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Krefeld
Fernwärme wird billiger, Strom etwas teurer

Krefeld: Fernwärme wird billiger, Strom etwas teurer
SWK-Vorstand Carsten Liedtke erläutert die Lage. FOTO: L.. Strücken
Krefeld. Für 2017 müssen sich SWK-Kunden nicht auf höhere Preise einstellen. Zwar steigt der Strompreis durch staatliche Abgaben moderat, doch bietet die SWK Sonderkonditionen an, die die Erhöhung auffangen. Von Jens Voss

Mit drei Botschaften über die Energiepreisentwicklung im kommenden Jahr sind am Mittwoch die SWK-Vorstände Carsten Liedtke und Kerstin Abraham an die Öffentlichkeit gegangen: Fernwärme wird billiger, der Gaspreis bleibt auch nach der Preissenkung in diesem Jahr stabil - nur der Strompreis muss moderat angehoben werden, weil nicht nur die staatliche Abgabenlast, sondern auch der Strompreis an den Strombörsen gestiegen ist. Die Stadtwerke bieten aber Zwei-Jahres-Pakete an, mit denen die Jahreskosten für den Verbraucher faktisch gesenkt werden. Grund laut Liedtke: Mit der Planungssicherheit über zwei Jahre können Preisschwankungen in der Beschaffung ausgeglichen werden.

"Wir werden offensiv auf unsere Kunden zugehen und sie über die günstigeren Tarife informieren", kündigte Liedtke an, "wir wollen uns nicht dem Vorwurf aussetzen, wir würden auf die Trägheit vieler Kunden setzen, nicht zu wechseln." Wer den Tarif wechselt, kann dies schriftlich, online, im SWK-Kundencenter oder telefonisch ohne großen Aufwand tun; die Änderungen werden zum nächsten Ersten im Monat gültig.

"Die Preise für Krefelder Fernwärme sind seit 2013 stabil und werden zum 1. Januar 2017 um knapp drei Prozent oder 0,17 Cent pro Kilowattstunde gesenkt", erläuterte Liedtke - macht bei einem Durchschnittshaushalt eine Ersparnis von 33 Euro pro Jahr. Da Fernwärme, die aus der Verbrennung von Abfall in der Krefelder Müllverbrennungsanlage gewonnen wird, als erneuerbare Energie gilt, greifen die staatlichen Abgaben dafür nicht, erläuterte der SWK-Chef.

Die Gaspreise bleiben stabil, und das, obwohl die Einkaufspreise leicht steigen und die SWK zum April dieses Jahres die Preise gesenkt haben, so Liedtke weiter. Auch beim Gas bieten die Stadtwerke Vergünstigungen beim Umstieg auf Zwei-Jahres-Verträge an. Die Ersparnis für einen Durchschnittshaushalt, der im Tarif für die Grundversorgung liegt, liege bei rund 260 Euro, erläuterte Kerstin Abraham, "von unseren Neukunden entscheiden sich 80 Prozent für ein Zwei-Jahres-Produkt".

Beim Strom steht erstmals seit vier Jahren eine moderate Preiserhöhung in der Grundversorgung an. Grund: Drastisch gestiegene staatliche Umlagen. "Seit 2009 ist die EEG-Umlage um 429 Prozent gestiegen", erläuterte Liedtke. Mit der EEG-Umlage finanzieren alle Stromkunden die garantierten Einspeise-Preise aus erneuerbarer Energie. 80 Prozent des Strompreises setzten sich mittlerweile aus Abgaben zusammen, die die SWK nicht beeinflussen kann. "Für unsere Kunden in der Grundversorgung erhöht sich der Strompreis um 0,585 Cent/ Kilowattstunde oder 2,3 Prozent; das macht bei einem Durchschnittshaushalt rund 20 Euro im Jahr", sagte Liedtke. Die Zwei-Jahres-Pakete der SWK machen diese Erhöhung allerdings mehr als wett, verspricht Liedtke: Der gleiche Durchschnittshaushalt spare damit rund 89 Euro im Jahr.

Quelle: RP
 
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