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Krefeld
Fantastische Kleider für Prinzessinnen

Krefeld: Fantastische Kleider für Prinzessinnen
Helga Landwehr in ihrem Wohn-, Ess- und Nähzimmer. Links im Bild eins der Kostüme zum Thema "Feuer und Flamme" inklusive Kopfschmuck; rechts ein Exemplar der Wassernixen mit Perücke und Umhängetasche. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Schon jetzt ist Hobby-Schneiderin Helga Landwehr dabei, sich um die Kostüme für die Uerdinger Exprinzessinnen zu kümmern, zu denen sie selbst auch gehört. Sie näht aber auch für die Bayer-Laienspielgruppe und einen Gospelchor. Von Jochen Lenzen

Helga Landwehr hat drei große Hobbys: das Nähen, das Reisen und den Karneval. Sie und ihr Mann Heinz waren 1985 das Uerdinger Prinzenpaar; seitdem gehört die seit 14 Jahren pensionierte Chemielaborantin, die demnächst ihren 70. Geburtstag feiert, zur "Vereinigung der ehemaligen Prinzessinnen" der Rheinstadt. Und die fahren jedes Jahr auf ihrem eigenen Wagen beim Tulpensonntagszug mit. Ihre fantastischen Kostüme stammen - ja, klar - von Helga Landwehr. Schon jetzt muss sie sich um die bunten Gewänder der nächsten Session kümmern.

"Das ist mein Wohn-, Ess- und Nähzimmer", sagt Helga Landwehr. Auf dem Tisch stehen zwei Profi-Nähmaschinen, gleich daneben ein Bügelbrett, und hinter einem Vorhang sind -zig Rollen Nähgarn in allen erdenklichen Farbtönen aufgereiht. "Das bleibt alles immer so stehen, weil ich so viel zu tun habe." Die Uerdingerin näht nämlich nicht nur die Kostüme für die Exprinzessinnen, sondern auch für befreundete Karnevalsvereine. Die geben ihr ein Thema vor, und Helga Landwehr entwickelt dazu ihre Ideen.

Mund-zu-Mund-Propaganda hat dazu geführt, dass sie seit einigen Jahren auch die Kostüme für die Aufführungen der Bayer-Laienspielgruppe und weitere Roben für den Gospelchor "Family of Hope" anfertigt, wenn sich ihm neue Mitglieder anschließen. Gut vier Dutzend hat sie für den Chor bereits angefertigt. Auch einzelne Sommerkleider und sogar ein Hochzeitskleid sind schon unter ihren Händen entstanden.

"Ich liebe Stoffe", sagt die Hobby-Schneiderin, "und habe schon mit 16 Jahren einen Nähkurs der evangelischen Gemeinde besucht. Mein Material kaufe ich in Krefelder Stoffhäusern und auf Märkten, und bin zu Hause dann meist sehr überrascht, weil ich nicht mehr weiß, was ich da alles gekauft habe", sagt sie und lacht. Jedenfalls sei ihre Badewanne voll von bunten Stoffen, die auf ihre Verarbeitung warten. Die Schnitte holt sie sich aus rund 120 Fachheften und etwa 30 Sonderexemplaren für den Karneval. "Ich übertrage die Schnitte auf Klarsichtfolie, lege sie auf den Stoff und schneide ihn dann entsprechend zu."

Bis zu zwölf Stunden näht Helga Landwehr an einem Kostüm inklusive passendem Kopfschmuck. Die überwiegende Zahl ihrer Fantasiegewänder ist nämlich gegen die Kälte beim Straßenkarneval gefüttert. Dass enormes Geschick in ihrer Arbeit steckt, zeigt ein Blick auf Kostüme vergangener Sessionen - beispielsweise auf die Kostüme der Wassernixen oder diejenigen zum Motto "Feuer und Flamme", für die sie auch noch einen aufwändigen Kopfschmuck angefertigt hat. Auch als "Cheerleader des Karnevalszugvereins" sind die ehemaligen Prinzessinnen schon im blau-roten Outfit mit passendem Glitterdekor angetreten.

Jetzt drängt schon wieder die Zeit für die nächsten Kostüme: Bei der Jahresversammlung der "Vereinigung der ehemaligen Prinzessinnen" am 2. Juni muss Helga Landwehr nämlich schon die ersten Entwürfe vorlegen. Und dazwischen kommt noch einmal ihr drittes Hobby zum Zug - eine Reise.

Quelle: RP
 
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