Neben flexiblen Arbeitszeiten, Teilzeitmöglichkeiten oder mobilen Arbeitsplätzen fand in den Osterferien eine gemeinsame Kinder-Ferienbetreuung statt - abwechselnd in Räumen der SWK und der Sparkasse. Die Aktion war so erfolgreich, dass für das kommende Jahr bereits eine Fortsetzung geplant ist.

"Wir wollen ein attraktiver, verlässlicher und familienfreundlicher Arbeitgeber zu sein", sagt SWK-Vorstandsmitglied Kerstin Abraham. "Wir bieten beispielsweise 60 verschiedene Teilzeit-Varianten an, inklusive der Möglichkeit, an einem oder mehreren Tagen von Zuhause aus zu arbeiten. Für den Fall, dass mal alle Stricke reißen und es keine Betreuungsmöglichkeit für das Kind gibt, haben wir das Eltern-Kind Büro eingerichtet."

Das Alexianer Krankenhaus hat im vergangenen Jahr das Zertifikat "berufundfamilie" der Hertie-Stiftung bereits zum dritten Mal erhalten. Michael Wilke, der Regionalgeschäftsführer, bekennt: "Dieses Zertifikat zu bekommen ist schwierig; noch schwieriger ist es aber, es zu halten und noch einmal zu bekommen, denn bei jedem Audit sind weitere Verbesserungen nachzuweisen." Aber er fügt hinzu: "Es handelt sich dabei um eine Herzensangelegenheit unserer Einrichtung." Es sind vielfältige Maßnahmen, die das Alexianer Krankenhaus für seine Mitarbeiter bereithält: Beratungsangebote, Teilnahmemöglichkeiten an innerbetrieblichen Fort- und Weiterbildungen auch in Auszeiten, Kontakthaltepaket in Auszeiten, Kinderbetreuung in drei Kooperationseinrichtungen, flexible Arbeitszeiten/Jobsharing oder flexible Arbeitsorte. Die letztgenannten Punkte sind in einem Krankenhaus natürlich besondere Herausforderungen, denn gerade Pflege braucht Konstanz.

Alle drei Unternehmen sind sich darüber einig, dass eine Flexibilität am Arbeitsplatz nicht nur bei der Kinderbetreuung helfen soll, sondern gerade auch, wenn es um die Pflege von älteren Angehörigen geht. Ein Thema, das durch den demographischen Wandel zunehmend an Gewicht gewinnt.

Zertifizierte Unternehmen können voneinander lernen und kleineren Unternehmen Impulse geben: "Heute haben wir drei große Unternehmen gesehen; aber auch kleine und mittelständische Unternehmen können aus den Bausteinen diejenigen für sich übernehmen, die in ihr Profil passen", macht Heike Hinsen, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Krefeld, deutlich.

Quelle: RP
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