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Krefeld
Festumzug Hüls: Riesiges Wetterglück

Krefeld: Festumzug Hüls: Riesiges Wetterglück
Das Schützenkönigspaar Stephan und Silke Hoppe und ihre Tochter Nele grüßen beim großen Festumzug aus der Kutsche. FOTO: Mark Mocnik
Krefeld. Gestern Vormittag trübte noch starker Regen die Aussichten auf den großen Schützenumzug. Doch um die Mittagszeit wirkten die Wünsche von Pfarrer Paul Jansen, der am Vortag mit dem St. Sebastianus-Ehrenschild geehrt worden ist. Von J. Lenzen und H. Mikun

Während der Festmesse, die gestern Morgen wegen starken Regens statt auf dem Burggelände in der Pfarrkirche St. Cyriakus gefeiert wird, ist dunkles Gewittergrollen zu hören. Noch sieht es nicht danach aus, als würde der große Festumzug am Nachmittag ziehen können. Doch um die Mittagszeit beginnen die frommen Wünsche, die Pfarrer Paul Jansen während der Messe an Petrus gerichtet hat, zu wirken: Die Wolken verziehen sich und machen strahlendem Sonnenschein für den Umzug mit Parade auf dem Hülser Markt Platz.

General Bernhard Kühnen tritt vor das Königspaar, Stephan und Silke Hoppe, und meldet die große Parade der Historischen Bruderschaften. Auf dem Hülser Markt ist es still, nur von Ferne klingt das flotte Spiel der vier Tambourcorps und Blaskapellen, die stets als erste auf den historischen Marktplatz ziehen, gegenüber der Ehrentribüne einschwenken und dann den Takt der einzelnen Züge vorgeben. Zuerst ziehen die befreundeten Vereine und Bruderschaften im Gleichschritt an dem Königshaus vorüber - Stechschritt ist in Hüls nicht üblich - und präsentieren dabei ihre zum Teil recht bunten Uniformen.

Wenn Blicke sprechen würden. Was ist denn wohl noch schöner, als beim Hülser Schützenfest mitzuziehen? FOTO: Mark Mocnik

Im ersten Bataillon sind auch die Hülser Vereine vertreten, die dem Königspaar ihre Reverenz erweisen. Der Heimatverein Hüls zieht dabei in historischen Kostümen aus vergangenen Jahrhunderten auf und ist eine Augenweide. Im zweiten Bataillon ziehen die Hülser Karnevalisten gut gelaunt mit und demonstrieren die Verbundenheit von Winter- und Sommerbrauchtum, während sich daran die Hülser Schützengruppen anschließen. Hier herrscht Schützengrün vor, im Planwagen sitzen verdiente ältere Schützen und genießen den Umzug durch den Ort.

Traditionell zum Abschluss kommt die "Doktorei", die in diesem Jahr Jung und Alt besonders auffällig vereint: In der Kutsche sitzt der altgediente Oberstabsarzt Hans-Willi Maas neben dem frisch ernannten Stabsarzt Kilian Laux. Der 16-Jährige ist Stiefsohn des Generals und Enkel von Schützen-Urgestein und Ehren-Brudermeister Herbert Laux. Damit ist das Ende des prachtvollen Vorbeimarschs erreicht, und General Kühnen bittet Majestäten nebst Ehrengäste, wieder in ihren Kutschen Platz zu nehmen.

Ein Hülser Jungschütze mit üppig geschmückten Füllhorn. FOTO: Marc Mocnik

Parade und Umzug sind aber nicht die einzigen Gelegenheiten, während derer die 150 Aktiven mit ihren rund 200 Gästen und 100 Musikern auf den Hülser Straßen unterwegs sind. Die morgendliche Kirmesprozession ist allerdings wegen starken Regens allerdings kürzer ausgefallen als geplant und zog nach dem Gottesdienst von der St. Cyriakuskirche über die Krefelder Straße und de Auf dem Graben direkt ins Festzelt.

Die enge Verbindung zwischen Bruderschaft und Kirche zeigte sich auch am Samstagabend. Für sein unermüdliches Engagement als geistliche Begleiter und Ratgeber durch über 25 Jahre wurde Präses Pfarrer Paul Jansen der St. Sebastianus-Ehrenschild am Bande verliehen. Die Schützen würdigten diese hohe Auszeichnung des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften durch den Bezirksbundesmeister Mike Kunze und Brudermeister Günter Tenberg mit langem Applaus. Schon zuvor hatte Schützenkönig Stephan Hoppe das Silberne Verdienstkreuz für sein ehrenamtliches Engagement bei den Historischen Schützenbruderschaften in rund zwei Jahrzehnten erhalten.

Im Laufe des Abends hielten die Schützen neben den Ehrentänzen noch weitere uralte Traditionen aufrecht. So belagerten die Jungschützen während des Abends den Thron, um jedem, der denselben verlassen wollte, die Schuhe zu putzen. Der Erlös des eher symbolischen Aktes kommt der Jungschützenkasse zu. Während der Königstänze stürmten die Jungschützen außerdem den verwaisten Thron und labten sich an den natürlich ganz zufällig dort zurückgelassenen Getränken.

Quelle: RP
 
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