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Krefeld
Feiern und arbeiten: Treffen der Kulturen in der Villa K.

18 Jugendliche aus zehn Ländern lernen beim dreiwöchigen internationalen Workcamp den Niederrhein kennen. Von Richard Hill

Für drei Wochen sind Jugendliche aus der ganzen Welt zu Gast in Krefeld, genauer gesagt: in der Villa K., an der Steinstraße. In der unter Denkmalschutz stehenden Villa samt großem Garten arbeiten 18 Jungen und Mädchen seit Anfang August im Rahmen des internationalen Workcamps des Bundesvereins Internationale Jugendgemeinschaftsdienste (IJGD). Gemeinsam mit der Stadt Krefeld haben die Villa und der IJGD vorab produktive Arbeiten am Haus sowie ein ausgefeiltes Freizeitangebot und Vergünstigungen organisiert.

Bei der Arbeit bringen die jungen Menschen aus Afghanistan, China, Russland, Spanien, Serbien, Bulgarien, Italien, der Ukraine, Albanien und auch Deutschland ihr Know how nach eigenen Wünschen in die Projekte, die in diesem Sommer auf dem Programm stehen. So sollen im Garten der Villa ein neues Blockhaus für Freizeitaktivitäten sowie eine Sitzecke, eine kleine Bühne, ein Insektenhotel und ein Gemüsebeet entstehen. Außerdem sind bereits in der ersten Woche kreative Steckbriefe und ein neues Schild für die Villa entstanden. "Die Arbeit macht wirklich Spaß, insbesondere wenn man den täglichen Fortschritt erkennt und auch am Abend gemeinsam zusammensitzen kann", erklärt Ivana aus Serbien, die bereits seit zwei Jahren als Gruppenleiterin an den Workcamps teilnimmt.

Dass die Arbeit aber nur einen Teil des Aufenthalts ausmacht, weiß auch Nicole Thönnes, Ansprechpartnerin des IJGD für NRW: "Unser Ziel ist es, den Jugendlichen mit Hilfe der Camps ein interkulturelles und soziales Lernen näherzubringen. Krefeld ist ein herausragender Standort, da das Angebot wirklich umfangreich ist und von allen Seiten mitgeholfen wird, dass die Jugendlichen eine gute Zeit haben." Der Verein ist weltweit mit Partnereinrichtungen vernetzt und organisiert bundesweit vergleichbare Camps für Jugendliche zwischen 16 und 26 Jahren. Voraussetzungen zur Teilnahme gibt es außer dem Alter aber nicht. Die Jugendlichen können sich auf die Plätze bewerben und dabei Prioritäten angeben, der Verein trifft danach eine Auswahl - unterstützt jedoch nie mehr als zwei Personen aus einem Land.

Diese Mischung aus unterschiedlichen Kulturen, Sprachen und Gebräuchen ist es, die auch die den zehn Mädchen und acht Jungen besonders fasziniert. "Mir gefallen vor allem die gemeinsamen Kochabende, in denen man die anderen Kulturen kennenlernt und wobei man sich austauschen kann", beschreibt Lyuba aus Bulgarien. "Mir haben der Kinoabend und die Fahrten in und um Krefeld besonders gefallen, wenn man nebenbei die deutsche Kultur und Gebäude und auch die Menschen aus fernen Ländern kennenlernt", sagt Olga aus Russland. Dass die Haussprache Englisch ist, stört auch die deutschen Teilnehmer nicht. "Ach, kein Problem. Es geht ja darum, sich auszutauschen und die Menschen mit ihrer Kultur kennenzulernen", erklärt Ronja aus Deutschland.

Auch für die verbleibenden anderthalb Wochen gibt es noch ein umfangreiches Programm. "Wir haben den Jugendlichen die freie Fahrt im Bereich der SWK organisiert, und dass sie noch ermäßigt ins Kino und zum Schwimmen gehen können. Außerdem gibt es einen Besuch beim internationalen Tanzfestival Tanzbattle und bei einem Champions-League-Spiel der Krefeld Pinguine", erklärt Matthias Hoeps, Projektkoordinator beim Fachbereich Jugendhilfe der Stadt Krefeld.

Wie gut das Programm funktioniert - sowohl was die Arbeiten am Haus, als auch die interkulturelle Verständigung und die Selbstorganisation der Jugendlichen betrifft - bringt Sascha aus Lviv in der Ukraine auf den Punkt: "In der kurzen Zeit sind wir zu einer echten kleinen Familie geworden, die Atmosphäre und die gemeinsamen Aktivitäten verbinden wirklich, und wenn es Spaß macht, arbeitet man auch gern."

Quelle: RP
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