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Krefeld
FDP-Chef fordert Umdenken beim Umgang mit der AfD

Krefeld: FDP-Chef fordert Umdenken beim Umgang mit der AfD
Bijan Djir-Sarai, außenpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, und Joachim C. Heitmann (r.). FOTO: TL
Krefeld. Locker, kurzweilig und mit gewohnt klaren Worten zeigte sich die FDP gestern bei ihrem politischen Aschermittwoch vor knapp 50 speisenden Gästen auf der Rennbahn. Partei- und Fraktionsvorsitzender Joachim C. Heitmann sorgte für den lokalen Einstieg, bevor er das Mikro an den außenpolitischen Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Bijan Djir-Sarai, weiterreichte. Unter dem Motto "Liberale Schwerpunkte deutscher Außenpolitik im 19. Deutschen Bundestag" sprach er über die internationale Lage. Seine Botschaft: "Wie brauchen in Europa eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik." Von Joachim Niessen

Mit einem Blick auf die Koalitionsbildung in Berlin und die Situation in Krefeld startete Heitmann in den Abend: "Der Koalitionsvertrag von CDU / CSU und SPD stammt nach einer Auswertung des Karlsruher Unternehmens Thingsthinking zu 70 Prozent aus der SPD Feder, wobei die Wissenschaftler festgestellt haben, dass bis zu einem Drittel die Parteiprogramme von CDU / CSU und SPD zumindest semantisch sich sehr ähnlich sind." Heitmann kritisierte, dass bei Christ- und Sozialdemokraten auf ihrem Weg zur Regierung der politische Blick über die Grenze fehle. "Die Welt rätselt über die Zurechnungsfähigkeit von Donald Trump und in Kim Jong Un - Deutschland redet über die Befristung von Arbeitsverhältnissen. Zahlreiche IS-Kämpfer konnten in die Türkei entkommen - Deutschland redet über Krankenversicherungen", erklärte er. Deutlich ging der Liberale anschließend mit der AfD in Krefeld ins Gericht. Der Jurist erinnerte an die "Entgleisungen" des AFD-Bundestagsabgeordneten Kay Gottschalk: "Gottschalk hatte auf dem Neujahrsempfang der AFD in Krefeld aufgerufen, türkische Geschäfts zu boykottieren, ein Aufruf, der nicht zufällig erfolgte und an die Boykott-Aufrufe der Nazis 1933 gegen jüdische Geschäfte erinnerte." Gesprächsbereit zeigt sich der Chef der Liberalen bezüglich des jüngsten Vorschlags der SPD, die Fraktionen der im Rat vertretenen Parteien einzuladen, um gemeinsam mit CDU, Grünen, FDP und Linken nach Mitteln und Wege gegen den Rechtspopulismus zu suchen. "Die FDP wird selbstverständlich dieser Einladung folgen."Der Umgang mit der AFD erfordere aber ein Umdenken, gerade bei denen, die sich selbst als die legitimen Nachfolger der 68er verstehen: "Also vor allen bei Grünen und SPD."

Quelle: RP
 
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