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Krefeld
FDP fordert Abriss des Seidenweberhauses

Krefeld. Eine Nutzung des Kesselhauses als Veranstaltungshalle, die jährlich von der Stadt mit 1,5 Millionen Euro subventioniert wird, kommt für die Liberalen nicht in Frage. Bleibt ein Neubau am Theaterplatz oder im Süden des Hauptbahnhofs. Von Joachim Niessen

Wenn es nach dem Willen der Krefelder Liberalen geht, schwebt über dem Seidenweberhaus bald die Abrissbirne. "Das Seidenweberhaus ist schon rein wirtschaftlich gesehen nicht sanierungsfähig. Wir sind für Schließung und Abriss", sagt FDP-Parteivorsitzender Joachim C. Heitmann. Nach Aussage seines Parteikollegen Jürgen Wagner hat auch die Stadtverwaltung bereits angekündigt, dass die Nutzung des nicht unter Denkmalschutz stehenden Hauses spätestens 2019 ausläuft. Doch gerade mit Blick auf dieses Datum sieht Heitmann die Verwaltung in der Pflicht: "Sie muss der Politik nach den Sommerferien eine Bedarfsanalyse vorlegen. Es gibt bisher öffentlich keine verlässlichen Zahlen, was für eine Art Veranstaltungshalle Krefeld braucht."

Dabei liegen aktuelle Rahmendaten vor. Jährlich wird der Aufsichtsrat der Seidenweberhaus-GmbH mit entsprechendem Datenmaterial versorgt. Und das aus gutem Grund: Rund 650.000 Euro aus dem städtischen Haushalt werden alle zwölf Monate allein in das Seidenweberhaus gepumpt, um den Betrieb der defizitären Veranstaltungshalle weiter aufrecht zu erhalten.

Dabei käme Krefeld - nach Überlegungen der FDP - auch ohne das Seidenweberhaus aus. Die Liberalen halten es für machbar, die Sinfoniekonzerte ins Theater zu verlegen. "Dort oder in der Fabrik Heeder könnten auch Kleinkunst-Veranstaltungen eine Heimat finden, für die Sitzungen des Stadtrats bieten sich Foren in mehreren Schulen an", so Heitmann. "Selbst für die Bezirksvertretung Mitte könnten neue Räume angemietet werden. Dies mag nicht alles optimal sein, man würde es aber hinkriegen. Mit Blick auf Kongresse, Seminare und Tagungen stellt sich Frage, wie der Bedarf hierfür in Krefeld aussieht."

Parallel zu den Abrissplanungen sieht die FDP die Notwendigkeit, sich mit alternativen Standorten einer innerstädtischen Halle zu befassen. Nicht ins Konzept der Liberalen passt dabei das Kesselhaus an der Girmesgath im Van-der-Rohe-Park von Wolf Reinhard Leendertz. Der Investor will mit seinem Konzeptidee MICE (Meetings, Incentives, Conventions, Events) Messen, Empfänge, Tagungen, Kultur- und Sportveranstaltungen auf das Gelände holen, ein Hotel, Open-Air-Kino, Film- und Fotolocation und Konzerte kommen hinzu. "Hinzu käme aber auch ein jährlicher städtischer Zuschuss von 1,2 bis 1,5 Millionen Euro", erklärt Heitmann. "Unternehmerisch ist die Forderung des Investors nachvollziehbar, politisch aber für mich nicht machbar." Eine Hallengröße von maximal 1000 Plätzen, fehlende Parkplätze und die Innenstadtrandlage sind für die FDP die entscheidenden K.o.-Kriterien.

Damit bleiben für Heitmann zwei diskussionswürdige Standort-Alternativen. Entweder wird nach dem Abriss des Seidenweberhauses auf dem Rand-(Bereich) des Theaterplatzes neu gebaut oder das Gelände an der Südseite des Hauptbahnhofs genutzt. "Beide Flächen haben Vorteile. Mit dem Hauptbahnhof gibt es eine optimale Verkehrsanbindung, dazu ist die unmittelbare Nähe zur Fabrik Heeder positiv", sagt Heitmann. "Der Theaterplatz wiederum besticht durch seine Zentralität. Schließlich wollen wir keine Frequenzbringer aus der Innenstadt herausziehen."

Den Bau eines reinen Hotels hält der Fraktionschef an dieser Stelle wirtschaftlich für problematisch. "Der städtische Planungsdezernent Martin Linne sieht das angeblich anders. Wenn ein Hotel, dann trägt es sich dort nur in Verbindung mit einer Kongresshalle", ergänzt der Liberale. "Spätestes dann sprechen wir auch wieder über städtische Zuschüsse."

Quelle: RP
 
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