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Krefeld
Feuerwehr trainiert im neuen "Multifunktionsübungshaus"

Krefeld. Mit dem Bau der neuen Krefelder Hauptfeuer- und Rettungswache ist auch ein Ausbildungs-Zentrum entstanden, das sich sehen lassen kann. Zentrales Herzstück ist das Multifunktionsübungshaus, das in eine so genannte warme Seite und in eine "kalte" Seite sowie einen Übungsturm aufgeteilt ist.

Die "warme" Seite besteht aus drei Geschossen, in denen Brand- und Rauchsimulationsgeräte eingebaut wurden und wo diverse Brand- und Rettungsszenarien realitätsnah geübt werden können. Hier müssen sich die Feuerwehrmänner zum Beispiel durch eine brennende Küche kämpfen, Situationen in einem brennenden Schlafzimmer mit zusätzlicher Rauchgasdurchzündung durchspielen, ein brennendes Ladenlokal löschen oder mit einem Dachstuhlbrand fertig werden. Die Geschosse sind wie eine kleine Wohnung mit verschiedenen Zimmern aufgebaut. Der gesamte Bereich kann vollständig verraucht werden. "Über eine Außentreppe kann sogar der Brand eines Kellers angedeutet werden, obwohl nur erdgeschossig gebaut wurde", schildert Christoph Manten von der Feuerwehr. Die "kalte" Seite besteht ebenfalls aus drei Etagen. Zwei Geschosse sind mit flexibel aufstellbaren Schnellspann-Wänden aus Holz so gestaltet, dass man in relativ kurzer Zeit die Raumaufteilung ändern kann, damit keine Gewöhnung der Übenden eintritt. Besonderes Augenmerk lag auf dem Dachgeschoss. Es ist von innen so gestaltet, dass man einen simulierten Dachstuhl sieht. Hier sollen den Auszubildenden verschiedene Dachformen gezeigt werden. Insbesondere soll veranschaulicht werden, auf welche wichtigen Knotenpunkte es beim Dachstuhlbrand ankommt. Von weitem sichtbar ist der dunkelrote Übungsturm. Er ist sieben Geschosse hoch und hat verschiedene Fensterformen, Balkone und Brüstungen. Hier sollen alle Arten von tragbaren Leitern "beübt" werden. Die Höhe des Gebäudes und eine eingebaute "trockene Steigleitung" eignen sich aber auch bestens dazu, Taktiken zu Einsätzen in Hochhäusern zu simulieren. Das gesamte Gebäude hat verschiedene Dachneigungen und Positionen, an denen sich Personen aufhalten können. Dies wurde so gebaut, damit die Fahrer der Drehleitern geschult werden können. Am gesamten Gebäude, insbesondere aber im Bereich des Turms, sind Anschlagpunkte eingebaut, an denen Feuerwehrleute sich sichern und das Abseilen und die Höhengewöhnung üben können.

Im Außengelände gibt es eine mit Granulat gefüllte Tiefbaugrube. Hier wird die Rettung Verschütteter trainiert. In einem Kanalschacht mit Kanalrohr und einer simulierte Baugrube wird die Rettung von Personen aus Tiefen geprobt. Und auf der versiegelten Übungsfläche werden gasbefeuerte Brandübungen durchgeführt. Im Übungscontainer können verschiedene Szenarien dargestellt werden, angefangen von tropfenden Rohrleitungen, undichten Anschlüssen und Tankdeckeln und einer aufgerissenen Tankwand bis hin zu brennenden Ventilen, einem verunglückten Tanklastzug unter Flammen und einer brennend-tropfenden Rohrleitung. An einem brennbaren Fahrzeug-Torso werden Pkw-Brände simuliert, mit denen dann die Rettung von verletzten Personen trainiert werden kann.

Quelle: RP
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